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Still sitzen für den bunten Drachen - Tattoo-Expo in Markkleeberg

Still sitzen für den bunten Drachen - Tattoo-Expo in Markkleeberg

Markkleeberg. Wer auf der Suche nach einem originellen Hautschmuck war, hatte am Wochenende die Qual der Wahl: Auf der Tattoo-Expo konnten Besucher mit 150 Tätowierern ins Gespräch kommen und sich auch gleich vor Ort mehr oder weniger bunte Motive auf die Haut bringen lassen.

Die Veranstaltung gilt als wichtiger Szene-Treff. Nach Angaben von Veranstalterin Steffi Schulz von der Eberswalder Agentur Event one kamen etwas über 10 000 Besucher.

Die Gunst der Stunde nutzte auch Sylvia Conrad aus Aue. Vor mittlerweile zwölf Jahren hatte sie sich ihre erste und bisher auch letzte Tätowierung machen lassen. „Da war ich gerade mal 16 Jahre alt. Doch der Adler von damals passt einfach nicht mehr zu mir.“ Eine Alternative zum mühsamen Entfernen der Körperbemalung ist das Anbringen eines neuen Motivs an der gleichen Stelle. Die junge Dame entschied sich für eine Rose.

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Markkleeberg. Wer auf der Suche nach einem originellen Hautschmuck war, hatte am Wochenende die Qual der Wahl: Auf der Tattoo-Expo konnten Besucher mit 150 Tätowierern ins Gespräch kommen und sich auch gleich vor Ort mehr oder weniger bunte Motive auf die Haut bringen lassen. Die Veranstaltung gilt als wichtiger Szene-Treff.

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 „Ich bin extra für dieses Motiv heute hergekommen“, verrät sie. „Bei uns in Aue gibt es zwar auch einige Tätowierer. Doch die haben extrem lange Wartezeiten. Ein Bekannter hat erst im März nächsten Jahres wieder freie Termine.“ Auf der Messe geht alles ganz schnell – auch wenn sich mancher trotzdem mit dem Tätowierer seiner Wahl fest verabredete. 

Die bunte Rose am Bein von Sylvia Conrad zeigt es deutlich: Der Trend in Sachen Körperverzierungen geht klar in Richtung Farbe und Fotorealismus. „Heute sollen Tattoos viel mehr ausdrücken, da werden oft ganze Geschichten erzählt“, weiß Tätowierer Tino Klingner aus Halle. Selbst Filmausschnitte landen auf diese Weise auf so manchem Rücken, Arm oder Bein. „Vor zehn Jahren sahen dagegen viele Motive noch vergleichsweise billig aus.“ Schlichte Symbole wolle jetzt kaum noch jemand haben. Tätowierer müssen deshalb ein großes künstlerisches Talent haben.

Eine Ausbildung für diesen Beruf gibt es jedoch nicht. Ganz im Gegenteil, ohne jegliche Einschränkungen könne jeder ein Gewerbe anmelden. „Die Branche wird immer größer. Leider sind da auch immer mehr Laien unterwegs“, bedauert ein Berliner Tätowierer, der sich nur kurz Klaus D. nennt. „In Österreich gibt es immerhin eine Sachkundeprüfung. Die haben wir hier nicht.“ Sein Tipp: Interessenten sollten sich auf jeden Fall möglichst viele Arbeiten des Tätowierers ihrer Wahl anschauen, bevor sie ihn an die Haut lassen.

Den Künstler seiner Wahl hat Robert Haase längst gefunden: Er ließ sich vom Japaner Horiryu einen riesigen bunten Drachen auf den Rücken bringen. „Seit zehn Jahren träume ich schon von so einem Motiv“, sagt der Dresdner. Tätowierer aus dem Land der aufgehenden Sonne könne man nun mal nicht in der Nachbarschaft treffen. Und so hat Haase viel Geduld mitgebracht: Für das furchterregende Fabeltier muss er sich zweimal fünf Stunden ruhig verhalten – und auch Schmerz ertragen. „Es gibt da ein paar Stellen auf dem Rücken, wo der Schmerz ganz schön böse ist“, gibt er zu. „Da muss man die Zähne zusammenbeißen.“ Warum soll es gerade ein japanischer Drache sein?

„Ich habe jahrelang asiatische Kampfsportarten trainiert, und mich fasziniert die Philosophie. Das will ich nun auch zeigen.“ Zum Tätowierer hat er großes Vertrauen. „Ich weiß ganz genau was in den Farben drin ist, denn ich bin Chemiker“, erzählt er. „Vorsichtig sollte man bei manchen russischen oder chinesischen Farben sein, die sind zum Teil bedenklich.“

Tattoos können durchaus auch als ungewöhnliche Urlaubserinnerung dienen. Linda Grajetzky aus dem Saalkreis trägt stolz einen rund 15 Zentimeter großen Eiffelturm auf dem Rücken. „Den habe ich mir später als bleibendes Andenken an einen schönen Urlaub anbringen lassen“, berichtet sie. „Vielleicht kommen ja später noch andere Städtewahrzeichen hinzu. Aber nicht heute.“

Nicht lange warten kann dagegen Matthias Richter. Der junge Mann aus Jena lässt sich fast jeden Monat ein neues Motiv stechen. „Bald ist kein Platz mehr auf der Haut“, schmunzelt er. Mit seinen vielen bunten Bildern geht er aber trotz aller Pracht nicht oft Sonnenbaden. „Die können dabei verblassen.“ Doch dieser Verzicht schütze gleichzeitig wirkungsvoll vor Sonnenbrand und hält die Haut jung. „So ein Tattoo kostet richtig Geld, das sollte auch entsprechend gepflegt werden.“

      

Bert Endruszeit

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