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Markkleeberg Störmthal: Alte Aufnahmen aus dem Schlossinneren gesucht
Region Markkleeberg Störmthal: Alte Aufnahmen aus dem Schlossinneren gesucht
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16:36 19.05.2015

Das Gerüst am neuen Schieferdach ist schon länger weg, das Wappen der Erbauerfamilie Friedrich Statz von Fullen am Giebel wurde nachgebildet, die ersten Fenster kamen vorige Woche ins Obergeschoss: Schlossherr Manfred Kolbe macht sichtbare Fortschritte mit der Sanierung.

Beim Seefest vor wenigen Tagen führte er Besuchergruppen durch das 1693 erbaute Herrenhaus, dessen Ursprünge nach seinen Recherchen weiter zurückreichen: "Im 13. und 14. Jahrhundert gab es an dieser Stelle eine Wasserburg", erzählt er. "Das Haus dürfte damit eines der ältesten Gebäude im Leipziger Land sein", meint der 59-jährige, der für die CDU im Bundestag sitzt. "Ich kandidiere aber im Herbst nicht mehr", so der Jurist, der nach seiner Politiker-Karriere wieder als Notar arbeiten möchte.

Bei der Sanierung fasse er selber mit an, so oft es geht, erzählt er und gesteht, Feuer gefangen zu haben für das alte Gemäuer. "Ich bin ja auch vorbelastet", schmunzelt er. Sein Vater sei Archäologe und Althistoriker gewesen, "und ich selber habe ein Faible für alte Gemäuer."

Die Liebhaberei ist auch nötig in einem Haus wie in Störmthal. Weil das Schloss nach der Wende fast zwei Jahrzehnte leer stand, habe es schweren Schaden genommen. Über drei Dachgauben sei Wasser eingedrungen, dann habe sich der Hausschwamm ausgebreitet. Folge: "Von den zwölf Dachstuhlsäulen war nur noch eine intakt", sagt er. Genauso die Balken, die bis auf wenige Ausnahmen angefault oder ganz marode gewesen seien. Glück sei gewesen, dass die Balken mit einem Maß von 30 mal 30 Zentimetern für das Haus überdimensioniert gewesen seien. "Dadurch hat's solange gehalten", ist sich Kolbe sicher. Ein Drittel der gesamten Holzkonstruktion habe er ganz erneuern müssen.

Im Gartensaal im Erdgeschoss zeigt Kolbe stolz die Wandgemälde, die unter zentimeterdicken Schichten aus Tapeten und Farben noch erhalten blieben. Allerdings seien einige Stuckstrukturen einfach abgeschlagen worden, die er nun mühevoll wiederherstellen müsse. Hinter Mauerwerk gefunden habe er zwei kunstvolle Gebilde aus Stuckmarmor, über die auch der Denkmalsschutz gestaunt habe. "Leider fehlen uns vom ganzen Haus Innenaufnahmen von der Zeit vor 1945", sagt er. Dabei sei die Familie wohlhabend gewesen, gebe es bestimmt Fotos, die ihm heute das Wiederherstellen etwa der alten Gemälde erleichtern würden, meint er und bittet um Hinweise dazu.

Den barocken Gartensaal will Kolbe spätestens im nächsten Jahr als Café eröffnen. Stück für Stück könnten dann weitere Räume im Erdgeschoss hinzukommen. Einziehen werde er in das Herrenhaus aber nicht mehr, sagt er. Die gewerbliche Nutzung müsse das Haus tragen, "Aber der Saal wird seinesgleichen suchen im Raum Leipzig", ist er sich sicher.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.06.2013

Jörg ter Vehn

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