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Stadt betreibt erste Elektro-Ladesäule im Markkleeberger Zentrum

Stadtrat Markkleeberg Stadt betreibt erste Elektro-Ladesäule im Markkleeberger Zentrum

Dass die Stadt neben all ihren Aufgaben jetzt auch noch eine Elektro-Ladesäule hinterm Sportbad am Bahnhof betreiben will, hat die Gemüter der CDU-Ratsfraktion erhitzt.

Von „symbolischem Wert“: Die Elektro-Ladesäule hinterm Sportbad Markkleeberg soll demnächst in Betrieb gehen.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Dass die Stadt neben all ihren Aufgaben jetzt auch noch eine Elektro-Ladesäule hinterm Sportbad am Bahnhof betreiben will, hat die Gemüter der CDU-Ratsfraktion erhitzt.

„Ich finde es nicht zielführend, dass wir uns als Kommune eine Ladesäule aufbürden“, sagte Christian Funke in der jüngsten Sitzung. Er ist bekannt dafür, dass er, kaufmännisch geschult, genau auf die Zahlen schaut. Er forderte eine Grundsatzentscheidung und plädierte für den Verkauf der Säule an den ortsansässigen Energieversorger EnviaM.

„Im Rahmen des European Energy Awards wollen wir den Ausbau der Elektromobilität vorantreiben. Wir haben den Vorteil, dass der Landkreis Leipzig als einer von bundesweit nur fünf Kreisen am Projekt ’Konzeption Elektromobilität’ teilnimmt und eine Standortplanung für Ladesäulen erstellt“, erklärte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Damit werde Wildwuchs verhindert.

Von dem ist Markkleeberg indes weit entfernt. Die Elektro-Ladesäule hinterm Sportbad ist die erste im Stadtzentrum. Weitere gibt es am EnviaM-Hauptgebäude an der Ecke Friedrich-Ebert-/Energiestraße und am Zöbigker Hafen – beide in Händen der EnviaM. „Die Ladesäule am Sportbad sehe ich als Zeichen pro Elektromobilität. Wobei es sich um ein kleines Teil handelt, also mehr von symbolischem Wert ist“, betonte Schütze. Außerdem sei die Investition mit 2900 Euro günstig.

„Wer hat wann und warum entschieden, dass die Ladesäule dorthin kommt?“, wollte Rosemarie Jahn von den Linken wissen. „Das war ein gutes Angebot, dass wir im Zuge der Gestaltung der Außenanlagen des Sportbades genutzt haben. Bislang ist die Ladesäule ja noch gar nicht in Betrieb. Wir wollten einfach die Infrastruktur vorbereiten“, erläuterte Schütze.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Joachim Schruth, regte an, Verbindung mit Carsharing-Firmen aufzunehmen. „Die Ladesäule und der neue Parkplatz sind doch sicher interessant“, so Schruth. Schütze erklärte, die Stadt stehe bereits in Kontakt und es sähe gute aus.

Rolf Müller, SPD-Fraktionschef, empfahl eine Zusammenarbeit mit der EnviaM als großem Netzbetreiber und der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (WBG): „Es sollte langfristig in allen Wohngebieten Ladesäulen geben und die Stadt bei der Anschaffung neuer Dienstfahrzeuge auf E-Autos setzen.“

CDU-Stadtrat Gerhard Pötzsch war, wie Funke, „unzufrieden“. „Warum fassen wir das Thema nicht für ganz Markkleeberg unter dem Dach der städtischen Tochter Wärmeversorgung Wachau zusammen?“, meinte er. CDU-Fraktionschef Oliver Fritzsche betonte: „Wir sind nicht gegen Elektromobilität. Uns stört, wie die Sache angepackt wird.“ Schütze verstand das als „Prüfauftrag“.

Nach mehrheitlichem Beschluss wird die Stadt die Kilowattstunde für 34 Cent verkaufen. Bei 1000 Ladevorgängen im Jahr sei dies kostendeckend, hieß es.

Von Ulrike Witt

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