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Markkleeberg Tagebausanierer sehen Probleme bei Fertigstellung des Zwenkauer Sees
Region Markkleeberg Tagebausanierer sehen Probleme bei Fertigstellung des Zwenkauer Sees
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10:01 05.03.2019
Fertigstellung für allgemeine Schifffahrt ungewiss: der Cospudener (oben) und der Zwenkauer See (unten) mit dem Harthkanal, der ab Herbst gebaut werden soll. Quelle: Foto: LMBV
Leipzig

Zwischen nutzbar und fertig machen Behörden mitunter einen feinen Unterschied. Spürbar wird der bei den Tagebauseen rund um Leipzig. Obwohl sie inzwischen alle intensiv genutzt werden, sind sie noch lange nicht im Sinne des Sächsischen Wassergesetzes fertiggestellt. Wichtig wäre das vor allem für die allgemeine Schiffbarkeit.

Laut Gesetz sind die vier an Leipzig angrenzenden Tagebaugewässer Cospudener, Zwenkauer, Markkleeberger und Störmthaler See sowie die beiden dazugehörigen Kanäle allgemein schiffbar. Das Gesetz erlaubt für sie Fahrgastschiffe sowie Sportboote mit und ohne Motor. Diese tummeln sich zwar schon jetzt auf den Gewässern – aber die motorisierten nur mit mehr oder weniger aufwändigen und begrenzten Genehmigungen der örtlichen Behörden. Bei einer allgemeinen Schiffbarkeit entfielen diese. Voraussetzung laut Gesetz: Der Freistaat muss die Fertigstellung der Seen feststellen.

Viele Fragen schon geklärt

Zur Wassersportmesse „Beach & Boat 2019“ legte die dafür zuständige Landesdirektion nun eine Übersicht zum Stand der Verfahren vor. Danach sind zum Beispiel die Fragen zu Standsicherheit, Gewässerausbau und Lärmschutz beim Markkleeberger See, dem Störmthaler See und dem dortigen Überleiter geklärt und keine Beschränkungen erforderlich. Die Naturschutzgutachten zu den beiden Seen seien im Dezember fertig geworden, bis März würden die Rückläufe der Naturschutzbehörden zu möglichen Beschränkungen erwartet. Diese würden dann als nächstes in der Allgemeinverfügung berücksichtigt, die die Fertigstellung reglementiert.

Beim Cospudener See und dem Harthkanal als Verbindung zum Zwenkauer See ruht das Verfahren, da sich der Kanal im Bau befindet. Wie berichtet, befürchten die Tagebausanierer der LMBV starke Setzungserscheinungen des dortigen losen Kippenbodens, hatten daher schon 2016 Berge von Material auf das Gelände aufgetragen, um ein schnelleres Setzen des Baugrundes zu ermöglichen. Erst in diesem Monat soll damit begonnen werden, die sogenannte Auflastschüttung abzutragen. Ab Herbst wird mit vorbereitenden regulären Kanalbauarbeiten gerechnet. Aktuell lässt die Landesdirektion Gutachten zu Umweltfragen zu beiden Gewässern erstellen.

Zustimmung der Tagebausanierer fehlt

Alle diese Schritte sind laut Behörde für den Zwenkauer See bereits abgeschlossen, selbst ein Entwurf der Allgemeinverfügung liegt vor, ist mit den Beteiligten abgestimmt. Nur die LMBV müsse noch zustimmen, so die Landesdirektion.

Tut sie aber nicht.

Die Flächen am See gehörten mehrheitlich der LMBV, stünden noch unter Bergrecht, erklärt Sprecher Uwe Steinhuber. Einige berg- und wasserrechtliche Verpflichtungen der LMBV seien noch umzusetzen, „die aus Sicht der LMBV Vorrang vor einer touristischen Nutzung haben und einer Nutzung durch jedermann entgegenstehen“, so Steinhuber, der nicht konkreter wird. Im Rahmen der Anhörung habe die LMBV ihre Bedenken geäußert, seitdem sei das Verfahren auf ruhend gestellt.

Standsicherheit offenbar problematisch

Nach LVZ-Informationen dreht es sich dabei vor allem um Fragen zur Standsicherheit der Nordböschung. Da noch ein Meter zum Endwasserstand fehlt – der bewusst wegen des Kanalbaus nicht eingelassen wird – kann das Ganze noch dauern. Zumal die LMBV intern angedeutet hat, nach Erreichen des Endwasserstandes noch zwei Jahre die Setzungen abwarten zu wollen. Das wäre nach aktuellem Stand dann 2024. Wenn der LMBV nicht noch einfällt, lieber auch die zwei Meter höher liegende Hochwasserlamelle noch testen zu wollen. Dann wäre der See erst zwei Jahre nach dem nächsten Jahrhunderthochwasser fertig. Also 2115.

Von Jörg ter Vehn

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