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"Unsere Rechnung ist aufgegangen"

"Unsere Rechnung ist aufgegangen"

Der Cospudener See wird im Juni zehn Jahre. Unter dem Motto „Vom Tagebau zum Landschaftspark" erinnerten die Bürgermeister von Leipzig - Heiko Rosenthal (Linke) -, Markkleeberg - Philipp Staude - und Zwenkau - Holger Schulz (CDU) -, sowie Amtsleiterin Inge Kunath und Pier 1-Betreiber Christian Conrad gestern in der „Wasserwirtschaft" an Meilensteine der Entwicklung.

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Ruhe vor dem Sommeransturm: Auch in dieser Saison rechnen die Betreiber wieder mit mehr als 500 000 Besuchern am Cospudener See. Anziehungspunkt für alle, die sehen und gesehen werden wollen, ist der Zöbigker Hafen.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Zugleich wagten die „Anrainer" einen Blick in die Zukunft.

„Das Wetter passt zum Anlass", meinte Inge Kunath, Leiterin des Leipziger Amtes für Stadtgrün und Gewässer zur Begrüßung. Wahrlich, bei Sonnenschein zeigte sich der Cossi von seiner besten Seite. Dass sich Ende der 80er Jahre an gleicher Stelle Kohlebagger in die Landschaft fraßen, ist fast vergessen. „Nur wer am Rande des großen Lochs gestanden und den abgeholzten Auenwald gesehen hat, der kann ermessen, welchen gigantischen Wandel diese Landschaft erfahren hat", betonte Staude.

Voraussetzung dafür war die Einstellung des Tagebaus 1992, nicht zuletzt dank des Engagements der Bürgerinitiative „Stoppt Cospuden". „Als Kommunen mussten wir, um handlungsfähig zu werden, erst einmal die Flächen wieder in unseren Besitz bringen", berichtete Staude. Den entscheidenden Schub gab es im Jahr 2000: Als dezentrales Projekt der Weltausstellung Expo wurde der See der Öffentlichkeit übergeben. „Heute erleben wir ein prosperierendes Hafengelände. Man kann fast alle Wassersportarten betreiben und hat das Gefühl, an einem Urlaubsort zu sein. Zöbigker ist eine der attraktivsten Adressen im Großraum Leipzig. Und wir werden auch weiterhin alles tun, um den Cossi für Besucher noch attraktiver zu machen", versprach Staude.

Ein wichtiger Schritt wird die - wenn auch verspätete - Eröffnung des  Kurs 1 der Gewässerverbindung am 20. August, dem so genannten Tag „Blau", sein. „Was hier vor zehn Jahren begonnen hat, ist noch lange nicht zu Ende. Wir werden gemeinsam weiter paddeln, damit aus dem Edelstein Cospudener See im Zuge der wassertouristischen Vernetzung das Herzstück des Neuseenlandes wird", erklärte Rosenthal. So soll im nächsten Jahr die Schiffbarkeit der Pleiße, 2012 die Verbindung zwischen Markkleeberger und Störmthaler See, 2014 die Anbindung des Markkleeberger Sees an die Pleiße sowie die Freigabe des Harth-Kanals zwischen Cospudener und Zwenkauer See folgen. „Lag Zwenkau einst sprichwörtlich hinter dem Mond, wird es künftig an einem 14 Quadratkilometer großen Segelrevier liegen", machte Schulz die Dimension des Vorhabens deutlich.

Einer, der kaum wie ein anderer weiß, was es bedeutet, „am Strand zu arbeiten", ist Christian Conrad. „Als gebürtiger Thüringer wirkte der Tagebau auf mich wie der Grand Canyon", erzählte er schmunzelnd. Inzwischen hat der einstige Existenzgründer fast sieben Millionen Euro investiert und vieles gelernt. „Ein Irrtum war, dass wir glaubten, alles selber machen zu können", verriet er und berichtete von den aktuell 15 Unternehmen mit knapp 100 Mitarbeitern allein im Zöbigker Hafen und am Nordstrand. „Wenn ich heute das urbane Leben mit jährlich 500 000 Tages- und etwa 4000 Übernachtungstouristen sehe, dann weiß ich, unsere Rechnung ist aufgegangen", so Conrad.

Damit auch die des Neuseenlandes am Ende stimmt, seien noch 30 Millionen Euro Fördermittel notwendig, erläuterte Rosenthal. Er appellierte an die Mitglieder des Bundes- und Landtages, sich für ein fünftes Verwaltungsabkommen stark zu machen: „Ohne die Verlängerung des vierten Abkommens zur Tagebausanierung, das 2012 ausläuft, können wir den Seenverbund mit einer Länge von 200 Kilometern und etwa 175 Quadratkilometern Wasserfläche nicht realisieren."

Ulrike Witt

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