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Markkleeberg Trommeln, Tanzen und Hirsebrei: Afrika mal anders im Unterricht
Region Markkleeberg Trommeln, Tanzen und Hirsebrei: Afrika mal anders im Unterricht
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14:07 19.05.2015
Spaß mit Afrika: Juliane Markov vom Eine-Welt-Verein Leipzig übt mit den Löwenzahn-Grundschulkindern einen afrikanischen Kindertanz. Quelle: Jörg ter Vehn

Celine verwandelt sich in eine Giraffe, Nele wird zum Tiger, Isbiörk zum schnellen Gepard, während Maddox ein bunt geschmückter Afrikaner selbst zu sein scheint: Bunte, selbst gebastelte Masken gehören diese Woche in der Löwenzahn-Grundschule zum Unterricht wie Trommeln und Hirsebrei.

Den dürfen die Kinder in kleinen Gruppen mit Jugendclub-Chef Roberto Weber über einem offenen Feuer selbst anrühren, dazu etwas Obstsalat schnippeln, ein paar Gewürze wie Zimt und ähnliches und mehr dazugeben - fertig ist ein typisches afrikanisches Gericht. "Wir kochen ihn allerdings nicht mit Wasser, sondern Milch", erklärt Weber das Zugeständnis an europäische Geschmäcker. "Ganz lecker", sagt Wilhelm. "Ähnlich wie Griesbrei", meint Yannick. "Nur das hier schmeckt besser."

Seit Montag geht es in der Großpösnaer Grundschule um Afrika. Im Grunde eine Fortsetzung des Spendenlaufes vom Vorjahr, wo die Kinder 1000 Euro für Unicef gesammelt hätten, so Schulleiterin Sibylle Jaszovics.

Über den Verein Eine Welt Leipzig und Bildungsreferentin Juliane Markov habe sie Unterstützung bekommen, über "Engagement Global", ein Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sogar eine kleine Fördersumme. So konnte sie den von der Buchmesse bekannten Kinderbuchautor Patrick Addai aus Ghana einladen, zur Eröffnung am Montag drei spannende Lesungen zu halten, so konnte aber auch Trommler Sam Jarju aus Gambia, der in Leipzig wohnt, für die Workshops geholt werden. Mit stoischer Ruhe und afrikanischer Begeisterung bringt er den Kindern etwas Trommeltechnik bei, während ein paar Räume weiter Markov mit den Schülern zu einem afrikanischen Kinderlied tanzen übt.

"Wenn man Kinder nach Afrika fragt, kommen meist nur Löwe und Elefant", erzählt Jaszovics. Das Schöne an diesem Projekt sei daher, dass die Kinder in altersgemischten Gruppen jeden Tag mehr in Erfahrung brächten über den hierzulande doch weitgehend unbekannten Kontinent.

Zehn Stationen hatten sich Markov, Jaszovics und die Lehrer dazu ausgedacht, zum Teil höchst liebevoll dekoriert. Neben Tanz, Trommeln, Essen und Masken gab es da noch eine Spielzeug-Bastel-Bude à la Afrika, eine Batik-Werkstatt, eine kleine Schokoladen-Manufaktur, in der die Schüler ihr selbst gekochtes Produkt auch kosten durften, und auch eine Station zu Kindern, ihrem Status und ihren Rechten in Afrika.

Mit dazu beigetragen hat auch Gertrude Azebaze. Die junge Frau aus Kamerun kam 2010 zum Studieren nach Deutschland, hatte über einen Freund von dem Projekt erfahren und war sofort bereit, über ihre Heimat zu erzählen. "Die Schulen dort sind schon ein bisschen anders als hier", schmunzelte sie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.06.2014
Jörg ter Vehn

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