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Markkleeberg Unmut zwischen Wachstum und Stillstand
Region Markkleeberg Unmut zwischen Wachstum und Stillstand
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07:00 24.11.2017
Der Zwenkauer Hafen mit moderner Wohnbebauung und dem Stadtstrand (links) wird sich in den nächsten Jahren weiter verändern. Quelle: Jörg ter Vehn
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Zwenkau

Am Hafen und der See-Bebauung scheiden sich die Geister. Die einen freuen sich über die rasante Entwicklung, sind stolz darauf, den anderen geht es zu langsam, ist alles zu modern, zu elitär. Das alte ländliche Zwenkau und das neue „Kapstadt“ sind zwei Welten. Und die Unzufriedenheit wächst.

Von „Stillstand rund um den See“ spricht LVZ-Leser Rainer Plotzki. Weder von Land- noch von Seeseite kämen Besucher – außer am Hafen – legal ans Ufer. Zweireihig stünden die Verbotsschilder, machten es auf 23 Kilometern zum Sperrgebiet. Das „Weitblick“, 2016 beliebter Beach- und Freizeitclub, in diesem Jahr geschlossen, verlottere.

„Über den verbauten Blick auf den Yachthafen könnte man sich streiten“, meint Plotzki. Den „vergessenen Holzkasten“ daneben, ursprünglich Infopoint zur Hafenentwicklung, findet er gar nicht mehr originell. Am technischen Hafen stünden rostige Container. Besucher, die mit der Buslinie 107 ankommen, würden vom Unrat dahinter begrüßt.

Auch den Stadtstrand kritisiert er: „Liebloses Ambiente – und das ist wohlgemerkt die einzige Stelle, wo wir gemäß Allgemeinverfügung legal baden dürfen.“ In der Straße Am Kap seien die Grundstücke bis zum Wasser gezogen. Spaziergänger könnten sich nur die Nase platt drücken. „Stellenweise ist es wie im Gewerbegebiet“, moniert Plotzki und sieht sich mit vielen Zwenkauern einig. Er mahnt mit Blick auf das neue Wohngebiet Harthweide Kompromisse an.

„Der See gehört noch dem Tagebausanierer LMBV. Es geht um rechtliche Fragen wie die Zuständigkeit im Schadenfall“, erklärt Andreas Schmidt, Geschäftsführer der Sächsischen Seebad Zwenkau (SSZ), die Eigentümer und Projektentwickler der Uferflächen ist, die Sperrzonen. Im nächsten Jahr werde mit dem Start des Harthkanalbaus eine weitere für die Verklappung des Erdaushubs auf dem See hinzukommen, voraussichtlich für drei bis vier Jahre. „Der See und die Ufer sind noch Baustelle. Das wird sich auch so schnell nicht ändern, mit allem Konfliktpotenzial“, macht Schmidt deutlich.

Vieles sei temporär, auch die Container am Hafen. „Wir wollten frühzeitig Nutzungen etablieren. Mehr als den symbolischen Euro Miete können die Vereine gar nicht zahlen“, betont Schmidt. Den Strand habe die Stadt von der LMBV pachten müssen. „Wenn der Harthkanal fertig ist, steigt der See um einen Meter. Der Strand wird zu einem Drittel überflutet sein. Insofern stellt sich die Frage, was kann jetzt sinnvoll investiert werden“, so der SSZ-Chef. Er sehe das Areal künftig als Einstieg für Taucher und Katamarane, einen Badestrand im Bereich Harthweide.

Das „Weitblick“ werde 2018 wieder öffnen, verkündet Schmidt, die rechtlichen Voraussetzungen seien geschaffen. Für den „Holzkasten“ werde an einer neuen Projektidee gearbeitet. „Vieles ist ganz subjektiv. Wir tun einiges für die Aufenthaltsqualität. Aber die Bänke auf der Mole sind zerstört worden oder im Wasser gelandet. Das muss ja auch alles finanziert werden“, sagt Schmidt.

See und Hafen sollen ein eigenes Gesicht erhalten: sportlich, modern. „Sonst locken wir die Leipziger nicht hier raus“, meint Schmidt. Ideen gebe es viele: So soll das Leipziger Ufer im Nordwesten beim Hafenfest 2018 erstmals als Erlebniszone zugänglich gemacht werden. Die Landesjugendmeisterschaften im Segeln Anfang Juni, die Dyas-Meisterschaften im August und der Eythra-Cup seien feste Größen. Freuen könnten sich Zwenkauer und Auswärtige auch auf das 2. Neuseenland-Musikfest und das Sommerkino.

„Vieles ist in der Entwicklung. Dazu zählen auch das Verkehrs- und Parkkonzept“, räumt Schmidt ein. Hier sei die Stadt in der Pflicht. Gemeinsam mit Bürgermeister Holger Schulz (CDU) lädt er am 12. Dezember zu einer Informationsveranstaltung zur Harthweide ein. Wo diese stattfinden wird, sei noch offen.

Von Ulrike Witt

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