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Störmthaler See: "Ein grandioses Revier"

Störmthaler See: "Ein grandioses Revier"

Großpösna. Die Schiffbarkeit des Störmthaler Sees war gestern Gesprächsthema bei Staatssekretär Roland Werner und Jens Tusche, Vorsitzender des sächsischen Segler-Verbands.

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Staatssekretär Roland Werner (2.v.l.) begutachtet die Segel-Bedingungen auf dem Störmthaler See von einer Jolle aus.

Quelle: André Kempner

Sie trafen sich im Resort Lagovida, um von dort mit einer extra rangeschafften Jolle den See zu erkunden. Im Mittelpunkt des Ausflugs standen Überlegungen zu den zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten und den Rahmenbedingungen für Wassersportler.

Besonderes Augenmerk lag auf der engen Wasserstraße südlich von Güldengossa. "An der Stelle ist der See nur etwa 80 bis 100 Meter breit, wir wollten zeigen, dass ein Segelboot ohne Schwierigkeiten hier wenden kann, ohne anderen ins Gehege zu kommen", erklärte Tusche. Denn gerade um diese Passage gebe es derzeit die Diskussion, sie aus Naturschutzgründen für den Wassersportverkehr noch einzuengen oder ganz zu sperren. Für zukünftige Segler, die den Störmthaler See zu ihrem Revier machen wollen, würde das allerdings bedeuten, dass sie nur schwer zum Markkleeberger See kommen. Denn eine weitere Einengung hieße für sie, dass sie dann in der Passage nicht mehr wenden könnten. "Dann müssen das Segel runter und die Paddel raus", erläuterte Tusche. Er plädiert dafür, es bei der Breite für Wassersportler zu belassen, "auf der Elbe funktioniert das ja auch, und die ist stellenweise auch nicht breiter".

"Am Störmthaler See wurden durch den Freistaat verschiedene Maßnahmen unterstützt, um ihn nutzen zu können", machte Werner deutlich. Gerade im Neuseenland sei in den vergangen Jahren so viel neues entstanden, "dass Nutzungseinschränkungen stark überlegt sein müssen". Deshalb sei es wichtig, bei den Überlegungen immer Naturschutz und öffentliches Interesse in Einklang zu bringen. Dem passionierten Segler Werner liegt das Thema Schiffbarkeit der Seen deshalb besonders am Herzen. Aus diesem Grund will er sich auch dafür einsetzen, das Führerscheinrecht zu lockern. "Das ist in Sachsen am striktesten, doch andererseits sind die Bedingungen für die Nutzung der Seen am schwierigsten." Noch sind keine Segeljollen auf dem See unterwegs, doch das Interesse eines Sportvereins, eine Segelsparte dort anzusiedeln, ist groß.

Für ihn und Tusche ist klar, dass Sachsen ein Wassersportland wird, weshalb auch die Schifffahrtsverordnung liberalisiert werden solle. Derzeit laufe dafür ein Anhörungsverfahren. "Und der Störmthaler See ist ein grandioses Segelrevier", betonte Werner, der zusammen mit Jana Weißbach, Leiterin der Geschäftsstelle des sächsischen Segler-Verbands, die örtlichen Gegebenheiten von der Jolle aus erkundete. Dass ein gefahrenloses Segeln auch in der engen Passage möglich ist, wenn Gegenverkehr kommt, konnte gestern gleich ausprobiert werden: Die MS Wachau war zeitgleich mit der Jolle in dem Bereich unterwegs. Dennoch blieb genug Abstand zum Ufer, um die dortige Flora und Fauna nicht zu gefährden.

Werner will sich bei der Landesdirektion dafür stark machen, den Segelverkehr ohne Einschränkungen auf dem Störmthaler See zuzulassen. Natürlich müsse das Thema Schiffbarkeit sehr behutsam umgesetzt werden, doch die Seenlandschaft müsse für Wassersport nutzbar sein. In naher Zukunft solle es durch den Freistaat weitere Förderprogramme geben, um den Bootsverkehr zu unterstützen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.07.2014
Julia Tonne

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