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Störmthal: LAG-Brache weicht Feriendorf

Störmthal: LAG-Brache weicht Feriendorf

Großpösna. In Störmthal soll das inzwischen brachliegende Gelände der Landwirtschafts Aktiengesellschaft (LAG) Wachau-Störmthal beräumt und mit Einfamilien- sowie Ferienhäusern bebaut werden.

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Auf einer Fläche von sieben Hektar reihen sich nahe dem Schloss die inzwischen brach liegenden Stallungen und Hallen der LAG Wachau-Störmthal. Sie sollen abgerissen, mit der Bebauung Störmthal insgesamt revitalisiert werden.

Quelle: André Kempner

Das sieht ein städtebaulicher Rahmenplan vor, der am Dienstagabend in Störmthal diskutiert und vom Ortschaftsrat einstimmig bestätigt wurde.

Das Sportlerheim war zur Ortschaftsratssitzung gerammelt voll, die Diskussion um das Konzept der Seecon-Ingenieure wogte hin und her. Gut zweieinhalb Stunden währte die Sitzung, in der auch die Einwohner kein Blatt vor den Mund nahmen und ihre unterschiedlichen Vorstellungen zur Entwicklung ihres Dorfes vortrugen. Am Ende drehte sich – wie schon bei früheren Sitzungen in Störmthal – alles um die Frage, wie der zu erwartende Tourismus so schonend wie möglich für das Dorf gestaltet werden kann.

Denn mit Flutung des Sees, der zum Jahresende seinen Wasserstand erreicht haben wird, steigt der Nutzungsdruck. Das hat Folgen für Störmthal. 120 abgestellte Fahrzeuge am Tag zählte die Gemeinde Großpösna in diesem Jahr gleich mehrfach im Ort, Stellflächen dafür aber gibt es kaum. So sieht der städtebauliche Rahmenplan jetzt etwa 50 Parkplätze nahe dem neuen Aussichtspunkt vor, weitere 80 plus fünf für Busse südlich vom Teich unterhalb des Schlosses (vgl. Karte).

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Im Zentrum des Rahmenplans steht das u-förmige Schloss. Orangene Häuser sind Bestand, rote sind geplant, wie das Feriendorf an der Schleife.

Quelle: Jörg ter Vehn

Dort befinden sich derzeit ausgedehnte, aber nicht mehr genutzte landwirtschaftliche Anlagen der LAG: Schuppen, Ställe, Verwaltungsgebäude, Werkstätten. „Es ist alles geräumt worden im vorigen Jahr“, so Ortschaftsratsvorsitzende Doris Parentin. Dadurch gebe es die Möglichkeit, wirklich etwas zu verbessern im Ort. „Noch besser ist die Chance, weil wir auch einen potenten Investor haben, den wir kennen und auf den Verlass ist“, sagt sie. Die LAG hat mit der „Pension Völkerschlacht 1813“ in Wachau und mit der Eröffnung des Feriendorfs in Auenhain am Markkleeberger See bereits ihr unternehmerisches Profil auf den Tourismus ausgedehnt, plant nun auch in Störmthal ein Feriendorf mit einem guten Dutzend Häuser auf ihrem eigenen Land.

Nördlich davon soll auf dem insgesamt sieben Hektar großen LAG-Gelände im Südosten von Störmthal ein altgehegter Traum vieler Dorfbewohner wieder auferstehen: Die alte Allee und Sichtachse von der Konsumgasse zum Schloss könnte wieder hergestellt werden. Dazu müsse die bestehende Gemeindegasse gen Süden verschoben werden, erläuterte Bauamtschef Detlef Richter die Idee. Entlang der Straße wäre auch Platz für 10 bis 15 Einfamilienhäuser. Ebenso im Rahmenplan vorgesehen sei eine gewerbliche Nutzung für eine etwas dichtere Bebauung nahe der Dorfstraße. Dort könne eventuell der neue Kindergarten entstehen, auch eine Pension daneben sei möglich, erklärt er die Ideen. Die bestehenden Wohnhäuser entlang der Dorfstraße blieben erhalten.

Die Vorhaben seien mit dem Schlossinhaber und Bundestagsabgeordneten Manfred Kolbe und auch der LAG abgestimmt, so Richter. Ferienpark-Geschäftsführer Rene Kreutzmann bestätigte gestern die Pläne. „Wir wollen schrittweise vorgehen“, sagte er. Jetzt sei es erstmal wichtig, Planungsrecht herzustellen.

Im Januar soll als nächstes der Gemeinderat über den Rahmenplan abstimmen. Mit dessen Votum könnte die Verwaltung dann 2013 ein Bebauungsplanverfahren in Gang zu setzen, an dessen Ende Baurecht steht. Sorgen, dass Leipzig die Dorfentwicklung in Störmthal verhindern könnte, hat Richter nicht. Insgesamt brächten die Pläne eine Revitalisierung eines brachgefallenen landwirtschaftlichen Geländes, meinte er. Damit werde Störmthal maßvoll entwickelt.

Jörg ter Vehn

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