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Trockene Füße für die Region Leipzig

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Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat am Mittwoch mit einem symbolischen Knopfdruck das Hochwasserentlastungsbauwerk an der Weißen Elster bei Zitzschen in Betrieb genommen.

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Feierliche Eröffnung vom Hochwassereinlaufbauwerk Zitzschen an der B 186 in den Zwenkauer See durch Ministerpräsident Stanislaw Tillich.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Im Ernstfall können bis zu 130 Kubikmeter pro Sekunde in den Zwenkauer See abgeleitet und die Region Leipzig vor Schäden bewahrt werden.

"Heute ist ein guter Tag für den Hochwasserschutz, aber auch für den Umwelt- und Naturschutz", erklärte Tillich den Gästen. Denn mit der Ausweitung des Tagebaus Zwenkau und der Verlegung der Weißen Elster in den 1970er Jahren seien natürliche Überschwemmungsgebiete auf 31 Quadratkilometern verschwunden, die nun mit dem Hochwasserspeicher Zwenkauer See ersetzt werden.

"Den Hochwasserschutz mit der Sanierung des Braunkohlereviers zu verknüpfen, ist eine kluge und weitsichtige Entscheidung", lobte der Ministerpräsident den Tagebausanierer Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Der Zwenkauer See eigne sich mit einem Fassungsvermögen von bis zu 18,5Millionen Kubikmeter Wasser hervorragend als Speicherraum, ohne dass die bereits bestehende Infrastruktur gefährdet werde. "Mit Stolz können wir sagen, dass alte Wunden geheilt werden und sich mit der Entstehung einer neuen Kulturlandschaft neue Chancen ergeben", betonte Tillich.

LMBV-Chef und Bauherr Mahmut Kuyumcu sprach von einem "Erntetag der konstruktiven Zusammenarbeit aller Akteure der Braunkohlesanierung". Das Einlaufbauwerk Zitzschen sei eine der größten und wichtigsten wasserwirtschaftlichen Anlagen, die in der über 15-jährigen Tätigkeit des Bundesunternehmens errichtet wurden. Die Bedeutung für die Stadt Leipzig und das Umland könne nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dass das Projekt mit zweieinhalb Jahren Bauzeit und zwölf Millionen Euro Baukosten "weitgehend im vorgegebenen Rahmen" geblieben ist, wertete Kuyumcu als "Ergebnis des großen Engagements".

Als "gute Anlage" bezeichnete Bernd Hartmann vom Bundesfinanzministerium die Investition. Allein neun Millionen Euro habe der Bund getragen, drei Millionen der Freistaat Sachsen. Und die Bergbausanierung könne dank des fünften Verwaltungsabkommens, das ein Volumen von 1,3 Milliarden Euro und damit mehr als das vorangegangene habe, bis 2017 fortgesetzt werden. "Schlüsselprojekte wie der Harthkanal stellen die Beteiligten zwar vor große Herausforderungen, aber ich bin mir sicher, dass wir einen Weg finden und das Projekt Wiederherstellung einer lebenswerten Heimat zu einem guten Ende bringen", so Hartmann.

Rolf Schlottmann, bei der LMBV für die Planung in Mitteldeutschland zuständig, berichtete von den im Vorfeld notwendigen Modellversuchen an der TU Dresden: "Wir haben maßstabsgetreu die Durchflüsse simuliert, mögliches Schwemmgut berücksichtigt." Im Ergebnis seien das dreifeldrige Elster-Abschlagsbauwerk, der Überleiter zum Zwenkauer See, die Bypassleitung zur beschleunigten Flutung und eine Brücke im Zuge der B186 entstanden. "Dafür wurden 300000 Kubikmeter Boden bewegt, 7500 Kubikmeter Stahlbeton und 1700 Quadratmeter Spundwände verbaut, sowie auf 3400 Metern 365 Bohrpfähle bis zu 18 Meter tief in den Boden gerammt.

Die Ableitung der Hochwasserlamelle zurück in die Weiße Elster werde künftig innerhalb von 21 Tagen über den Betriebsauslass am Nordufer erfolgen, erläuterte Schlottmann. Die Bauarbeiten dafür hätten im Februar begonnen, die Fertigstellung sei für Ende 2014, zeitgleich mit der Übergabe des Zwenkauer Sees geplant. Den Betrieb der beiden Anlagen übernimmt die Landestalsperrenverwaltung.

Bevor Ministerpräsident Tillich per Knopfdruck Elster-Wasser auf die Reise in den Zwenkauer See schickte, hatte er noch einen Wunsch: "Möge der Überleiter nie für den Ernstfall gebraucht werden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.05.2013

Ulrike Witt

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