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Markkleeberg Steigende Badelust bringt mehr Probleme an den Seen
Region Markkleeberg Steigende Badelust bringt mehr Probleme an den Seen
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06:00 10.08.2018
Die Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf (CDU) im Reigen des Arbeitskreises und der Bereitschafts- und Wasserschutzpolizei. Claus Mann (links) fordert eine bessere Zusammenarbeit und sofortige Strafen bei Verstößen. Quelle: Foto: Andre Kempner
Markkleeberg

Der CDU-Arbeitskreis für Innenpolitik im Landtag machte auf seiner Sommertour Station am Markkleeberger See, um sich vor Ort ein Bild über das gesamte Spektrum zum Thema Sicherheit zu machen. Bevor Kanuparkchef Christoph Kirsten Innenminister Roland Wöller (CDU) und seinen Tross durch die Anlage führte, stellte die Wasserschutzpolizei am Seeufer ihr neuestes Dienstboot vor.

Das Polizeistreifenboot, das im April auf dem Störmthaler See eingeweiht wurde, ist mit modernster Technik ausgestattet. „Es ist sehr gut motorisiert, schafft 32 Knoten, also rund 60 Stundenkilometer. Es ist sehr wendig, damit kommen wir auch überall zügig ans Ufer“, schwärmt Polizeiobermeister Christian Oelze. „Wir sind hellauf begeistert.“

„Für die Gewässer rund um Leipzig ist der sogenannte Abschnitt II der Wasserschutzpolizei Riesa zuständig. Sie ist mit Technik und Trailer auch am Polizeistandort Markleeberg am Poseidon vertreten“, erklärte Horst Schröder, Leiter des Präsidiums der Bereitschaftspolizei in Leipzig. Die Technik ist top, am Personal jedoch mangelt es. Der Bestand sei eine sportliche Herausforderung, gab Schröder zu. 43 Beamte tun derzeit landesweit ihren Dienst, 46 sollten es sein. „Die Zielstruktur sind 56 Beamte“, so Schröder. In Leipzig und im Südraum bestreifen täglich zwei Beamte rund 70 Quadratkilometer. Das sei aufgrund der Zunahme der Wasserflächen und der permanenten Weiterentwicklung an den Seen viel zu wenig. Perspektivisch sollten sieben Beamte im Einsatz sein, um allen Aufgaben gerecht zu werden. Nicht nur bei schönem Wetter, sondern auch bei Wind und Sturm gehörten dazu unter anderem die Überprüfung gewerblicher Boote, der Besatzungen, ihrer Patente oder der Kennzeichnungen. Was den einen oder anderen Anwesenden überraschte: Alkoholverstöße werden bei Bootsführern genauso streng geahndet wie im Straßenverkehr, die Bußgelder sind sogar bedeutend höher.

Nicht nur auf dem Wasser, sondern auch an den Ufern sind Kontrollen und Polizeiaufsicht nötig. „Der Kanupark ist natürlich unser Highlight, aber an den Strandbereichen haben wir eine riesengroße Not“, erklärte Claus Mann von der Entwicklungsgesellschaft für Gewerbe und Wohnen (EGW) und Seebetreiber. Große Gruppen, die nicht nur Müll hinterließen sondern sogar noch welchen mitbrächten, verbotenerweise Lagerfeuer und Grills entfachten, bereiteten Sorgen. Regelmäßig müssten Camper und von der naturschutzrechtlich gesperrten Insel geholt werden. „Wir haben in der 18. Woche Temperaturen über 25 Grad. Rund 300 000 Menschen haben in diesem Jahr schon den Markkleeberger See besucht“, so Mann. Die Badelust sei explodiert. Man versuche jeden Morgen, so gut es ginge, Sauberkeit und Ordnung zu schaffen, doch sei das kaum zu bewältigen. „Auch wir haben Personalprobleme und derzeit unverhältnismäßig viele Verstöße.“ Kontrollen dürften schon begleitet und beobachtet werden, dennoch müsse sich aus seiner Sicht die Zusammenarbeit mit der Polizei noch verbessern. „So hart es klingt: Verstöße müssten zur Abschreckung gleich bestraft werden“, fordert Mann. Sein Vorschlag: Ein weiterer Polizeistandort im Bereich der Auenhainer Bucht, wo die Infrastruktur die Verbindung Land und Wasser begünstige.

„Wir sind noch lernend, obwohl wir als Stadt seit dem Jahr 2000 am Cospudener See Erfahrungen sammeln“, gab Oliver Fritzsche, Landtagsabgeordneter und CDU-Stadtrat, zu. „Wir haben hier Lebensqualität pur, doch ist das kein Selbstläufer, man muss sich darum kümmern.“ Innenminister Roland Wöller versprach mit Blick auf die positive Entwicklung im Leipziger Neuseenland: „Schritt für Schritt werden wir im personellen als auch im technischen Bereich weiter investieren, um die Sicherheit auf den Gewässern auch zukünftig zu gewährleisten.“

Von Gislinde Redepenning

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