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Markkleeberg Svenja erwartet wie viele seltene Vögel im Tagebau Nachwuchs
Region Markkleeberg Svenja erwartet wie viele seltene Vögel im Tagebau Nachwuchs
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14:21 19.05.2015

Neben seltenen Vögeln kreuzte diesmal auch ein verspäteter Osterhase den Weg der Besucher.

Die Ökostation Borna-Birkenhain mit den beiden Betreuern Harald Krug und Annett Bellmann sowie das Bergbauunternehmen Mibrag hatten zu dem Ausflug in den Tagebau geladen. Zweimal jährlich finden seit 2007 Führungen für geladene Gäste durch die Liegendwasserhaltung statt, die sich dank ihrer Abgeschiedenheit zu einem Paradies für seltene Arten entwickelt hat.So entdeckte Jonas, 10, als erster eine Schwarzkopfmöwe. Er nahm mit Nelly (9) und ihren beiden Großvätern Helmut und Erhard Jantsch samt Stift und Fernrohr an der Exkursion teil. Krug erzählte: "Bis vor Kurzem hatten wir diese Möwen auch am Zwenkauer See, aber seit der Flut sind sie weg." Einer, der es wissen musste, war ebenfalls auf der Tour dabei: Swidbert Scholz, Skipper der MS Santa Barbara vom Zwenkauer See, schaute sich ebenfalls die besondere Natur in der Landschaft auf Zeit an. "Da ist Svenja", riefen Jonas und Nelly. Die fernsehbekannte Singschwandame, Heldin auch etlicher LVZ-Geschichten, ist inzwischen samt Partner Nils zurückgekehrt in den Tagebau. Sie saß stolz auf einem großen Nest mitten im Schilf, näherte sich zwar auf Lockrufe von Krug, ging aber nicht allzuweit weg vom Gehege. Dort sei auf Fotos "mindestens ein Ei" zu sehen, erzählte Krug gestern nach einer ersten Auswertung. Wie berichtet, hatte Krug die Singschwänin beschafft, um für den damaligen Junggesellen Nils eine Partnerin zu finden. Das Rezept ging auf, Krug hat inzwischen in froher Erwartung Kontakt aufgenommen zur Beringungsstelle... Erhaben zogen Rohrweihen über die Köpfe der Besucher hinweg. "Wir haben mindestens vier Brutpaare hier", erklärte Krug. Die Nester bekamen die Gäste aber nicht zu Gesicht. "Die sind gut versteckt mitten im Schilf", sagte Krug. Auch die Große Rohrdommel, die in Peres nistet, hörten die Gäste nur. Ihr Nest sei selbst für Fachleute mitunter schwer zu finden, so der Naturfachmann. Mit reichlich Nachwuchs gut sichtbar auf den Gewässern unterwegs waren hingegen Nil- und Graugänse. Flussregenpfeifer konnte Krug noch den Gästen zeigen, verschiedene Entenarten, Blaukehlchen, Blessrallen, Kraniche und Reiher. "Ich bin zufrieden", meinte er hinterher. Höhepunkt zum Schluss war ein Turmfalkenjunges. Das saß hoch oben auf dem Bagger des Kohlemisch- und Stapelplatzes, wo vor ein paar Jahren zwei Nistkästen für die Tiere angebracht worden waren. "Seitdem wurde dort jedes Jahr gebrütet", so Krug. Die Tiere gewöhnten sich an die besondere Situation zwischen Kohle und Krach. Und fast schon passend zur Jahreszeit hoppelte in Fernglasnähe noch ein Hase über den Weg.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.04.2014
Jörg ter Vehn

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