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Markkleeberg „Traumjob“: Holger Hartig steuert das größte Schiff im Neuseenland
Region Markkleeberg „Traumjob“: Holger Hartig steuert das größte Schiff im Neuseenland
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07:00 30.07.2016
Mann mit Traumjob: Der 51-jährige Holger Hartig ist seit 2014 der stolze Kapitän der MS Markkleeberg. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Holger Hartig ist ein glücklicher Mann. Der 51-Jährige hat seinen „absoluten Traumjob“ gefunden. Seit 2014 ist er Kapitän auf der MS Markkleeberg, dem größten und modernsten Fahrgastschiff im Leipziger Neuseenland.

„Herzlich willkommen an Bord“, begrüßt Hartig die an der Seepromenade Markkleeberg-Ost zugestiegenen Gäste freundlich lächelnd. Sechs Mal am Tag legt er hier ab, dienstags bis sonntags in der Saison von März bis Ende Oktober. Eine Stunde schippert er jeweils mit bis zu 400 Passagieren, darunter viele Reisegruppen, über den Markkleeberger See. Unterwegs erfahren die Gäste Wissenswertes über das 252 Hektar große und bis zu 58 Meter tiefe Tagebaufolgegewässer, aber auch Unterhaltsames.

„Wenn Sie Steuerbord schauen, sehen Sie Penelope. Sie sehnt sich nach Odysseus, der am anderen Ende in Auenhain auf sie wartet“, erklärt der Kapitän die Steinskulpturen am Ufer. Ein Stück weiter verrät er das „Geheimnis“ der etwa zwei Fußballfelder großen Getzelauer Insel. „An heißen Tagen geht es dort wirklich heiß zu. Dann ist das eine Liebesinsel“, sagt er schmunzelnd. Was die meisten Paare, die sich hier treffen, wohl nicht ahnen, sie bieten Bordkino für die Gäste der MS Markkleeberg und ihres kleinen Schwesterschiffs, der MS Wachau.

Heute gleitet das große, knapp 42 Meter lange und achteinhalb Meter breite Schiff mit bis zu zehn Stundenkilometern übers Wasser. Der See ist spiegelblank. Hartig hat den Autopilot eingeschalten. Aber der See kann auch anders. „Im Herbst und im Frühjahr haben wir oft Sturm. Dann wird das An- und Ablegen schon mal zur Herausforderung“, sagt er. Achtung sei auch bei den Untiefen zwischen der Getzelauer Insel und der Crostewitzer Höhe geboten.

Zur Schifffahrt ist Hartig, der aus einem Dorf nahe Schwerin stammt, erst vor 16 Jahren gekommen. „Zu DDR-Zeiten war ich Busfahrer. Nach der Wende bin ich dann zu einer Logistikfirma nach Hamburg gegangen und habe viele Jahre als LKW-Fahrer gearbeitet“, berichtet er. Irgendwann habe er es satt gehabt und sei durch glückliche Umstände bei der Reederei Meyer gelandet. Für die ist er auf dem Ratzeburger See in Schleswig-Holstein, danach auf dem Edersee im hessischen Waldeck gefahren und 2012 nach Markkleeberg gewechselt. Hier übernahm er die MS Wachau, zwei Jahre später die 500 PS starke und frisch aus der Lux-Werft kommende MS Markkleeberg.

„Man muss seinen Job mit Leidenschaft machen. Dann funktioniert es auch“, sagt Hartig strahlend. Für ihn und sein dreiköpfiges Team steht das Wohl der Gäste im Mittelpunkt. „Sie sollen die Schifffahrt genießen, bei uns entspannen“, betont der Kapitän. Der macht selbst einen entspannten Eindruck, hat übrigens in Markkleeberg zum beruflichen auch sein privates Glück gefunden.

„Stress kenne ich nicht“, sagt Hartig an seinem Arbeitsplatz im Steuerhaus. Er freut sich über die vielen Segler, Surfer, Kanuten und Stand-up-Paddler, an denen das Schiff auf dem Weg zu den Anlegern in der Auenhainer Bucht und am Kanupark vorbeizieht. Probleme mit der steigenden Zahl der Wassersportler gebe es nicht. „Das ist ein gutes Miteinander“, so Hartig. Dass inzwischen jedes Jahr insgesamt 600 000 Besucher an den Markkleeberger See kommen, spreche für sich.

Akribisch ist Hartig, was den Zustand seines Schiffes angeht: „Das muss top gepflegt sein und in zehn Jahren noch so aussehen, als käme es gerade aus der Werft.“ Dafür legt er selbst Hand an: Jeden Tag zwei Stunden vor dem ersten Ablegen und eine Stunde nach dem letzen Anlegen und natürlich im Winter bei der großen Überholung. „Bei uns wird nichts dem Zufall überlassen: Kontinuität, Pünktlichkeit und Sauberkeit sind unsere Philosophie“, sagt Hartig. Dazu gehöre auch, dass das Schiff immer fährt, im Zweifelsfall auch mit nur einem Passagier an Bord. „Wir können doch unsere Fahrgäste nicht enttäuschen“, meint Hartig.

Von Ulrike Witt

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