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Markkleeberg Störstellen werden plötzlich teuer
Region Markkleeberg Störstellen werden plötzlich teuer
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15:16 19.05.2015
Störstellen wie diese in der Pleiße nahe dem Fotomuseum sollen beseitigt werden. Das Baurecht droht jedoch zu verfallen. Quelle: André Kempner

Genauso unklar, wie für die Beseitigung der Störstellen in der Pleiße, die als Vorbedingung einer Verbindung zum Markkleeberger See gesehen wird.

Dabei liegt nach einem aufwändigen Planfeststellungsverfahren seit 2009 dafür Baurecht vor. Das droht Ende nächsten Jahres zu verfallen. Mittwoch trafen sich Beteiligte der Tagebausanierung und berieten, wie damit verfahren werden soll. Es sei beschlossen worden, einen "begrenzten Kostenumfang" bereitzustellen, um die alte Planung zu überarbeiten und mit allen Beteiligten nach Möglichkeiten zu suchen, wie mit kleinen Leistungen begonnen werden könne, um das Baurecht nicht verfallen zu lassen, erklärte gestern Sprecherin Karin Franke von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV).

Hintergrund des Dilemmas sind geänderte Rahmenbedingungen des Freistaats. Im letzten Verwaltungsabkommen zur Tagebausanierung seien die Maßnahmen für den Gewässerverbund wegen ihrer großen Tragweite für die Region und der hohen Kosten für die Anlieger noch zu einhundert Prozent vom Freistaat getragen worden, erklärte Steffi Raatzsch vom Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig. Selbst die damals üblichen zehn Prozent Eigenanteil der Kommunen für die erweiterte Tagebausanierung seien dem Freistaat beim Gewässerverbund damals zu hoch erschienen. "Mit dem neuen Abkommen ab diesem Jahr werden nun volle 25 Prozent von uns fällig. Dieser Logik kann ich noch nicht ganz folgen", meint Raatzsch.

Welche konkreten Kosten beim Projekt "Störstellenbeseitigung in der Pleiße" inzwischen auf die Kommunen zukämen, ist noch unklar. Die Kostenschätzungen stammten ja aus dem Jahr 2008, meint Raatzsch. Gleichwohl sei Eile geboten, um das ebenfalls teure und aufwändige Planfeststellungsverfahren nicht wiederholen zu müssen.

Nach Schätzungen müssten Leipzig 250 000 Euro und Markkleeberg 200 000 Euro investieren, um die Pleiße durchgängig vom Connewitzer bis zum Agra-Wehr für Kanus und Boote nutzbar zu machen. Böschungen müssten angepasst, Flachstellen beseitigt, die Flusssohle auf einer Länge von insgesamt 1,3 Kilometern neu profiliert werden, erklärt Raatzsch.

"Der Freistaat hat die Spielregeln verändert, aber wir haben keine Haushaltsmittel dafür bereitstehen, auch nicht in der langfristigen Finanzplanung", erklärt Markkleeberger neuer Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Insgesamt sehe er durch den Sinneswandel den Gewässerverbund in Gefahr.

Er freue sich, dass der Harthkanal vor allem aus Gründen des Hochwasserschutzes nun umgesetzt werden soll. Allerdings habe die Wasserschlange zur Pleiße eine ähnliche Funktion für den Markkleeberger See. Denn bei den diesjährigen Starkregen im Juni habe der bisherige Ablauf des Sees, die Kleine Pleiße, leider gezeigt, dass sie nicht leistungsfähig genug sei. Dadurch seien am See große Schäden entstanden, glücklicherweise noch nicht am Kanupark. Die idyllische Kleine Pleiße sei aber nicht weiter ausbaubar, daher die Wasserschlange als Ablauf des Sees notwendig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.11.2013
Jörg ter Vehn

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