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Markkleeberg Über 12 000 Ostereier locken den Frühling nach Großpösna
Region Markkleeberg Über 12 000 Ostereier locken den Frühling nach Großpösna
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08:00 21.03.2018
Manuela Müller-Kleinig (50), Rosi Schönfeld (73), Katrin Diehn (49) und Elfriede Schreiber (68) zeigen die schönsten Eier, die sie am Samstag verkaufen wollen. Quelle: Fotos: André Kempner
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Grosspösna

Im gar nicht frühlingshaften Winterweiß strahlen bunte Eier um die Wette. Sie wirken wie ein Befehl. Bei Temperaturen unter Null schmücken dieses Jahr wieder engagierte Einwohner Großpösnas ihren mittlerweile traditionellen Osterbunnen. Und da sich in den vergangenen Jahren so viele bunte Eier angesammelt haben, tauchen sie auch die Umgebung in eine österliche Stimmung. „Weil der Platz im Gestell nicht mehr ausreicht, hängen wir die Eier auch in die angrenzenden Lindenbäume“, erzählt Heinz Schreiber, der die Osterbrunnen-Tradition 2012 begründet hat.

Damals zierten noch etwa 2 000 Eier den Osterbrunnen vor dem Kirchgemeindehaus in Großpösna. Inzwischen stecken mehr als 12 000 Eier aus Plaste im liebevoll mit Reisig verkleideten Gestell. Lage für Lage binden die etwa zehn Helfer derzeit, holen Zweige vom Baumschnitt eines Nachbarn. Dann stecken sie die österlichen Eier-Unikate auf Schaschlik-Spießen hinein.

Auf den Spießen bemalen auch zahlreiche Helfer, jung und alt, Jahr für Jahr neue Ostereier. Dieses Jahr halfen Kinder der Kitas Wirbelwind und Hummelburg mit. Auch beim öffentlichen Ostereiermalen Anfang März arbeiteten etwa 15 Kreative mit Acrylfarben an der Osterdekoration, malten zuhause weiter unstvolle Motive auf die ovalen Plaste-Formen. Etwa 1500 Eier mehr als im vergangenen Jahr sollen ab Samstag am winterlichen Frühlingsplatz hängen und stecken. Ein Lacküberzug sorgt dafür, dass die Eier glänzen. Denn das österliche Kunstwerk Großpösnas wird nachts sogar angestrahlt.

Vorbild: Fränkische Osterbrunnen

Schreiber bewunderte zusammen mit seiner Frau Elfriede jahrelang fränkische Osterbrunnen. „Da haben wir uns gedacht, das machen wir auch“, sagt der 68-Jährige.

„Seitdem haben wir beim Schmücken schon Bikiniwetter gehabt und Schnee“, erzählt er. Seine Frau erinnert sich an 2013 – „damals war es so kalt und verschneit wie jetzt“, sagt sie. Das Schmücken des Brunnen-Gestells strenge sehr an, sagt Heinz Schreiber. Die ganze Woche arbeiteten die bis zu 17 Helfer, damit der Osterbrunnen dann die Gemeindemitte prächtig erstrahlen lässt. Um sich zu wärmen, trinken die Freiwilligen Tee, Kaffee, Glühwein und Eierlikör. „Der darf natürlich nicht fehlen“, betont Schreiber schmunzelnd. Immer wieder bringt jemand aus der Gemeinde selbst gebackenen Kuchen zum Platz vor dem Kirchgemeindehaus. Der Brunnen ist ein Gemeinschaftsprojekt

Bei so viel Unterstützung steht der Fertigstellung des Brunnens am Samstag wohl trotz derzeitigem Schneetreiben nichts mehr entgegen. Gegen etwa 14 Uhr kann der Platz dann in seiner vollen Pracht bewundert werden. „Wir hoffen, dass es dann frühlingshafter ist“, sagt Schreiber.

Das würde wohl auch den liebevoll gestalteten menschengroßen Puppen der Hasengroßeltern und der kleinen Hasenschule auf dem Platz besser gefallen. „Neu ist dieses Jahr, dass eine sechste Hasenfigur auf einer Bank sitzt“, erzählt Schreiber. Bewunderer können sich mit ihr fotografieren lassen.

Kinderchor und Gesangsverein treten bei Einweihung in Großpösna auf

Am Samstag treten zur Einweihung des diesjährigen Brunnens der Kinderchor und Gesangsverein Großpösnas auf, auch Osterschmuck und -karten sollen angeboten werden. „Der Erlös ist für die Osterbrunnenkasse“, erklärt Heinz Schreiber. Mit dem Geld und der Vereinsförderung der Gemeinde können die Ehrenamtlichen für das kommende Jahr neue Eier oder Hasenfiguren anschaffen.

Die üppige Osterdekoration bleibt drei Wochen hängen. „Es kommen immer wieder Besucher extra wegen des Brunnens“, hat Schreiber in den vergangenen Jahren beobachtet. Am 16. April werden die Frühlingsboten abgenommen und in 15 große Kartons auf den Dachboden der Schreibers geräumt. Im kommenden Jahr verleihen sie wohl Großpösna mit weiteren frisch bemalten Eiern ein weiteres Mal Glanz und eine festliche Osterstimmung. Vielleicht dann ja bei frühlingshafteren Temperaturen.

Von Theresa Held

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