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Markkleeberg Tüv-Prüfer Baumann: „Hier kann man mit gutem Gewissen mitfahren“
Region Markkleeberg Tüv-Prüfer Baumann: „Hier kann man mit gutem Gewissen mitfahren“
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09:33 29.04.2017
Ruhe bewahren, Rettung in Sicht: Thomas Cieslack hilft René Deckert und Nadine Thürer aus der „Cobra des Amun Ra“.   Quelle: André Kempner
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Zwenkau/Leipzig

 Was passiert eigentlich, wenn die Fahrgeschäfte im Freizeitpark Belantis wegen eines Stromausfalles stehen bleiben? Schon der Gedanke in 25 oder gar 50 Meter Höhe in einer Achterbahn festzuhängen, kann selbst vermeintlich Hartgesottenen Schweißperlen auf die Stirn treiben.

„Ruhig bleiben, unser Evakuierungsteam ist im Fall des Falles schnell zur Stelle und bringt alle Gäste wohlbehalten runter“, versicherte gestern Vormittag der Leiter Gäste-Erlebnis, Thomas Cieslack. Wie jedes Jahr zu Saisonbeginn stand am Freitag die große Evakuierungsübung an. Belantis war dafür ganztägig geschlossen: Ersthelfer und Tüv arbeiteten sich bis zum Nachmittag Attraktion für Attraktion durch das Abenteuerreich.

Nach der Theorieeinheit im Schloss am Morgen machte sich das zehnköpfige Evakuierungsteam auf den Weg zur ersten Station – zur Familienachterbahn „Cobra des Amun Ra“. Dort wartete schon der Tüv-Süd. „Wir schauen auf die sicherheitsrelevanten Konstruktionen und Funktionen, aber auch auf die organisatorischen Abläufe. Die Qualifikation der Anlagenbediener und Helfer ist genau so wichtig wie die Technik“, erklärte Prüfingenieur Carsten Baumann.

Mit seinen drei Kollegen reist der 47-jährige Experte durch die ganze Welt, hat schon Vergnügungsparks in ganz Europa, Asien und Amerika unter die Lupe genommen. „Dass in Deutschland so wenig Unfälle passieren, liegt an unserer Verantwortungsteilung. Das Bauamt als Genehmigungsbehörde, der Hersteller mit seinen Vorgaben, der Betreiber und wir, der Tüv als Überwachungsverein, sichern den Betrieb gemeinsam ab“, erläuterte Baumann.

René Deckert und Nadine Thürer vom Evakuierungsteam wurden derweil aus den schräg hängenden Achterbahnwagen von ihren Kollegen gerettet. Vorsichtig ging es Stufe für Stufe nach unten. „Die Kommunikation mit den Gästen ist im Notfall ganz entscheidend. Wir können niemanden zu irgend etwas zwingen, sondern nur Empfehlungen geben“, machte Cieslack klar. Voriges Jahr im Sommer hätten aufgrund von Schwankungen im Stromnetz gleich vier elektronisch sehr sensible Fahrgeschäfte gleichzeitig still gestanden. „Das war eine Herausforderung, technisch und menschlich“, betonte er.

Evakuierungen würden deshalb nicht nur einmal im Jahr, sondern im kleineren Rahmen monatlich geübt. „Mindestens eine Stunde gehört immer unserem anspruchsvollsten Fahrgeschäft, der Huracan-Achterbahn“, berichtete Cieslack. Die Mitarbeiter müssten wissen, was passiert, wenn das Halte- oder das Aufzugseil reißt und wie eine Bremse gelöst wird. Im Fokus stehe jedes Mal auch das „Verlies des Grauens“. Wie Huracan gehöre das, obwohl von außen harmlos aussehend, wegen des geschlossenen Raumes in die Sicherheitsstufe 4, so Cieslack. Um Panik im Ernstfall zu vermeiden, seien beide Fahrgeschäfte mit einem Notstromaggregat ausgestattet.

Die gute Nachricht nach dem Cobra-Test: „Hier kann man mit gutem Gewissen mitfahren“, verkündete Baumann als Tüv-Prüfer und Familienvater.

Sicher seien die Besucher auch am Montag, heißt es von Belantis, obwohl zum Walpurgis-Fest unzählige Hexen und Teufel im ganzen Freizeitpark ihr Unwesen treiben werden. Ab 10 Uhr fordern sie in mystisch-schauriger Atmosphäre zu Mutproben auf. Fantasievolle Grasshoppers, eine Drachenshow, Falkner Leonhard und Live-Folkmusik runden das Programm ab.

Von Ulrike Witt

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