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Markkleeberg Toilettenkonzept für den Leipziger Südraum jetzt in Arbeit
Region Markkleeberg Toilettenkonzept für den Leipziger Südraum jetzt in Arbeit
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11:06 29.06.2016
Eines von wenigen: Am Zwenkauer See steht dieses Container-WC. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Es sind die dringenden, allzu menschlichen Probleme, derer sich jetzt das Kommunale Forum annehmen will. Die Verbandsversammlung beschloss diese Woche einstimmig, ein Konzept für Toiletten- und Servicestationen für den Südraum Leipzig erstellen zu lassen.

Jeder, der im Südraum an den Seen schon einmal unterwegs war, kennt das Problem: Abseits der touristischen Highlights sollten Blase und Darm besser nicht drücken – denn der Weg zur Erleichterung ist dann mitunter sehr weit. Manchen auch zu weit, was wiederum im Nachgang dann die Städte und Gemeinden zu spüren bekommen.

„Das Problem stellt die Kommunen zunehmend vor die Herausforderung, gesonderte Aufwendungen zur Sauberhaltung der Landschaft aufzubringen“, konstatierte der Zweckverband jetzt in der Begründung für seinen Beschluss, Abhilfe schaffen zu wollen. Gespräche und Abstimmungen mit Vertretern von Tourismusverbänden, Einrichtungen der Regionalplanung und Regionalentwicklung, aber auch mit Gästeführern hätten die Notwendigkeit des Vorhabens bestätigt.

Ein Standortkonzept für Toiletten- und Servicestationen soll nun her. Ein in der Region und gerade rund um die Seen bekanntes Ingenieurbüro soll es erarbeiten, knapp 26 000 Euro dafür erhalten. Die Sache klingt allerdings einfacher, als es im Detail wohl ist, wie die Diskussion der Bürgermeister in dem Zweckverband zeigte.

Es gehe um universell einsetzbare Trockentoiletten, erläuterte der Markkleeberger OBM Karsten Schütze (SPD) in Vertretung der Verbandschefin Simone Luedtke. Das Wesen des Auftrages sei es gerade, auch weitab jeder Erschließung diese Toiletten aufstellen zu können. Auch Vorschläge zur Bewirtschaftung der kleinen „Bedürfnisanstalten“ und eine Übersicht der zu erwartenden Kosten seien in dem Auftrag enthalten.

Zwenkaus Stadtchef Holger Schulz (CDU) sorgte sich vor allem, ob denn auch nach der Genehmigungsfähigkeit der kleinen Bauwerke an den denkbaren Standorten geschaut werde. „Immerhin sprechen wir hier über den Bau in Außenbereichen. Da ist es immer schwierig mit den Genehmigungen, und die Toiletten gehören meines Wissens nicht zu den privilegierten Bauvorhaben.“

Tatsächlich verlange der Landkreis als zuständige Bauaufsichtsbehörde sehr oft nach eigenen Bebauungsplänen auch für kleine Bauwerke im Außenbereich, erläuterte Steffi Raatzsch von der Geschäftsstelle des Verbandes.

Schulz konnte das nur bestätigen. Sehr stringent nach dem Baugesetzbuch gehe das Bauordnungsamt des Kreises an den Seen vor. Allerdings frage er sich, ob denn in diesem Fall eine solche Auslegung nicht wirklich an den Bedürfnissen der Bürger vorbeigehe.

Daniel Strobel von der Gemeinde Großpösna hofft dabei nun auf Landrat Henry Graichen (CDU). Im Arbeitskreis der Seenbetreiber hätten sie unlängst mit ihm darüber gesprochen. „Der Landrat hat das Problem schon erkannt“, sagte Strobel. Ob er sich in dieser Frage jedoch gegen die strenge Auslegungsart der Baugesetze durch sein Bauordnungsamt durchsetzen könne, bezweifelten andere Bürgermeister. So oder so werde die Frage der Genehmigungen natürlich im Projekt enthalten sein, so Schütze.

Von Jörg ter Vehn

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