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Markkleeberg TSG-Chef Leipnitz: „Rathaus kommt seiner Sorgfaltspflicht nicht nach“
Region Markkleeberg TSG-Chef Leipnitz: „Rathaus kommt seiner Sorgfaltspflicht nicht nach“
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07:00 01.12.2017
Die Leichtathleten wünschen sich eine moderne Tribüne, wie sie hier im Mittweidaer Stadion steht, für den Platz 2 im Sportpark „Camillo Ugi“. Quelle: Foto: Ingenieurbüro Lochschmidt
Markkleeberg

Im Sportpark „Camillo Ugi“ brennt die Luft. Seit über drei Wochen wartet die TSG Markkleeberg, dass die Stadt endlich eine Lösung für ihre Sprungmatten findet. Wie berichtet, konnten die wegen der Baufälligkeit der Süßschen Villa bislang nicht winterfest eingelagert werden.

„Nach Dauerregen am letzten Wochenende sind die Matten wie ein Schwamm vollgesogen. Wenn jetzt der Frost reinkommt, sind die nächstes Jahr hin“, schimpfte TSG-Präsident Rainer Leipnitz Anfang der Woche nach einem Telefonat mit Thomas Wales, im Rathaus zuständig für Kitas, Schulen und Sport. Dann habe der Verein zwar neue Ständer und eine neue Plane für die Stabhochsprunganlage – beides hat die Stadt erst dieses Jahr angeschafft – aber keine Matten mehr. „Das Rathaus kommt seiner Sorgfaltspflicht nicht nach. Die Anlage und die Geräte sind Eigentum der Stadt nicht unseres“, betonte Leipnitz.

Dabei schien die Lösung Anfang November nach einem Termin im Rathaus mit Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) und Stadträten zum Greifen nah. „Die Matten sollten über den Winter in der ehemaligen Berufsschulturnhalle an der Raschwitzer Straße untergebracht werden“, berichtete Leip-nitz. Als Problem entpuppte sich der Transport. „Das muss mir mal einer erklären, was daran so kompliziert ist. Der städtische Bauhof, das Grünflächenamt, die haben doch Fahrzeuge, die dafür geeignet sind“, meinte der TSG-Chef. Das Fass zum Überlaufen brachte diese Woche die Nachricht, dass der Verein auch noch das alte Kassenhäuschen im Sportpark räumen muss. Dort soll die Werkstatt interimsmäßig einziehen.

Vollendete Tatsachen, die fürchtet Leipnitz auch hinsichtlich des angekündigten Sportstättenkonzeptes. Dabei hat die TSG konkrete Pläne. „Wir möchten eine überdachte Tribüne auf dem Platz 2“, erklärte er. Und nicht irgendeine. Bei einem Wettkampf in Mittweida hätten die Leichtathleten eine passende gesehen: am Hang gebaut, überdacht mit Sitzplätzen, Umkleiden, WCs, Vereins- und befahrbaren Geräteräumen auf zwei Etagen. Rund 3,5 Millionen Euro habe die vom Ingenieurbüro Lochschmidt geplante und gebaute Tribüne gekostet. „Da bei uns der Hang nicht erst modelliert werden müsste, kämen wir sogar wesentlich günstiger. Und das Gebäude würde die Süßsche Villa und das Kassenhäuschen am Hang - beides ist abrissreif - ersetzen“, schwärmte Leipnitz.

Indes, sein Optimismus ist gebremst: Der Vorschlag sei von Schütze und den Stadträten mit Interesse zur Kenntnis genommen worden, ebenso die gewünschte Verschiebung des von den Kickers genutzten Platz 3 in Richtung Westen zugunsten der Wurfanlage dahinter. „Mehr aber auch nicht. Vielmehr ist von Jahresscheiben die Rede gewesen, von 10 bis 15 Jahren Planungsvorlauf“, erzählte Leipnitz kurz vor der Abfahrt in den langen Weihnachtsurlaub frustriert. Wann das nächste Gespräch im Rathaus dazu stattfindet, sei noch offen.

Inzwischen hat Wales, wie TSG-Vizepräsident Michael Kühn informierte, zugesichert, dass die Stabhochsprungmatten spätestens am heutigen Freitag in die alte Berufsschulturnhalle gefahren werden.

Von Ulrike Witt

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