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Trotz Motorbooten keine Verschlechterung

Trotz Motorbooten keine Verschlechterung

Markkleeberg/Zwenkau/Leipzig. Der bisherige Motorbootbetrieb auf dem seit 15 Jahren genutzten Cospudener See hat keine negativen Ergebnisse auf die Wasserqualität gehabt.

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Allein 73 Segelboote mit Vergaser-Flautenschieber genehmigte der Kreis am Cospudener See. Eine messbare Gewässerverschlechterung ergab das bislang nicht.

Quelle: André Kempner

Das belegt das Gewässermonitoring. Trotzdem hat der Umweltbund Ökolöwe jetzt mit seinem Widerspruch alle Motorbootaktivitäten auf dem fast dreimal so großen Zwenkauer See vorerst gestoppt.

Samstags ist Trainingstag auf dem Zwenkauer See. Dann lädt Stefanie Kreusch vom Yachtclub Zwenkau die Kinder und Jugendlichen aus den Nachbarschaft zum Segelkurs aufs Wasser. Den 18 Segelschülern hat sie jetzt absagen müssen. Grund: "Die Kinder brauchen ein Sicherungsboot." Das Yachtclubschulboot fällt genauso unter die seit gestern vom Ökolöwen gekippte Mastergenehmigung wie die 52 anderen Boote, auch die mit Elektromotor.

Landrat Gerhard Gey, der die amtliche Erlaubnis für bis zu 320 motorisierte Boote auf dem rund 970 Hektar großen Gewässer zur Seeeröffnung vor ein paar Wochen mitgebracht hatte, sprach den selbst ernannten Leipziger Umweltschützern gestern jede Konsenssuche ab. "Wir haben alles versucht, mit den Naturschützern in unsere Region einen vernünftigen, gemeinsamen Weg zu gehen", sagte er. Den Widerspruch jetzt könne er nur so interpretieren, dass dies nicht gewollt sei. Allein die Tatsache, dass der Ökolöwe erst Widerspruch einlege und dann Akteneinsicht fordere und nicht andersherum, beweise doch, dass hier der zweite Schritt vor dem ersten getan worden sei, sagte er. Er sei tief enttäuscht, so Gey. "Der Wille zu einem Konsens ist offenbar nicht vorhanden."

Wie berichtet, kritisiert der Umweltbund die mangelnde Beteiligung an der Mastergenehmigung, befürchtet eine Verlärmung durch Sportboote, zudem "deutliche Schadstoff- und Geruchseinträge" in den See.

Die Fakten sprechen dagegen. In den ganzen bisherigen Verfahren zur Schiffbarkeit der Seen, in die der Ökolöwe wie alle Umweltverbände einbezogen war, sei wiederholt auf das Monitoring zur Gewässergüte hingewiesen worden, erklärte Gey. Die Qualität unter anderem auch des Cospudener Sees werde ständig kontrolliert, sagte er. "Die Gutachten haben bislang nur positive Ergebnisse erbracht."

Die Landesdirektion Sachsen bekräftigte das gestern. Für den Nachweis eines Zusammenhangs von Wasserqualität und Motorbootnutzung seien Daten für typische von Motorbooten emittierte Schadstoffe wie die polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) relevant, so die Behörde. Dem Freistaat lägen derzeit keine belastbaren Anhaltspunkte für eine Verschlechterung der Wasserqualität in Folge der bisherigen Motorbootnutzung vor, heißt es. "Alle bisherigen Messungen dieser Schadstoffe im Freiwasser und im Sediment, die im Rahmen des Messprogramms des Freistaates Sachsen zur Wasserrahmenrichtlinie erfolgten, lagen deutlich unter den gesetzlichen Umweltqualitätsnormen. Der Cospudener See besitzt eine sehr gute Wasserqualität."

Dabei ist der Cospudener See seit der Eröffnung im Jahr 2000 das intensivst genutzte Gewässer der Region. Über 600 000 Besucher strömen jedes Jahr in den Hafen und an den Strand, im Wasser tummeln sich unzählige Boote. 26 mit Motor genehmigte allein Leipzig, 155 der Kreis nach einem ausgeklügelten Berechnungssystem, das die Motorgröße, Nutzungsart und Laufleistung berücksichtigt. Und es sei noch Wasserkapazität für einiges mehr frei, erklärt Lutz Bergmann vom Umweltamt des Kreises. Mehr Boote werden es trotzdem kaum: Der Hafen Zöbigker ist voll, neue Bootsliegeplätze sind nicht geplant - und über die Slipanlage kann nur eine begrenzte Zahl von Booten rein und raus. Wie auch am Zwenkauer Hafen, der jetzt auf eine Entscheidung von ganz oben wartet.

Die Landesdirektion, die zu dieser Saison die Schiffbarkeit auf dem Zwenkauer und Störmthaler See erklären wollte, arbeitet jedoch noch immer daran. "Die vorgetragenen Forderungen, insbesondere zu den naturschutzfachlichen Belangen, werden intensiv geprüft", hieß es gestern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.06.2015
Jörg ter Vehn

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