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Strandbad soll mit Rettungsschwimmer familientauglich werden

Stadtrat Markkleeberg Strandbad soll mit Rettungsschwimmer familientauglich werden

Auch wenn der Sommer gerade eine Pause einlegt, die Seen im Südraum sind ein Badeparadies. Allerdings eines, bei dem die Gefahr mitschwimmt. Denn bewachte Strände gibt es nicht. Die CDU-Fraktion im Markkleeberger Stadtrat will das ändern. Mit FDP-Kollegin Anja Jonas hat sie die Stadt und ihre Seebetreiber-Tochter EGW beauftragt zu prüfen, ob kurzfristig ein überwachter Bereich im Strandbad Markkleeberg-Ost eingerichtet werden kann.

Das beliebte Strandbad Markkleeberg-Ost wurde zum Saisonstart 2017 erst mit sechs neuen Buhnen und 3200 Tonnen Sand gesichert.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Auch wenn der Sommer gerade eine Pause einlegt, die Seen im Südraum sind ein Badeparadies. Allerdings eines, bei dem die Gefahr mitschwimmt. Denn bewachte Strände gibt es nicht. Die CDU-Fraktion im Markkleeberger Stadtrat will das ändern. Mit FDP-Kollegin Anja Jonas hat sie die Stadt und ihre Seebetreiber-Tochter EGW beauftragt zu prüfen, ob kurzfristig ein überwachter Bereich im Strandbad Markkleeberg-Ost eingerichtet werden kann.

„Markkleeberg hat sich in den letzten Jahren insbesondere durch die Seen weiterentwickelt. Gerade in den warmen Monaten sehen wir täglich eine hohe Besucherfrequenz. Es ist unsere Pflicht, uns mit diesem Thema auseinanderzusetzen“, erklärt der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes und Stadtrat Christian Funke. Mit der Sanierung des Strandbades Markkleeberg-Ost (die LVZ berichtete) biete sich jetzt die Chance, einen abgesperrten Bereich mit Rettungsschwimmern zu besetzen. „Damit könnten Familien endlich beruhigt mit ihren Kindern baden gehen“, meint er.

Der Vorfall von Anfang Juni auf dem Cospudener See habe gezeigt, dass die bloße Aufsichtspflicht nicht ausreicht. Zwei Mädchen, zehn und elf Jahre, trieben erschöpft und hilflos auf dem Wasser. Nur durch das beherzte Eingreifen einer Frau, die Rettungskräfte und Polizei alarmierte, konnten die stark unterkühlten Kinder gerettet werden. „Viele Schwimmer unterschätzen in offenen Gewässern die zurückgelegte Strecke und sind dann zu erschöpft, um wieder an den Strand zu gelangen“, weiß CDU-Stadtrat Mario Preller, selbst ausgebildeter Rettungsschwimmer und Notfallsanitäter.

Eine Unterkühlung sei ein lebensbedrohlicher Zustand und neben Erschöpfung der zweithäufigste Grund für tödliche Badeunfälle. Auf den Markkleeberger Seen kämen Gefahrenquellen wie Wasserpflanzen und Bootsverkehr hinzu. Preller führt die Statistik der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) an: Danach wurden 2015 bundesweit 673 Menschen vor dem Ertrinken bewahrt. In Sachsen rettete die DRK-Wasserwacht allein 24 Leute. „Das ist aber nur an bewachten Stränden möglich“, mahnt er. In Markkleeberg seien beide Organisationen präsent: das DRK mit einem Ortsverband, die DLRG mit Rettungsschwimmerkursen im neuen Sportbad.

Das Problem sind die Kosten, die müsste die Kommune tragen. Deshalb sagt Funke auch: „Uns ist bewusst, dass die Stadt nicht alle Seebereiche absichern kann. Dennoch sollten wir eine Möglichkeit fürs Baden unter professioneller Aufsicht schaffen.“ Und das am besten schnell für die Monate Juli, August und September. „Die Kurzfristigkeit ist uns bewusst, aber zumindest eine temporäre Überwachung an besucherstarken Wochenenden sollte gewährleistet werden. Unser Kernziel ist eine durchgängige Strandbewachung im Jahr 2018“, betont Funke. Die Konzeption dafür sollten Stadt und EGW in Abstimmung mit dem Stadtrat erarbeiten.

Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) sieht für eine kurzfristige Umsetzung nach Rücksprache mit dem EGW-Geschäftsführer keine Chance. „Erstens ist es nicht möglich, so schnell Personal zu bekommen. Zweitens braucht es bauliche Voraussetzungen. Ein Rettungsschwimmer kann nicht auf einem Handtuch am Strand sitzen. Ein Turm muss her oder ähnliches, des weiteren Lagerraum. Und nicht zuletzt sprechen versicherungsrechtliche Gründe gegen eine schnelle Umsetzung“, so Schütze. Es sei nicht möglich, temporär mal einen Rettungsschwimmer zu bestellen, weil gerade die Sonne scheint, „dafür müssen feste Zeiten definiert werden.“

Verwundert ist Schütze über den Zeitpunkt des Antrages: „Vor genau einem Jahr haben wir im strategischen Ausschuss genau diese Fragen diskutiert. Claus Mann hat damals die alte Konzeption aus dem Jahr 2008 vorgestellt samt Öffnungszeiten und Eintrittspreisen.“ Ergebnis seien Arbeitsaufträge wie die Umsetzung des Rauchverbotes gewesen. „Wir haben zu Saisonbeginn gerade erst neue Hinweisschilder am Strandbad aufgestellt“, erinnert Schütze. Bis Oktober soll nun die Konzeption einschließlich Finanzplan fortgeschrieben werden. Was ein bewachtes Strandbad kosten wird, könne er noch nicht beziffern. „Das ist eine Frage der Eintrittspreise. Fakt ist, wir werden den Zuschuss an die EGW erhöhen müssen“, betont der Rathauschef.

Von Ulrike Witt

Markkleeberger See 51.259240277412 12.413036743994
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