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Markkleeberg Teilauto will Markkleeberg erobern
Region Markkleeberg Teilauto will Markkleeberg erobern
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19:17 29.04.2010
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Markkleeberg

Doch das Interesse der Markkleeberger ist bislang verhalten.

In den nächsten Monaten soll der Platz gegenüber der Rathausgalerie umgestaltet werden (die LVZ berichtete). Für Michael Creutzer, Geschäftsführer des Carsharing-Anbieters Teilauto, der richtige Zeitpunkt, um über die Zukunft seiner (Mini-)Flotte nachzudenken. Denn die hat genau dort ihren Standort – aber nicht mehr lange. Wie die Stadt gestern informierte, muss das Grundstück nach dem Stadtfest geräumt werden.

„Wir sind mit der Resonanz in Markkleeberg nicht zufrieden. Unser roter Renault Clio steht mehr, als er fährt, und kostet damit auch weit mehr, als er einbringt“, erklärt Creutzer. „Angelockt“ von einer Handvoll Interessenten stagniere die Entwicklung bei 30 Nutzern, was einer Auslastung von fünf bis zehn Prozent im Monat entspreche. Den Grund kennt Creutzer: „Unser Fehler war, dass wir den Standort Markkleeberg als einen Ableger von Leipzig betrachtet haben. Das ist er aber nicht.“ Zudem sei Teilauto in der knapp 24 000 Einwohner zählenden Stadt nicht breit genug aufgestellt. „Potenziellen Kunden fehlt die Palette, wie wir sie in Leipzig vom PKW bis zum Transporter mit insgesamt 115 Fahrzeugen an 62 Standorten anbieten können“, sagt Creutzer. Ein weiteres Manko sei die Konzentration auf einen Platz. Drei bis vier Standorte hält Creutzer auch in Anbetracht der Bevölkerungsstruktur durchaus für tragfähig. Denn der durchschnittliche Carsharer sei zwischen 30 und 45 Jahren, gebildet, verdiene überdurchschnittlich, wohne zentrumsnah und das Auto betrachte er nicht als Statussymbol, sondern als Fortbewegungs- und Transportmittel.

Um seine „Zielgruppe“ zu erreichen, will Creutzer jetzt in die Offensive gehen. Vor allem sucht er intensiv nach einem Alternativstandort in Markkleeberg-Mitte. Wichtige Bedingung: die Nähe zum öffentlichen Personennahverkehr, also Straßenbahn und Zug. Des Weiteren liebäugelt Creutzer mit Stellflächen am Forsthaus Raschwitz und den neuen, dezentralen Wohngebieten. Damit „Umsteiger“ künftig einen Ansprechpartner vor Ort finden, möchte der Teilauto-Chef mit einem Reisebüro eine Kooperation als Carsharing-Vertriebsstelle eingehen.

Und dann hat er noch einen ganz kühnen Plan: „Die Stadt könnte doch, statt Fahrzeuge für den dienstlichen Gebrauch zu leasen, unsere nutzen. Das macht ökonomisch wie ökologisch Sinn.“

Ulrike Witt

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