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Südraum-Macher: „Die Entwicklung muss weitergehen“

Verhandlungen zur Bergbausanierung Südraum-Macher: „Die Entwicklung muss weitergehen“

Ein gutes Dutzend Bundes- und Landtagsabgeordnete haben sich am Montag bei einer Fahrt durchs Leipziger Neuseenland über den Stand der Bergbausanierung informiert. Hintergrund: Wie berichtet, will der Bund ab 2018 kräftig sparen.

Viel erreicht, aber auch noch viel zu tun: Rolf Schlottmann vom Tagebausanierer LMBV erläutert hier am Zwenkauer See den Schleusenbau und das Wassermanagement.

Quelle: Kempner

Zwenkau/Grosspösna. Ein gutes Dutzend Bundes- und Landtagsabgeordnete haben sich am Montag bei einer Fahrt durchs Leipziger Neuseenland über den Stand der Bergbausanierung informiert. Eingeladen hatte die Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland mit Landrat Henry Graichen (CDU) an der Spitze. Das Ziel: Die Politiker angesichts der Verhandlungen für das 6. Bergbausanierungsabkommen zu sensibilisieren. Wie berichtet, will der Bund ab 2018 kräftig sparen.

Eine Station war die Harthkanal-Baustelle. „Ohne den Zwenkauer See und das Einlaufbauwerk Zitzschen wäre das Hochwasser 2013 für Leipzig und Halle nicht so glimpflich ausgegangen“, lautete die erste „Kernbotschaft“ von Professor Andreas Berkner, Chef des Regionalen Planungsverbandes Westsachsen. Um den Hochwasserspeicher und den Gewässerverbund mit dem Cospudener See zu vollenden, sei der Harthkanal zwingend. „Auch wenn die Kostenentwicklung dramatisch ist“, so Berkner.

Allein die im Februar abgeschlossene Baugrundvergütung habe rund 20 Millionen Euro gekostet, wie Rolf Schlottmann, Abteilungsleiter Planung Westsachsen beim Tagebausanierer LMBV, erklärte. Das bedeutet eine Verdopplung der ursprünglichen Summe. „Aber wir haben hier auch Synergieeffekte von Grundsanierung und touristischer Entwicklung wie nirgends sonst“, betonte Berkner.

Der Zwenkauer Bürgermeister Holger Schulz (CDU) wies die Politiker auf weitere Probleme hin, so die Sperrgebiete durch die Verklappung von Erdmassen im See und geogen belastete Böden, die die Erschließung des Nordufers sehr aufwendig und teuer machen werden. An die Adresse des Freistaats richtete er einen Appell: „Der Zwenkauer See ist seit knapp einem Jahr freigegeben, die Nutzung noch immer nur mit der befristeten Mastergenehmigung möglich. Wir brauchen endlich die Erklärung der Fertigstellung für die Schiffbarkeit. Das ist der Garant für private Investitionen, aber auch die Inwertsetzung öffentlicher Mittel. Die Entwicklung muss weitergehen“

Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) erinnerte an das steigende Grundwasser und die Vernässung der Neuen Harth. Schon jetzt seien 6,3 Hektar Wald verloren, weitere 7,5 Hektar stünden demnächst zur Abschreibung an. Wie berichtet, will der Bund die Mittel zur Gefahrenabwehr bei Grundwasseranstieg streichen, die Kommunen und Privateigentümer sozusagen im Wasser stehen lassen. Schütze forderte aber auch die Wiederherstellung von Wegebeziehungen und das Schlüsselprojekt Wasserschlange, die Verbindung zwischen Pleiße und Markkleeberger See, ein.

„Wir wollen kein Naherholungsgebiet sondern eine nationale und internationale touristische Destination. Die ist ohne eine komplette touristische und wassertouristische Infrastruktur nicht möglich“, betonte der Leipziger Bürgermeister und Sprecher des Grünen Rings, Heiko Rosenthal. Und ohne stabile Rahmenbedingungen und klare Kommunikation seitens der Behörden keine privaten Investitionen, machte IHK-Geschäftsführerin Rita Fleischer noch einmal klar.

Landrat Graichen erklärte, Leipzig und der Kreis arbeiteten eng bei der Wirtschaftsförderung zusammen. Bei den Alt-Liegenschaften der Industrie im Südraum habe oft die LMBV das Sagen. Bei der Besiedlung der Altflächen gebe es häufig Probleme mit der Beseitigung etwa von Altfundamenten, für das er sich klare Regelungen vom Freistaat erhoffe.

Einfache, klare Strukturen wünscht sich auch Rüdiger Pusch, Betreiber der Vineta und des Bistros am Störmthaler See. „Bei allem, was auf dem See schwimmt“, gebe es immer wieder Probleme mit den Genehmigungen, müsse er von einem Amt zum nächsten. „Auf der Müritz und in anderen Destinationen geht das doch auch“, wunderte er sich über sächsische Sonderregelungen. „Wir haben eben noch viele Nichtschwimmer hier “, sagte ein Planer am Rande.

Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) bat, den Weg der Inwertsetzung fortsetzen zu können – auch im Interesse der Investoren. Drei größere Vorhaben hat die 5000-Einwohner-Gemeinde noch am See zu stemmen: Strand Dreiskau-Muckern, Störmthaler Ufer, Magdeborner Halbinsel – selbst bei Förderung seien da die 25 Prozent Eigenbeteiligung viel Geld für die kleine Gemeinde.

Von Ulrike Witt/Jörg ter Vehn

Zwenkauer See 51.2401027158 12.333950267578
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