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Markkleeberg Taufglocke stammt aus dem Jahr 1400
Region Markkleeberg Taufglocke stammt aus dem Jahr 1400
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17:12 21.12.2009
In der Adventszeit leuchtet auch an der Tellschützer Kirche weithin sichtbar ein Stern. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Der spätgotische Turm mit Spitzbogenportal ist geradlinig, schlicht. Ganz anders als die Schwesterkirchen in Großdalzig, Wiederau und Zwenkau. Allesamt im Zeitalter des Barock entstanden. Eine erste Sanierung der heutigen Tellschützer Dorfkirche soll es bereits 1765 gegeben haben. Das Kirchenschiff war baufällig und drohte einzustürzen. „Aus dieser Zeit stammt auch die spätbarocke Ausmalung im Inneren, die bei den letzten Baumaßnahmen Mitte der 90er Jahre lediglich punktuell ergänzt werden musste“, wie Pfarrerin Barbara Hüneburg weiß. Besonders wertvoll sind jedoch die Bronzeglocken, die 1400 (Taufglocke), 1456 und 1478 gegossen wurden. Auf der großen ist Maria als Himmelskönigin dargestellt, die mittlere und kleine tragen jeweils die Aufschrift „Hilf Gott. Maria“.Dass die Glocken die beiden Weltkriege überdauert haben, scheint vielen bis dato wie ein Wunder. Denn allein in Sachsen wurden etwa 1500 Bronzegeläute auf Geheiß von Reichsmarschall Hermann Göring ab 1940 beschlagnahmt und zerstört. Aus ihnen fertigte man Geschossmäntel und Patronenhülsen. Andere, historisch und musikalisch bedeutsamere, landeten auf Drängen der Bischöfe auf „Glockenfriedhöfen“. Ein Großteil kam erst in den 50er Jahren zurück in ihre Heimatgemeinden. So auch nach Tellschütz.Zwischen 1993 und 1997 wurde die Kirche saniert: Der Turm und das Dach des Schiffes neu gedeckt, die Turmuhr, die Fassade, die Eingangstüren, die Fenster und der Innenraum mit Altar, Emporen und Bänken denkmalgerecht überarbeitet.Auf althergebrachte Weise, per Hand wurden indes noch bis 2006 die Glocken geläutet. Nach einer umfangreichen Rekonstruktion des maroden Glockenstuhls und der Überarbeitung der mittleren Glocke konnte schließlich auf elektrischen Betrieb umgestellt werden.Heute ist die Kirchgemeinde Tellschütz die kleinste im Kirchenbezirk Leipzig. Von rund 125 Einwohnern des 1993 nach Zwenkau eingemeindeten Ortes, sind 55 evangelischen Glaubens und stolz die kirchliche Eigenständigkeit bewahrt zu haben. „Zum Glück gibt es im Dorf ganz liebe, engagierte Menschen, die sich ehrenamtlich um die Erhaltung der Kirche und des Friedhofs kümmern“, lobt Pfarrerin Hüneburg ihre Tellschützer.

Ulrike Witt

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