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Markkleeberg Syrer droht in Zwenkau mit Hungerstreik
Region Markkleeberg Syrer droht in Zwenkau mit Hungerstreik
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10:50 11.10.2017
Im Zwenkauer Rathaus ist das Schicksal des Syrers bekannt. Quelle: André Kempner
Zwenkau

Ein in Zwenkau lebender syrischer Bürgerkriegsflüchtling hat mit der Ankündigung, in den Hungerstreik treten zu wollen, Anfang der Woche für Aufregung gesorgt. Der Mann, der Ende 30 sein soll, wollte damit offenbar den Familiennachzug erzwingen.

Ein ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer aus Leipzig hatte die LVZ informiert. Demnach besitzt der Syrer seit einem Jahr das Recht auf Familienzusammenführung. Dies werde von den Behörden aber absichtlich verzögert, so der Vorwurf, so dass seine Familie existenziell gefährdet sei. Die Ehefrau und zwei Kinder lebten seit anderthalb Jahren in Griechenland ohne jegliche Perspektive, die Situation sei für die Frau nicht mehr händelbar. Inzwischen seien auch die Pässe abgelaufen, eine Verlängerung nur persönlich in Berlin oder Sofia möglich. Wie der Flüchtlingshelfer berichtet, habe ihm die deutsche Botschaft in Athen, mit der er mehrfach Kontakt hatte, den Fall so bestätigt. Der Syrer sei mittlerweile ohne Hoffnung, sehe den Hungerstreik als letztes Mittel, seine Familie zu retten.

Vor Ort in Zwenkau kümmern sich die Stadtverwaltung und die Flüchtlingsinitiative „Zwenkau ist bunt“ um den Mann. Aus dem Rathaus ist bekannt, dass der Syrer eine Anerkennung für zwei Jahre besitzt. Er sei ein ganz normaler Bürger, der in Zwenkau offiziell gemeldet ist und in einer Wohnung lebt. Sein Schicksal wäre erst vor zehn Tagen beim Integrationsfest im Kulturkino bekannt geworden, wo er mit einem Landsmann ins Gespräch kam. Seither bestehe Kontakt. Heidemarie Lüth, Vorsitzende der Initiative „Zwenkau ist bunt“ und ehemaliges Bundestagsmitglied der Linken, erklärte gestern am Telefon: „Ich wusste von seinen Plänen. Er hat mir aber am Montag bei einem persönlichen Gespräch in die Hand versprochen, dass er bis zu meiner Rückkehr aus dem Urlaub am 18. Oktober nichts unternehmen wird.“ Ein Hungerstreik bringe seiner Familie nichts, gefährde diese vielmehr, wenn es ihm auch schlecht geht, meinte sie. Die Initiative werde sich intensiv mit dem Fall auseinandersetzen, versprach Lüth.

Gestern Nachmittag dann Erleichterung: „Er wird nicht in den Hungerstreik treten“, informierte ein leitender Rathausmitarbeiter, der den Syrer zuhause besucht und ihm ebenfalls Unterstützung zugesagt hat. Aber auch betonte, dass die Stadt keine Genehmigungsbehörde sei.

Von Ulrike Witt

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