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Markkleeberg „Vieles, was bei mir im Schrank steht, hatten wir früher im Original“
Region Markkleeberg „Vieles, was bei mir im Schrank steht, hatten wir früher im Original“
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14:17 11.02.2016
Herzblut in Gelb: Der studierte Landmaschinentechniker Gunnar Irmler hat nun als Rentner viel Zeit für seinen Famulus, Baujahr 1962. Mit ihm, Frau und Wohnwagen reist er zu Trecker-Treffen durch die Lande, das nächste Mal zum Russentreffen Anfang Mai an den Sachsenring. Quelle: Andre Kempner
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Zwenkau

Gunnar Irmler ist leidenschaftlicher Treckerfan. Wer ihn in Rüssen-Kleinstorkwitz anruft, erwischt den 64-Jährigen garantiert beim Basteln – entweder im Garten am großen Famulus oder im Bulldogstübchen vor einer stattlichen Modellsammlung.

„Normalerweise ist das Spielzeug. Mir macht das aber ungeheure Freude“, sagt Irmler strahlend. Der gelbe Famulus, Baujahr 1962, ist unter seinen Händen ein Prachtstück geworden. Heizpatrone mit Zeitschaltuhr zum schnellen Anspringen bei Frost, Schneepflug, Tankanzeige, Rollo und Wetterschutz – das haben nur wenige historische Fahrzeuge. „Man sollte seiner Frau natürlich nicht erzählen, wie viele 50-Euro-Scheine hier drin stecken“, meint der Rentner verschmitzt.

Seine Leidenschaft hat Irmler, der in einem Bördedorf bei Schönebeck aufgewachsen ist, früh entdeckt. „Für Jungs auf dem Land gab es nicht viel. Später mussten wir von der Schule in den Kreisbetrieb. Da habe ich schon immer unter den Treckern gelegen und rumgeschraubt“, sagt er. Die Ausbildung zum Landmaschinenschlosser und das Ingenieurstudium der Landtechnik in Berlin waren folgerichtig. 1975 zog es ihn dann „wegen der Liebe“ nach Leipzig, erst arbeitete er bei der Agrotechnik in Taucha. Dann fand er seinen Traumjob schlechthin: Irmler wurde Leiter der Agra-Traktorenhalle, die Landwirtschaftsmesse sein zweites Zuhause.

„Vieles, was bei mir im Schrank steht, hatten wir im Original“, sagt Irmler. Wenn er von der Agra erzählt, hat er glänzende Augen. Aber es schwingt auch Traurigkeit mit: „2001 habe ich mit dem Insolvenzverwalter erst jede Schraube gezählt, danach das Landwirtschaftsmuseum dicht gemacht.“

Seine Modellsammlung umfasst heute Hunderte wenn nicht Tausende Fahrzeuge vom Maßstab 1:125 bis 1:5, darunter der zu DDR-Zeiten von Kap Arkona bis zum Fichtelberg eingesetzte rot-weiße zt 303-Traktor und der blau-weiße E 512 -Mähdrescher. Aber auch Exoten wie die ungarischen Dutra stehen in seiner Regalwand im Bulldogstübchen.

Vom 6. bis 8. Mai will Irmler die „Nasenbären“, wie die bis 1968 produzierten Dutras unter Kennern genannt werden, im Original bei einer Sonderschau beim 11. Russentreffen in Oberlungwitz am Sachsenring mit Gleichgesinnten bestaunen und ihrem besonderen Sound lauschen. „Etwa 50 Stück müsste es im Osten noch geben. Es wäre toll, wenn wir wenigstens 20 ranholen könnten“, sagt Irmler, der Mit-Organisator und Moderator der Veranstaltung ist. Kontakte in die Szene pflegt er übrigens bis heute auch über die in Störmthal ansässigen Lanzfreunde Sachsen.

Zum Russentreffen werden Irmler und seine Frau neben dem großen Famulus und einigen Modellen auch einen Wohnwagen mitnehmen. „Das ist Büro und Bett in einem, wenn wir zu den Traktortreffen fahren“, verrät er. Sechs bis sieben Mal im Jahr kommt der Wohnwagen zum Einsatz. Wenn es nach Irmler ginge, gern öfter. „Aber dann hängt der Haussegen schief“, sagt er lachend.

Von Ulrike Witt

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