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Markkleeberg Trotz Bootsnutzung seltene Tierarten auf den Leipziger Gewässern auf dem Vormarsch
Region Markkleeberg Trotz Bootsnutzung seltene Tierarten auf den Leipziger Gewässern auf dem Vormarsch
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16:31 24.03.2017
Selbst Biber gibt es in den Leipziger Gewässern wieder, eine Biberburg und Dämme zeugen davon. Quelle: dpa
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Leipzig

„Die jetzige Nutzung beeinträchtigt Umwelt und Natur in keiner Weise.“ Mit diesen Worten fasste Landrat Henry Graichen als Sprecher der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland am Freitag die Ergebnisse des Monitorings zur wassertouristischen Nutzung der Gewässer im Raum Leipzig zusammen.

Die Gutachter, die alle fünf Jahre Nutzung und Naturschutz erfassen und untersuchen, ermittelten erwartungsgemäß eine Zunahme der Boote auf den verschiedenen Kursen und Gewässern. In Spitzenzeiten zählten sie auf der Stadtelster am Männertag 963 Boote – „alle zehn bis 20 Sekunden kam ein Boot“, erzählte Gutachter Jörg Putkunz. Damit sei auch die Kapazitätsgrenze erreicht, meinte er und verwies auf die Anstrengungen, weitere Kurse für Boote im Leipziger Gewässersystem bereitzustellen (s. Seite 23).

Die Nutzung konzentriere sich auf die Bereiche der Stadtelster und die Touren zum Cospudener See über den Floßgraben, erklärte Putkunz. Hier wurden 2016 Spitzenlasten von 367 Booten zum Männertag gezählt, die Regelungen gerade zu den Sperrzeiten würden im Wesentlichen aber eingehalten, erzählte er. Der Waldsee Lauer etabliere sich dabei immer mehr zu einem Ziel- und Rastplatz, um die Zeiten abzuwarten. Andere Gewässer wie die Obere Weiße Elster blieben wie in den Vorjahren kaum genutzt. Wegen der Einzelgenehmigungspraxis gebe es keine Zunahme beim Motorbootverkehr.

Verglichen mit der Erstkartierung 2011 habe sich die Gewässergüte 2016 verbessert, erläuterte Jens Kipping den naturschutzfachlichen Teil des Monitorings. Er betonte besonders das Auftreten und die Ausbreitung von so genannten Kennarten, die auf besonders sauberes und sauerstoffreiches Wasser angewiesen sind wie die Steinfliege, den Wasserkäfer Elmis maugeti und die Grundwanze. Erstmalig sei in Sachsen auch die Köcherfliege am Floßgraben nachgewiesen worden. Libellenarten wie die Grüne Keiljungfer breiteten sich aus, besiedelten inzwischen alle Gewässer. Nach 105 Jahren sei es auch gelungen, die Kleine Zangenlibelle an der Pleiße wieder nachzuweisen. Die Brutvogelbestände etwa von Gebirgsstelze und Eisvogel nähmen zu, auch Fischotter und Biber breiteten sich aus, seien nun an Pleiße und Weißer Elster zu finden.

Die Verbesserungen bei der Gewässergüte und bei den seltenen Tierarten seien landesweit gesehen an sich nichts Besonderes, ergänzte Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal. Hier seien sie jedoch in einem großstädtischen Raum trotz intensiver Nutzung der Gewässer festgestellt worden. Er stellte den Bootsverleihern daher in Aussicht, ihre geplanten weiteren Anmeldungen genehmigen zu wollen.

Laut Rathaus wollen die Verleiher zwischen fünf und acht Prozent mehr Leihboote anmelden in diesem Jahr, langfristig hatten sie in einer Umfrage sogar ein Aufstocken um 50 bis 60 Prozent angekündigt.

Von Jörg ter Vehn

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