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Über Magdeburg und Dresden nach Markkleeberg

Über Magdeburg und Dresden nach Markkleeberg

Ende März soll voraussichtlich das neue Fahrgastschiff für den Markkleeberger See ankommen. Eine Odyssee von Bonn kreuz und quer über Deutschlands Wasserstraßen und Flüsse bis Dresden und von dort wieder zurück nach Leipzig.

Markkleeberg. Denn das knapp 41 Meter lange und 8,60 Meter breite Schiff passt auf keine normale Autobahn.

Vor 20 Jahren noch wäre so ein Transport über die Straße möglich gewesen, so Reeder Wilfried Meyer. Aber immer mehr Autobahnbrücken würden abgelastet, seien für weniger Gewicht zugelassen. Das treffe vor allem Schwerlasttransporte wie seinen. So bleibe ihm nur der lange Weg über die Wasserstraßen.

Gut zwei Wochen hat der Unternehmer dafür eingeplant. Und eine mittlerere sechsstellige Summe. "Die Transportkosten müssen wir erst einmal wieder einnehmen", seufzt der Mann, der seit Herbst 2012 die ebenfalls neu gebaute MS Wachau über den Markkleeberger See schippern lässt.

Von der Werft in Niederkassel-Mondorf nahe Bonn will Meyer Mitte März starten. Rund einhundert Kilometer flussabwärts geht es bis Duisburg, wo das Oberdeck abgenommen und auf ein Binnenschiff verladen wird. "Sonst passen wir nicht unter den Kanalbrücken hindurch", erläutert Meyer den Hintergrund. Denn ab Duisburg geht es auf dem Rhein-Herne-Kanal und später dem Dortmund-Ems-Kanal durch einige Schleusen hindurch bis zum "Nassen Dreieck". Das liegt am nordwestlichen Ende des Teutoburger Waldes bei Hörstel, nahe Osnabrück. Dort zweigt der Mittellandkanal ab, dem Meyer mit dem Schiff auf seiner vollen Länge von 325 Kilometern bis Magdeburg folgen muss.

Ab da klingt es einfach. Denn in Magdeburg muss das Schiff die Schleuse hinunter zur Elbe nehmen, wo es dann bis Dresden geht. "Das sind aber allein 285 Kilometer elbaufwärts", erklärt Meyer. Er hofft, die Strecke bis zum 28. März zu schaffen, wenn das stolze Schiff und sein Oberdeck auf Sattelschlepper verladen werden und am Folgetag ihre zweitägige Reise bis nach Markkleeberg antreten sollen.

Vor allem auf dieser Strecke rechnet Meyer jedoch mit etlichen Problemen. Einige Lichtmasten, Ampeln und Verkehrsschilder müssten voraussichtlich demontiert und später wieder angebracht werden, glaubt er. Schon im Herbst 2012, als die ungleich kleinere MS Wachau ankam, wurden für die letzten dreihundert Meter mehrere Stunden benötigt.

Wie berichtet, soll auch das neue Schiff mit Platz für 270 Passagiere auf Haupt- und Mitteldeck sowie 130 auf dem Sonnendeck zunächst auf dem Markkleeberger See fahren. Durch die Schleuse würde das neue Schiff mit seiner Breite auch gar nicht passen. Meyer hatte zu diesem Zweck eigens die MS Wachau bauen lassen, für die er persönlich vorher buchstäblich Maß nahm.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.02.2014
Jörg ter Vehn

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