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Stadtrat gibt Grünes Licht für Ideenwettbewerb zur "Neuen Mitte"

Stadtrat gibt Grünes Licht für Ideenwettbewerb zur "Neuen Mitte"

Der Ideenwettbewerb für die Neue Mitte kann starten. Mit großer Mehrheit hat der Markkleeberger Stadtrat am Mittwochabend die Aufgabenstellung für das Gebiet zwischen Rathausplatz und Ring mit geringfügigen Abweichungen gegenüber der öffentlichen Präsentation vom März (die LVZ berichtete) verabschiedet.

Markkleeberg. Für Diskussionsstoff sorgten noch einmal die Kosten: Die sind auf der Zielgeraden auf fast 120 000 Euro gestiegen.

Christian Funke (CDU): "Ein Plus von 25 000 Euro sind angesichts unserer mittlerweile angespannten Haushaltssituation nicht wenig. Wann wussten Sie denn, dass die ursprünglich veranschlagte Summe nicht reicht?" Planer Michael Rudolph vom Leipziger Büro Station C 23, der die Wettbewerbsvorbereitungen im Auftrag der Stadt seit einem Jahr betreut, erklärte, dass die Mehrkosten vor allem der Erweiterung des Wettbewerbsgebietes um den Rathausplatz geschuldet sind. Er rechtfertigte die großen Posten - 55 000 Euro für Preisgelder, 40 000 Euro für die Verfahrensbetreuung, 17 000 Euro Honorare für das Preisgericht - als branchenüblich. Letztlich gestand er: "Wir haben uns wohl zu sehr auf die Bürgerbeteiligung konzentriert, die höheren Kosten dabei etwas aus den Augen verloren."

Lob und Kritik äußerte Oliver Fritzsche (CDU), der nie einen Hehl daraus gemacht hat, dass seine Fraktion einen Investorenwettbewerb bevorzugen würde. "Wir haben weniger ein Problem mit der inhaltlichen Arbeit, die schätzen wir sehr, obwohl wir die Aufgabenstellung teilweise schon als planerischen Eingriff empfinden. Unser Problem ist der Vorgriff auf den Haushalt 2015. Der ist noch nicht verabschiedet und schon haben wir Mehrausgaben von 25 000 Euro." Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) erinnerte an den beschwerlichen Weg bis zum Wettbewerb: "Wir haben 20 Jahre gebraucht, um in den Besitz der Flächen zu kommen. Jetzt haben wir die Chance, ein Stadtzentrum zu entwickeln und sollten diese auch nutzen." Fritzsche betonte, dass die Höhe der späteren privaten Investitionen im Wettbewerbsgebiet derzeit dem Blick in die Glaskugel gleichkomme. "Das stimmt, aber genau aus diesem Grund haben wir bewusst Investoren in die Workshops einbezogen", sagte Schütze.

Und so sieht die Zeitschiene für den Ideenwettbewerb aus: Auslobung am 11. Mai, Auswahl der 20 teilnehmenden Planungsbüros am 24. Juni, Start am 26. Juni, Kolloquium im Juli, Abgabe am 18. September. Im Oktober soll dann das 19-köpfige Preisgericht tagen. Der Rathauschef kündigte an, dass die Ergebnisse Anfang November den Markkleebergern voraussichtlich in der Rathausgalerie präsentiert werden. Er freue sich, dass der Wettbewerb schon jetzt überregional, unter anderem bei der Architektenkammer Sachsen, auf Interesse stoße. Weitere Beschlüsse:

Die EGW betreibt bis 2020 die Kanuparkschleuse, erhält dafür jährlich 58 200 Euro von der Stadt. Die 2013 bei der Eröffnung angedachte Übernahme durch das Kommunale Forum ist vom Tisch. Schütze lobte die EGW, ihr Schleusenbetrieb habe mittlerweile Vorbildcharakter in Sachsen.

Einstimmiges Votum zum Ersatzneubau der Kita Am Wasserturm (die LVZ berichtete): Bis 2019 soll eine 3,8 Millionen Euro teure Einrichtung an der Städtelner Straße entstehen, die alte Kita bis dahin weiter betrieben werden. Angesichts der langen, der europaweiten Ausschreibung geschuldeten Zeitschiene und dem hohen Bedarf an weiteren Plätzen wird im Rathaus über Alternativen nachgedacht. Vorbild könnte Leipzig sein, wo dank privater Investitionen kurzfristig mehrere Kitas gebaut werden konnten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2015
Ulrike Witt

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