Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg US-Generalkonsul im Deutschen Fotomuseum: „Ein Besuch lohnt immer“
Region Markkleeberg US-Generalkonsul im Deutschen Fotomuseum: „Ein Besuch lohnt immer“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 31.10.2015
Scott R. Riedmann eifert zur Freude von Henry Graichen (rechts) und Karsten Schütze Muhammad Ali nach. Quelle: André Kempner
Anzeige
Markkleeberg

Hoher Besucher im Deutschen Fotomuseum: Der Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika, Scott R. Riedmann, hat am Dienstagabend gemeinsam mit Landrat Henry Graichen (CDU) und Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) die Amerika-Ausstellung von Thomas Hoepker noch einmal offiziell eröffnet. Bereits seit 1. Oktober sind die Bilder des Magnum-Fotografen in Markkleeberg zu sehen und haben schon über 1000 Besucher angelockt.

„Ehrlich gesagt, kannte ich Thomas Hoepker vorher nicht“, gab der Generalkonsul unumwunden zu. Erst durch die Ausstellung habe er sich mit dem deutschen Starfotografen befasst. „Ich denke, Thomas Hoepker, der 1976 als Stern-Fotoreporter in die USA kam, 1989 erstes deutsches Vollmitglied der Agentur Magnum und von 2003 bis 2007 sogar deren Präsident war, lebt seinen amerikanischen Traum“, sagte Riedmann. Hoepker sei vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten fasziniert. „Er wirft einen Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung meines Heimatlandes, wie ihn nur ein Áußenstehender haben kann“, so Riedmann.

Besonders beeindruckend sei das am 11. September 2001 aufgenommene Picknick von Jugendlichen vor der brennenden Skyline von New York. „Der Kontrast zwischen Idylle und Katastrophe ist frappierend. Thomas Hoepker fängt den Schock ein. An diesem Bild wird deutlich, wie der Terror in unser Leben eingefallen ist. Er ist nicht nur ein Künstler, er ist ein Dokumentarist unserer Zeit“, würdigte der Generalkonsul den 79-Jährigen, der derzeit auf Reportage in Südkorea weilt.

Landrat Graichen erzählte, dass ein Teil seiner Familie seit den 1920er Jahren in den USA lebt. Er, für DDR-Zeiten ungewöhnlich, quasi mit Amerika-Bildern aufgewachsen sei. Wichtiger war Museumschef Andreas J. Mueller und Kerstin Langner aber wohl Graichens Versprechen, dem Fotomuseum finanziell unter die Arme zu greifen. Wie die LVZ bereits berichtete, hatte der Kulturraum für 2016 eine Kürzung der Mittel um 8000 Euro auf 32 000 Euro angekündigt.

„Nach längeren Diskussionen ist jetzt klar, dass die Kulturraumförderung nächstes Jahr erhöht wird. Und ich bin auch gern bereit, nach weiteren Fördermöglichkeiten zu suchen, um das Fotomuseum auf festere Füße zu stellen“, so Graichen. Wichtig sei auch, dass Museum überregional bekannter zu machen.

Für Oberbürgermeister Schütze das Stichwort: „Die Zusage habe ich mit großer Freude gehört. Sicher gibt es noch Optimierungsbedarf, was die Vermarktung angeht. Aber wir werden alles dafür tun, dass das Fotomuseum dauerhaft seinen Standort in Markkleeberg behaupten kann.“ Alle elf Sonderausstellungen seit der Eröffnung im August 2013, aber auch die Dauerausstellung genügten höchsten Ansprüchen. Dass der Generalkonsul ihm im Vorgespräch verraten hatte, dass das Fotomuseum auch ganz privat sein Lieblingsmuseum in der Region Leipzig ist, plauderte der Rathauschef nur allzu gern aus.

„Ein Besuch hier lohnt immer“, gab Riedmann den geladenen Gästen noch strahlend mit auf den Weg.

Von Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Puls von Stadtwehrleiter Bernd Colditz erreichte am Samstagabend im Saal in Zitzschen bei der alljährlichen Auszeichnungsfeier der Freiwilligen Feuerwehr Zwenkau und der Ortswehren Rüssen-Kleinstorkwitz, Löbschütz, Zitzschen und Großdalzig-Tellschütz ungeahnte Höhen. Kein Wunder: Für den 68-Jährigen war es die letzte große Veranstaltung als Feuerwehrchef.

28.10.2015

Etwa 800 Menschen haben sich am Sonnabend der „Offensive für Deutschland“ in Markkleeberg in den Weg gestellt. Das rechte Bündnis um Legida-Mitbegründer Silvio Rösler konnte knapp 50 Teilnehmer mobilisieren, so Beobachter vor Ort.

25.10.2015

Der Ratssaal war am Donnerstagabend so voll wie noch nie, die Stimmung aufgeheizt und Bürgermeister Holger Schulz (CDU) angespannt. Von den fünf Punkten der Stadtratssitzung interessierte die 40 anwesenden Bürger, darunter viele Jüngere, nur einer: der Pachtvertrag für die geplante Flüchtlingsunterkunft im Gewerbegebiet Am Wasserwerk.

26.10.2015
Anzeige