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Markkleeberg Tausende kommen zum Fischerfest
Region Markkleeberg Tausende kommen zum Fischerfest
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17:08 18.09.2017
Beim Fischerfest am Markkleeberger See zeigt Fischer Jürgen Etzold zeigt Nicolle Just, ihrem Mann Daniel Böhme sowie den Kindern Fynn und Pauline einen Stöhr. Quelle: Foto: André Kempner
Markkleeberg

Flanieren, fischen, feiern – all das und noch viel mehr konnten Besucher an der Seepromenade am Markkleeberger See. Dort erlebte das beliebte Fischerfest am Wochenende seine 11. Auflage. Und wie schon die Jahre zuvor, schauten auch in diesem Jahr wieder Tausende vorbei.

Treue Fans wissen: Wenn der Leipziger Anglerverband und die Wermsdorfer Fisch GmbH ein zünftiges Fest organisieren, können wir uns auf ein buntes Programm freuen. Spaziergänger, die zufällig über die Seepromenade bummelten, ließen sich von dem regen Treiben rund um die Welt der Schuppentiere schnell mitreißen. Was fiel zuerst ins Auge? Viel Fisch. Zappelnd in großen Netzen; aus eigener Zucht mitgebracht von Fischereimeister Jürgen Etzold. Ein 80 Zentimeter langer Stör sorgte für Hingucker bei Nachwuchsangler Fynn (10) und seiner Schwester Pauline (7). Der Schüler ist im Markkleeberger Angelverein „Oetzsch 74-90“ organisiert. „Ich habe schon im Hellerteich in Kleinpösna und im Liebertwolkwitzer Staubecken geangelt“, sagte er. Ein Stör habe allerdings noch nicht an seiner Angel gehangen. Noch viel mehr zu Staunen gab es wenig später, als die mehrere 100 Meter langen Stellnetze eingeholt wurden. Freitagabend hatte sie Fischereimeister Jürgen Etzold in Tiefen von zehn bis 20 Metern aufgebaut. Nun warteten die Besucher gespannt auf das Ergebnis. Ob auch diesmal ein großer Hecht im Netz war? Ein stattliches Exemplar von 1,20 Meter Länge hatte vergangenes Jahr für Aufsehen gesorgt. Nun, ein Hecht war diesmal nicht dabei. Aber jede Menge kleine und große Maränen. Schließlich sind sie ja auch die Hauptbewohner im Markkleeberger See. Die kleinen vermehren sich selbst, die großen werden nachgesetzt. Am frühen Sonnabendnachmittag hatte Etzold schon rund 100 Stück herausgeholt. „Wieviele ins Netz gehen, hängt auch immer von der Windrichtung ab“, so der Fachmann. Wie alt eine Maräne werden kann, interessierte besonders die Jüngsten. „Im Durchschnitt zwei bis drei Jahre; aber es gibt auch einige, die vier und fünf Jahr alt werden“, so Etzold. Für den leidenschaftlichen Fischer sei es immer wieder schön, das Interesse der Besucher zu erleben.

Mindestens so umringt wie der Neukieritzscher Berufsfischer, waren auch die Mitglieder vom Anglerverband Leipzig. Mit Spielen und Wissenstests wurden die Wassertiere den kleinen und großen Festbesuchern vorgestellt. Auf einer Schautafel präsentierten sie jene Schuppentiere, die in sächsischen Gewässern vorkommen: Hecht, Wels, Karpfen, Barsch oder Schleie… Noch viel mehr über die Wassertiere könne man in der „Leipziger Fischwelt“ erfahren, machte Jugendwart Mike Grunert auf das neue Bildungs- und Informationszentrum für Angeln, Fische und Gewässer in Engelsdorf aufmerksam. Ein Anlaufpunkt für jeden Interessierten. Auch Schulklassen und Hortgruppen, kommen immer öfters.

Was wäre ein maritimes Fest ohne Leckereien? Auch in diesem Jahr war die zweitägige Sause wieder ein Fest, das durch den Magen ging. Ob geräuchert, gebacken oder gegrillt; ob in der Suppe, Pfanne oder zwischen zwei Brothälften – um Absatz mussten sich die Fischverkäufer nicht sorgen. Immer wieder gern probiert: geräucherter Fisch.

Mehr über das Räuchern war von Kerstin Fliegel zu erfahren. Es dauere im Durchschnitt 80 Minuten. Das hänge von der Luftfeuchtigkeit ab. Generell müsse ein Fisch vor dem Räuchern schön trocken sein, sonst würde er nämlich vom Spieß fallen, so die Wermsdorfer Fachfrau. Schön trocken? Wenn das die Wassertiere wüssten!

Von Ingrid Hildebrandt

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