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Verein Pro Markkleeberg will künftig Konflikte moderieren und Entwicklung so vorantreiben

Verein Pro Markkleeberg will künftig Konflikte moderieren und Entwicklung so vorantreiben

Im Juni soll ein Verein gegründet werden: Pro Markkleeberg will neutrale Moderationsplattform sein, Prozesse unabhängig von parteipolitischen Bestrebungen und konfessioneller Bindung per Mediation begleiten.

Markkleeberg. Ziel ist es, widerstrebende kommunale, private und gewerbliche Interessen zum Wohl aller unter einen Hut zu bekommen. Die LVZ hat mit zwei der Initiatoren, Anwältin Heike Kellner-Lorenz und Wirtschaftsmediator Matthias Götz, gesprochen.

Frage: Was ist Mediation und was kann sie leisten?

Matthias Götz: Wir verstehen unter Mediation ein kooperatives Verhandlungsverfahren mit dem Ziel des Interessenausgleichs. Der Mediator nimmt dabei die Rolle des neutralen Mittlers ein. Besser gesagt: Mediation bietet die Chance, in kurzer Zeit ein Problem zu lösen und zwar so, dass für alle Beteiligten bestmögliche Perspektiven eröffnet werden. In Deutschland liegt die Erfolgsquote solcher Verfahren bei 70 Prozent.

 

Wer steht hinter Pro Markkleeberg und wen möchten Sie ansprechen?

Heike Kellner-Lorenz: Wir werden sieben Gründungsmitglieder sein, ein Großteil kommt aus Markkleeberg. Einige Leipziger, denen die Stadt mit ihren Seen am Herzen liegt, haben aber schon Interesse signalisiert. Und selbstverständlich sind uns konstruktive Ideen immer willkommen.

 

Wie groß ist der Gestaltungsspielraum, wenn es um wirtschaftliche Interessen bei der Entwicklung einer Kommune, einer ganzen Region geht?

 

Götz: Das kommt auf die Beteiligten an. Aber je härter die wirtschaftlichen Interessen, desto besser ist Mediation zur Konfliktbeilegung geeignet. Unterschiedliche Positionen aus der Konfliktgeschichte treten im Verlauf des Verfahrens in den Hintergrund. Anwendungsfälle liegen mit der Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft in unserer Region und den sich daraus ergebenden Potenzialen und Spannungsfeldern sozusagen auf dem Tisch. Beispiele sind die Uferbebauung am Cospudener See oder die Unterhaltung beziehungsweise der Ausbau des Floßgrabens.

 

Kellner-Lorenz: Wirtschaftliche und damit auch touristische Entwicklung ist am erfolgreichsten, wenn unterschiedliche Interessen ein gleichberechtigtes Gehör finden. Unser Anliegen ist daher Förderung mit Augenmaß.

Pro Markkleeberg will neutral sein. Das heißt, Mitglieder dürfen in Konflikte nicht involviert sein und damit im Zweifelsfall nicht profitieren.

 

Götz: Das ist ein interessanter Punkt. Doch so wie die Beteiligten den Willen zur Konfliktlösung mitbringen müssen, wählen sie auch selbst ihren Mediator. Berufen wird derjenige, der die Voraussetzungen erfüllt.

 

Einige Gründungsmitglieder haben Berufe, in denen Konfliktmanagement zum bezahlten täglich Brot gehört. Inwieweit ist der Verein davon zu trennen?

Götz: Die Rolle des Mittlers erfordert zwingend eine Verknüpfung mit beruflichen Erfahrungen. Er muss den Konflikt doch erst einmal verstehen. Allgemein handelt es sich aber um eine Dienstleistung, das stimmt. Der wirtschaftlichen Tätigkeit von Pro Markkleeberg werden aber durch die festgeschriebene Gemeinnützigkeit enge Grenzen gesetzt.

Gab es einen konkreten Anlass für Pro Markkleeberg?

Götz: Die Fortsetzung der erfolgreichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung wird auch in Zukunft das Engagement der Bürger fordern. Wir konnten das in den letzten Wochen nicht nur beim Für und Wider zum Floßgrabenausbau beobachten. Eine Moderationsplattform zu schaffen, ist damit folgerichtig, um aus unterschiedlichen Interessen nachhaltige Potenziale für Markkleeberg herauszuarbeiten.

Unterstützt Sie die Stadtverwaltung?

Kellner-Lorenz: Das Rathaus hat uns beim dritten Markkleeberger Wirtschaftsgespräch ein Podium gegeben und damit Zustimmung signalisiert.

Kathrin Kirscht

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