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Markkleeberg Über 800 Uniformierte stellen am Wochenende Szenen der Völkerschlacht nach
Region Markkleeberg Über 800 Uniformierte stellen am Wochenende Szenen der Völkerschlacht nach
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13:13 17.01.2017
Mehr als 800 Darsteller aus halb Europa werden zu den Gefechtsdarstellungen rund ums Agra-Gelände erwartet.  Quelle: Kempner
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Markkleeberg/Leipzig

 Es ist zwar kein rundes Jubiläum. Aber der Verband Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig hat auch zum 202. Jahrestag ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. So werden an diesem Wochenende rund 800 historisch Uniformierte aus Deutschland, Polen, Tschechien, Belgien, Frankreich und der Republik Baschkortostan vom östlichsten Zipfel Europas erwartet, um Geschichte nachzustellen, die Schlacht lebendig werden zu lassen – und ihrer Opfer friedlich zu gedenken.

„Unser Motto ’Kriegsfeuer 1813 – Friedensfeuer 2015’ steht für Gedenken, Mahnen und ein friedliches Zusammenkommen von Menschen aus vielen Nationen“, erklärt Michel Kothe vom Verband. So unterstreiche schon das Friedensgebet am Freitag um 19 Uhr in der Auenkirche Markkleeberg den völkerverbindenden Charakter der Veranstaltungen. Und da das Erinnern wesentlicher Teil der Verbandsarbeit sei, beschließe ein Gedenken mit Chorkonzert und Kranzniederlegung am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig am Sonntag ab 11 Uhr auch die Veranstaltungen zum 202. Jahrestag.

Viel fürs Auge und fürs Geschichtsverständnis wird dazwischen geboten. So erzählt bereits am Donnerstag im Sanitätsmuseum Seifertshain Prof. Christian Schwokowski von der Entwicklung der Chirurgie in Leipzig. Sein Vortrag ab 19.30 Uhr ist neben der eigentlichen Gefechtsdarstellung am Sonnabend ab 14 Uhr auf dem Mönchereiplatz Markkleeberg die einzige kostenpflichtige Veranstaltung des Programms.

Mehr als einhundert Uniformierte werden ab Freitagmittag am Torhaus Markkleeberg ihr Biwak aufschlagen, unter ihnen der Darsteller des polnischen Marshalls Fürst Poniatowski. Gemeinsam werden die Truppen dann 18.30 Uhr zum Poniatowski-Denkmal marschieren. Rund ums Torhaus findet in diesem Jahr erstmals eine militärhistorische Sammlerbörse statt, bei der allerlei Militaria und Waffen von damals ausgestellt werden.

Am Torhaus können Besucher auch Samstag ab 9 Uhr die Vorbereitungen der Schlacht verfolgen. Geplant ist, dass die französische Seite am Torhaus Markkleeberg exerziert, die alliierte Seite am Torhaus Dölitz. Von 11.30 bis 12.45 Uhr findet dann an den beiden Torhäusern die Mittagsversorgung der dort biwakierenden Darsteller statt, bevor ab 13.30 Uhr erst die französische Seite ihre Posten im Osten des Gefechtsfeldes bezieht, die alliierte Seite sich ab 14 Uhr aufstellt.

Die anschließende Gefechtsdarstellung beginnt laut Torhausverein Markkleeberg auf dem Agra-Gelände hinter dem Schlosspark. Zuschauer zahlen neun Euro, ermäßigt fünf Euro. Der Verband betont, dass die Vergünstigung für Kinder ab vier Jahre gilt, ebenso für Schüler, Auszubildende, Studenten, Behinderte und Leipzig-Pass-Inhaber. Die Eintrittskarte erlaubt zudem einen Rabatt von 50 Prozent auf den Besuch des Zinnfigurenmuseums im Torhaus Dölitz, des Regionalmuseums im Torhaus Markkleeberg sowie des Sanitätsmuseums Seifertshain.

Nach der Schlachtdarstellung ist Entspannung angesagt. Ab 17 Uhr greifen die Musikanten der Spielleute-Union „Frisch voran“ der SG Schmölln zu ihren Instrumenten und geben ein Platzkonzert. In den Biwaks werden derweil die Flinten geputzt – denn nach der Schlacht ist vor der Schlacht zum 203. Gedenken.

Dorfschule Dölitz

Rund um die Torhäuser Markkleeberg und Dölitz tobte ein Teil der Schlacht, engagiert beteiligen sich die dort heute tätigen Vereine an den Geschichtsdarstellungen. So startet Freitag 16 Uhr am Torhaus Dölitz eine historische Führung durch den Ort anno 1815 . Schlossherrin Johanna von Winckler will aus Sicht der Bürger über große Feldherren und die Not der Leute erzählen. Samstag von 10 bis 13 Uhr wird zudem im Torhaus Dölitz eine Dorfschule zur Zeit der Völkerschlacht dargestellt. Besucher können selbst zu Griffel und Schiefertafel greifen. Nach der Schlacht ab etwa 17 Uhr gibt im Torhaus Bestseller-Autorin Sabine Ebert Autogramme.

Rund ums Torhaus findet von Freitagnachmittag bis Sonntag ein historischer Markt mit Händlern und Handwerkern statt.

Von Jörg ter Vehn

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