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Markkleeberg Und wieder 50 neue Grundstücke für Häuslebauer
Region Markkleeberg Und wieder 50 neue Grundstücke für Häuslebauer
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14:53 23.06.2017
Auf der Fläche zwischen Städtelner Straße und Hermann-Müller-Straße (hier vom Sportpark aus) will die Reinbau 50 Häuser errichten. Quelle: Ulrike Witt
Markkleeberg

Markkleeberg wächst und wächst – bald auch wieder in Großstädteln: Auf der Brachfläche zwischen Hermann-Müller-Straße und Städtelner Straße will die Reinbau GmbH im Auftrag der Eigentümer, der evangelischen Kirchgemeinden Markkleeberg-West und Großstädteln-Großdeuben, 50 Grundstücke mit Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern bebauen. Der Stadtrat hat am Mittwochabend im Kleinen Lindensaal grünes Licht für die Aufstellung des Bebauungsplanes „Wohnquartier Großstädteln“ gegeben.

„Mit dem neuen Wohngebiet würde durch die Verlängerung der Zarnester Straße eine weitere Ost-West-Verbindung geschaffen und die Käthe-Kollwitz-Straße, aber auch die Freiburger- und die Eulenbergallee entlastet“, warb Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) für das Projekt. In der Verkehrsuntersuchung Markkleeberg-Südwest sei dies, ergänzt um zwei kurze Verbindungen zur Käthe-Kollwitz-Straße, die Vorzugsvariante gewesen, erinnerte er. Pluspunkte für die Stadt seien auch die im östlichen Bereich angedachte Kita-Vorbehaltsfläche sowie 50 öffentliche Stellplätze im Nordosten. „Mit Kitas sind wir im Moment zwar gut aufgestellt, aber das kann sich ja schnell ändern, wie wir wissen“, sagte Schütze. Für die Stellplätze hätten die im Sportpark „Camillo Ugi“ ansässigen Vereine schon Bedarf angemeldet.

„Warum müssen wir jede Fläche im Stadtgebiet zubauen?“, fragte CDU-Stadtrat Karlheinz Eichler. Die Besiedelung zwischen den Seen sei schon jetzt hoch. „Die Nachfrage nach Grundstücken ist enorm. Erst letzte Woche haben die Telefone im Rathaus ständig geklingelt, weil in der LVZ stand, dass 50 neue Grundstücke in Zöbigker erschlossen werden. Wir müssen an gewissen Stellen einfach Entwicklung zulassen, natürlich ohne Grünzüge zu vernachlässigen“, betonte Schütze. Außerdem verstehe er nicht, warum die Kirchgemeinden ihr Tafelsilber veräußern, so Eichler, „die Kirche hat doch genug Geld.“ Der Oberbürgermeister riet ihm, sich mal bei den Kirchgemeinden über deren wirkliche finanzielle Situation zu informieren. „Es ist auch nicht richtig, dass die Kirche ihr Land verkauft. Die Gemeinden dürfen es nur in Erbbaupacht weitergeben.“

Dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Joachim Schruth, ging alles ein bisschen schnell. „Seit wann sind die Pläne der Reinbau bekannt?“, wollte er wissen. Konkret sei die Planung erst im Frühjahr 2017 geworden, sagte der Oberbürgermeister. Mit der Änderung des Bebauungsplanes Hermann-Müller-Straße und der Verkehrsuntersuchung sei die Basis aber schon 2015/16 gelegt worden. Andreas Hesse von der CDU sprach sich gegen das neue Wohngebiet aus. „Wieder 50 Grundstücke, das bringt unsere Infrastruktur zum Brechen“, warnte er. Zudem könne er sich nicht vorstellen, dass die Käthe-Kollwitz-Straße entlastet wird. „50 neue Grundstücke sind 80 neue Autos“, so Hesses Prognose.

Sein CDU-Kollege Robby Stamm sah das anders: „Heute geht es um eine Grundsatzentscheidung, ob das Gebiet generell bebaut werden soll. Und da sage ich Ja. Ich sehe hier eher eine Wohn- als eine Gewerbebebauung.“ Was gemäß des noch immer geltenden Flächennutzungsplanes von 2003 in dem Mischgebiet auch möglich wäre, sagte Schütze. Letztlich stimmten 16 Stadträte mit Ja, fünf mit Nein, einer enthielt sich.

Von Ulrike Witt

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