Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Stadt betreibt erste Elektro-Ladesäule im Markkleeberger Zentrum
Region Markkleeberg Stadt betreibt erste Elektro-Ladesäule im Markkleeberger Zentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 22.09.2017
Von „symbolischem Wert“: Die Elektro-Ladesäule hinterm Sportbad Markkleeberg soll demnächst in Betrieb gehen. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Dass die Stadt neben all ihren Aufgaben jetzt auch noch eine Elektro-Ladesäule hinterm Sportbad am Bahnhof betreiben will, hat die Gemüter der CDU-Ratsfraktion erhitzt.

„Ich finde es nicht zielführend, dass wir uns als Kommune eine Ladesäule aufbürden“, sagte Christian Funke in der jüngsten Sitzung. Er ist bekannt dafür, dass er, kaufmännisch geschult, genau auf die Zahlen schaut. Er forderte eine Grundsatzentscheidung und plädierte für den Verkauf der Säule an den ortsansässigen Energieversorger EnviaM.

„Im Rahmen des European Energy Awards wollen wir den Ausbau der Elektromobilität vorantreiben. Wir haben den Vorteil, dass der Landkreis Leipzig als einer von bundesweit nur fünf Kreisen am Projekt ’Konzeption Elektromobilität’ teilnimmt und eine Standortplanung für Ladesäulen erstellt“, erklärte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Damit werde Wildwuchs verhindert.

Von dem ist Markkleeberg indes weit entfernt. Die Elektro-Ladesäule hinterm Sportbad ist die erste im Stadtzentrum. Weitere gibt es am EnviaM-Hauptgebäude an der Ecke Friedrich-Ebert-/Energiestraße und am Zöbigker Hafen – beide in Händen der EnviaM. „Die Ladesäule am Sportbad sehe ich als Zeichen pro Elektromobilität. Wobei es sich um ein kleines Teil handelt, also mehr von symbolischem Wert ist“, betonte Schütze. Außerdem sei die Investition mit 2900 Euro günstig.

„Wer hat wann und warum entschieden, dass die Ladesäule dorthin kommt?“, wollte Rosemarie Jahn von den Linken wissen. „Das war ein gutes Angebot, dass wir im Zuge der Gestaltung der Außenanlagen des Sportbades genutzt haben. Bislang ist die Ladesäule ja noch gar nicht in Betrieb. Wir wollten einfach die Infrastruktur vorbereiten“, erläuterte Schütze.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Joachim Schruth, regte an, Verbindung mit Carsharing-Firmen aufzunehmen. „Die Ladesäule und der neue Parkplatz sind doch sicher interessant“, so Schruth. Schütze erklärte, die Stadt stehe bereits in Kontakt und es sähe gute aus.

Rolf Müller, SPD-Fraktionschef, empfahl eine Zusammenarbeit mit der EnviaM als großem Netzbetreiber und der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (WBG): „Es sollte langfristig in allen Wohngebieten Ladesäulen geben und die Stadt bei der Anschaffung neuer Dienstfahrzeuge auf E-Autos setzen.“

CDU-Stadtrat Gerhard Pötzsch war, wie Funke, „unzufrieden“. „Warum fassen wir das Thema nicht für ganz Markkleeberg unter dem Dach der städtischen Tochter Wärmeversorgung Wachau zusammen?“, meinte er. CDU-Fraktionschef Oliver Fritzsche betonte: „Wir sind nicht gegen Elektromobilität. Uns stört, wie die Sache angepackt wird.“ Schütze verstand das als „Prüfauftrag“.

Nach mehrheitlichem Beschluss wird die Stadt die Kilowattstunde für 34 Cent verkaufen. Bei 1000 Ladevorgängen im Jahr sei dies kostendeckend, hieß es.

Von Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei der Briefwahl zeichnet sich auch im Leipziger Südraum ein neuer Rekord ab. Immer häufiger nutzen Wahlberechtigte diese Form, um ihre Stimme nicht erst am Wahltag, sondern vorab schriftlich abgeben zu können.

22.09.2017

Ohne eigenes Auto sind Ausflügler im Leipziger Neuseenland oft aufgeschmissen. Der Landkreis will deshalb ab April 2018 mehr Busse einsetzen, um für eine bessere Erreichbarkeit der Seen und weiterer Erholungsmöglichkeiten zu sorgen.

21.09.2017

Soziale Medien wie Facebook und Twitter sind ein elementares Instrument für den politischen Wahlkampf. Vor der Bundestagswahl nimmt die LVZ die Social-Media-Auftritte der Direktkandidaten im Landkreis Leipzig von CDU, SPD, Linke, FDP, Grünen und AfD unter der Lupe.

21.09.2017