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Markkleeberg Surreal real – Matthias Steier im Weißen Haus
Region Markkleeberg Surreal real – Matthias Steier im Weißen Haus
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07:00 06.10.2016
„Jeder macht sich sein Bild vom Bild“: Bis zum 8. Januar sind die Arbeiten von Matthias Steier im Weißen Haus im Agra-Park zu sehen. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Mit der Eröffnung der vierten Kunstausstellung in diesem ersten Jahr im neuen Kulturtempel Weißes Haus setzt die Stadt Markkleeberg heute Abend wieder einen Akzent. Unter dem Titel „Zwischenwelten“ präsentiert der Maler Matthias Steier – in den Achtzigern Student von Professor Arno Rink an der HGB in Leipzig, danach rechte Hand von Werner Tübke beim Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen – einen Ausschnitt seines Schaffens.

„Wenn ich ein Bild beginne, ist das ein bisschen wie bei Magellans Suche nach den Gewürzinseln, die in der Umrundung der Welt endeten. Ich habe eine nebulöse Vorstellung, weiß aber noch nicht, wo ich ankomme“, erklärt Steier mit verschmitztem Lächeln. Der 57-Jährige schafft mit Pinsel und Farbe surreale Welten zwischen Gestern und Heute, die er mit etwas ganz Alltäglichem – wie einem Bügeleisen, einem Smartphone, einer Baustellenabsperrung oder einem Krankenwagen – erdet.

„Die Alltagsstories sind das Faszinierende an seinem Werk“, meint Kulturamtsleiter Falk Hartig. Er holte den gebürtigen Leipziger und Wahl-Eisenhüttenstädter Steier auf Empfehlung von Kunstsammler Bodo Pientka nach Markkleeberg und kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. „Ich habe mich sofort in seine Arbeiten verliebt. Die Präzision und die Farbgestaltung beeindrucken mich“, gesteht Hartig beim Rundgang in der ersten Etage.

In der Diele ist Steiers „Apfelperiode“ zu sehen. Der Künstler lacht: „Angefangen hat alles mit zwei Apfelhälften auf meinem Küchentisch in Eisenhüttenstadt.“ Die Frucht sei als künstlerisches Thema ergiebig. „Reichsapfel, Apfel der Erkenntnis – damit lässt sich einiges machen“, sagt er. Die „Spanischen Studien“, zarte Zeichnungen im Buchenzimmer, offenbaren seine Reiselust. Spanien, Italien, Südamerika – dort am liebsten Argentinien und Chile – sind Steiers Ziele auf der Suche nach „magischen Orten“ als Bühne für seine Geschichten. Die Lust an der Auseinandersetzung, am Duell symbolisiert der wütende Stier, der in vielen Bildern auftaucht. Auch im Rosenzimmer, dem Zentrum der Ausstellung, wo mehrere Werke fotografisch anmuten.

Erklären mag Steier seine Bilder nicht bis ins letzte Detail. „Wenn ich schlechte Laune habe, sind sie Farbe auf Leinwand. Habe ich gute Laune, bin ich gern bereit, den Betrachter zwei Schritte zu begleiten. Dann muss er sich aber allein zurechtfinden“, sagt er mit verschmitztem Lächeln. Er habe keine Botschaft, unterbreite nur ein visuelles Angebot. „Jeder macht sich sein Bild vom Bild“, sagt Steier mit Blick auf die Vernissage am heutigen Abend. Die beginnt um 19 Uhr. Danach ist die Ausstellung bis zum 8. Januar dienstags, mittwochs und donnerstags jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Noch ein Tipp: Wer ganz genau hinschaut, entdeckt den Maler auf einigen seiner Bilder oder besser Bühnen wieder.

Von Ulrike Witt

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