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Markkleeberg Trauerpost mit Geld verschwindet
Region Markkleeberg Trauerpost mit Geld verschwindet
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14:31 28.12.2017
Hier an der Post-Partnerfiliale Eulenberg in Markkleeberg eingeworfene Briefe mit Geld sind verschwunden. Quelle: Foto: André Kempner
Markkleeberg

Bargeld in einen Brief zu stecken, ist immer mit einem Risiko behaftet. Das weiß auch Anke Jackowski. Die Markkleebergerin hat es trotzdem getan: Im September und Anfang Dezember verschickte sie Kondolenzschreiben, legte jedes Mal Geld für das Begräbnis in den Umschlag. In der Hoffnung, dass sich an deutlich als Trauerpost erkennbaren Briefen aus Respekt niemand vergreifen wird. Sie hat sich getäuscht.

„Ich habe mich gewundert, dass sich die Adressaten nicht zurückgemeldet haben“, erzählt Jackowski. Als sie erfahren hat, dass die Trauerpost nie angekommen ist, ging sie in die Post-Partnerfiliale auf dem Eulenberg. In den dortigen Briefkasten hatte sie beide Sendungen eingeworfen. „Eine Mitarbeiterin hat mir erklärt, dass in den vergangenen Monaten mehrere Briefe, die hier eingeworfen wurden, verloren gegangen sind. Auch andere hätten sich beschwert“, so Jackowski. Unternommen worden sei nichts.

Auf LVZ-Anfrage bei der für Sachsen zuständigen Pressestelle der Deutschen Post teilt Sprecher Mattias Persson mit: „Die Deutsche Post DHL transportiert bundesweit täglich rund 59 Millionen Briefsendungen und 4,3 Millionen Päckchen und Pakete. Unser vorrangiges Interesse ist es, die uns anvertrauten Sendungen schnell und zuverlässig zu ihren Empfängern zu befördern. Trotzdem ist es angesichts der großen Zahl nie auszuschließen, dass einzelne in Verlust geraten können.“ Der Anteil sei jedoch so gering, dass dieser statistisch nicht erfasst wird.

Außerdem weist Persson darauf hin, dass die Beförderung von Bargeld im Standardbrief nicht gestattet ist. „Wir übernehmen keinerlei Haftung“, betont er. Kunden, die aus diversen Gründen Geld weder überweisen noch einzahlen könnten oder wollten, empfehle die Deutsche Post „die Zusatzleistung Wert National“ für 4,30 Euro extra zum Briefporto. Bei Verlust hafte das Unternehmen dann bis 100 Euro bei Bargeld, bis 500 Euro bei Sachwerten.

„Dass man kein Geld reinstecken soll, ist richtig und mein Risiko. Dass auch die normale Trauerpost nicht ankommt, ist aber ärgerlich“, meint Jackowski. Da es sich um Standardbriefe gehandelt hat, können die Sendungen nicht verfolgt werden. „Intern können wir selbstverständlich nach dem Verbleib recherchieren, wenn die Absenderin einen Nachforschungsauftrag stellt“, sagt Persson. Jackowski hat das Geld abgeschrieben. Sie möchte aber andere warnen: „Hier betreibt offenbar jemand ganz bewusst Diebstahl, hat es vielleicht sogar gezielt auf Trauerpost abgesehen. Ich möchte nicht, dass es noch mehr Leidtragende gibt.“

Von Ulrike Witt

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