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Markkleeberg Umfriedete Bereiche am Cospudener See wachsen um zehn Hektar
Region Markkleeberg Umfriedete Bereiche am Cospudener See wachsen um zehn Hektar
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08:00 23.11.2016
Groß, stark, mit einem Herz für Bodenbrüter: Die Büffel sorgen in mehreren Gattern am Cospudener See dafür, dass die Flächen nicht zuwachsen und seltene Vogelarten wie Kuckuck und Wendehals Nahrung finden und geschützt brüten können. Quelle: Andre Kempner
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Markkleeberg/Leipzig

Mit ihren zotteligen Landschaftspflegern am Cospudener See haben die Städte Leipzig und Markkleeberg viel Erfolg. Nahe dem See werden nun weitere zehn Hektar als Hutewald eingezäunt. Aber es gibt auch Ärger.

Falk Selka ist in Sachen Büffel einer der ersten in Sachsen gewesen. Seine Waldbisons beweiden unterhalb der Bistumshöhe das große Gatter, vor einigen Jahren eröffnete er noch ein zweites östlich des Sees für Jungtiere. Nördlich davon grasen seit diesem Jahr Yak-Bulle Rudi und seine Herde.

Alle tierischen Landschaftspfleger zusammen sorgen dafür, dass in ihren Gehegen das Gras kurz, die Sträucher klein und damit seltene Brutvogelarten wie Kuckuck und Wendehals große Chancen haben (die LVZ berichtete). Zumal sich kaum ein Hund in ihre Gehege traut – und wenn doch, er es bei den wehrhaften Tieren schnell bereut.

Schäferin Kerstin Doppelstein hat da mit ihren Schafen am See schon mehr Sorgen. Immer wieder sind ihr die elektrischen Zäune am See in diesem Jahr eingerissen worden. Mitunter warfen idiotische Herrchen sogar ihre Kampfhunde über den Zaun, um sich an den Folgen zu ergötzen, berichtete sie. Etliche Male musste sie nachts raus, um plötzlich frei laufende Tiere einzufangen - dabei würde ein Schaf allein nie einen elektrischen Zaun umreißen.

Die Schäferin und ihre Tiere betreuen auch die Hutewaldflächen an der Südwestseite des Sees. Darunter werden Bereiche mit einem offenen, geringen Waldbestand verstanden, auf dessen Boden eine normale Gras- und Krautschicht gedeihen kann. Biologen und Förster sehen dort ein großes Potenzial für seltene bodenbrütende Vogelarten.

Diese Flächen seien nun um weitere zehn Hektar gewachsen, wie Stadtförster Andreas Sickert erklärt. Sieben Hektar davon habe Belantis als Ausgleichsmaßnahme eingebracht, drei die Stadt Leipzig. Die Flächen würden eingezäunt, damit keine unbefugten Benutzer sie betreten. „Und es werden auch Herdenschutzhunde eingesetzt“, erklärt Sickert. „Die eingefriedeten Bereiche sollte man also besser nicht betreten“, warnt er.

Bei den Gattern wird es zum Jahreswechsel eine Ablösung geben. Büffel-Mann Selka, Jahrgang 1952, will das östliche, kleinere, aus Altersgründen abgeben. Es werde allmählich etwas zu viel, erzählt er. Zumal auch die Behörden mit immer neuen Auflagen nicht dazu beitragen würden, dass es noch so einen Spaß mache wie früher, sagt er. Schäferin Doppelstein werde das Gatter übernehmen. Das Gelände werde auch weiterhin mit großen Pflanzenfressern gepflegt, versichert Sickert. Eventuell werde es auch wieder eine Erhaltungszucht zusammen mit zoologischen Gärten geben. Welche Tierart genau dann an die Stelle der Waldbisons trete, sei aber noch unklar.

Unterhalb der Bistumshöhe bleibe es erstmal bei dem Besatz mit Bisons, erklärt Selka. Auch seine Buffalo Ranch in Neukieritzsch, über die er die Wildtier-Produkte anbietet, werde er vorerst weiter betreiben.

Von Jörg ter Vehn

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