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Über eine Million Euro für weniger Lärm

Über eine Million Euro für weniger Lärm

Die Deutsche Bahn will den Schienenlärm deutlich reduzieren und erprobt dafür im Raum Leipzig moderne Verfahren. Eines ist die Schienenstegbeschäumung. Bis zum 7. Juni kommt diese Technik an der Waldbahn in Markkleeberg zum Einsatz.

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Unter Hochdruck: Mitarbeiter der Firma Wittfeld bereiten die Schienenstegbeschäumung im Bereich Markkleeberg-West vor.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Wie viel Dezibel Reduzierung sie letztlich bringt, wird sich allerdings erst später zeigen.

Der Lärm am einstigen S-Bahn-Haltepunkt Markkleeberg-West ist ohrenbetäubend. Dabei ist die Waldbahn-Trasse wegen des Baus des elektronischen Stellwerkes in Plagwitz schon seit dem 30. Mai gesperrt. Bahn-Projektleiter Klaus Zschoch schmunzelt und reicht Ohrenschützer.

„Vor der Beschäumung muss die Schiene unter Hochdruck mit Wasser gereinigt und danach getrocknet werden“, erklärt er den Krach. Und das Zentimeter für Zentimeter auf etwa zwei Kilometern Länge zwischen Equipagenweg und Rathausstraße. Erst dann kann die ein- oder beidseitige Oberflächenbeschichtung der Schienenstege erfolgen. Der Schaum soll den Lärm absorbieren, der durch Schwingungen der Schiene beim Überfahren eines Zuges entsteht.

„Mit Hilfe einer beweglichen Hochdruckdosierungsanlage wird die Masse, ein schwingungsdämpfendes Material aus Polyurethan, aufgebracht“, erläutert Entwickler Gerd Glasner von der Firma ECET. Mit seinem Kollegen Jochen Zingelmann schaut er dem ausführenden Unternehmen, der Firma Wittfeld, genau auf die Finger. „Wenn die Reinigung nicht akkurat ausgeführt wird, Rost oder andere Umweltrückstände verbleiben, kann der etwa zwei Zentimeter dicke Schaum nicht haften und das ganze wäre umsonst“, begründet Glasner. Vom Erfolg der Schienenstegbeschäumung ist er überzeugt: „Ich denke, dass die Deutsche Bahn einen großen Schritt im Kampf gegen den Lärm auf der Schiene macht.“

In welcher Dezibel-Größenordnung sich der Erfolg bewegen wird, dazu wollen sich die Männer nicht äußern. „Es ist ein Versuch. Wir haben vor Beginn der Arbeiten den Lärmpegel gemessen und werden es nach Abschluss der Maßnahme noch einmal tun“, sagt Zschoch.

Auch Bahnsprecherin Änne Kliem betont, dass es sich um die Erprobung einer innovativen Technologie zur Lärm- und Erschütterungsminderung handelt. „Erst nach den Tests unter bahnbetrieblichen Anforderungen sowie nach umfangreichen Messungen, die voraussichtlich bis Mitte 2012 dauern, kann überhaupt entschieden werden, ob die Schienenstegbeschäumung in die Lärmsanierung übernommen wird.“

Die Kosten für die Lärmschutzmaßnahme belaufen sich allein auf dem Waldbahn-Abschnitt auf mehr als eine Million Euro. Die Summe wird aus dem Konjunkturpaket II des Bundes zur Verfügung gestellt.

Ulrike Witt

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