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Verkehrskonzept soll 2015 stehen

Verkehrskonzept soll 2015 stehen

Wie geht es nach der Inbetriebnahme des City-Tunnels mit dem öffentlichen Nahverkehr in Markkleeberg weiter? Diese Frage stand am Dienstagabend im Mittelpunkt eines Bürgerforums im Kleinen Lindensaal, zu dem das Herbert-Wehner-Bildungswerk für Kommunalpolitik eingeladen hatte.

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Die Zukunft der Straßenbahnlinie 9 ist derzeit völlig offen.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Die Moderation übernahm der Journalist Alexander Ihme.

Einig war sich das Podium in der Beurteilung des neuen mitteldeutschen S-Bahnnetzes. Bernd Irrgang, Geschäftsführer des Zweckverbandes Nahverkehrsraum Leipzig, sprach von einer "deutlichen Verbesserung", der Kreis-Beigeordnete Thomas Voigt, "von einem Ruck, der durch den ganzen Südraum" gegangen sei, Landtagsmitglied und Stadtrat Oliver Fritzsche (CDU) lobte die "sehr leisen S-Bahnen" und Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) schwärmte geradezu von der "alternativlos schnellen Verbindung" nach Leipzig.

Schütze sah aber auch Nachbesserungsbedarf: "Wachau und Auenhain sind von der S-Bahnnutzung praktisch ausgeschlossen, eine Ost-West-Verbindung haben wir bis heute nicht. Die Anbindung der Seen ist unzureichend." Zudem kritisierte er, dass es mit der Endstelle der Linie 9 nur eine barrierefreie Straßenbahnhaltestelle gibt. "Und auch nur beim Einstieg. Barrierefreie Bushaltestellen haben wir gar nicht."

Deshalb sei es so wichtig, meinte Schütze, dass sich die Markkleeberger im März an der gemeinsamen Umfrage von Mitteldeutschem Verkehrsverbund (MDV), Landkreis Leipzig und Stadt Markkleeberg beteiligen (siehe Kasten). Jeder Haushalt werde gebeten, über sein ÖPNV-Nutzerverhalten Auskunft zu geben. "Je mehr Bürger teilnehmen, desto repräsentativer wird das Ergebnis sein und das ist die Basis für die Gestaltung unseres innerstädtischen Verkehrs", erklärte der Rathauschef.

Auf schnelle Lösungen drängte der Zöbigker Gerd Priebe, der als sachkundiger Bürger im Umwelt- und Energieausschuss mitarbeitet. "Die Park-Flächen am Bahnhof Markkleeberg reichen nicht aus. Da muss was passieren." Schütze erklärte, dass dies im Zuge des Schwimmhallenbaus auch geplant sei. "Im Unterschied zum Haltepunkt Markkleeberg-Nord haben wir in Mitte freie Flächen", fügte er hinzu. Schütze bat um Geduld, die Stadt wolle die neue Verkehrskonzeption auf jeden Fall 2015 präsentieren.

Voigt sprach einer Auenhainerin aus dem Herzen, die sich eine regelmäßige Busverbindung wünscht. "So eine gute Anbindung, wie wir mit der Linie 65 von Grünau an den Cospudener See haben, brauchen wir auch in die andere Richtung über Markkleeberg-Ost, Wachau, Auenhain und Güldengossa nach Großpösna." Die Ortsteile Wachau und Auenhain und damit auch der Kanupark werden derzeit am Wochenende gar nicht bedient, unter der Woche nur mit wenigen Fahrten.

Dieter Linke wollte wissen, welche Linienführung der Stadtbus bekommen soll und wie es mit der 9 weitergeht. "Die Stadtbusroute steht noch nicht fest, aber Sie können daran mitarbeiten, wenn Sie sich an der MDV-Umfrage beteiligen", empfahl Schütze. Für die Linie 9 gebe es indes drei Szenarien: "Es bleibt wie es ist, dann müssen die LVB aber investieren. Die Linie wird erhalten, der Takt aber ausgedünnt, oder die 9 wird wirklich eingestellt. In diesem Fall müsste ein Bus die Strecke bedienen. Denn eine Stilllegung ohne Ersatz kommt für uns nicht in Frage", so der Oberbürgermeister. Am Ende werde es eine wirtschaftliche Entscheidung des Trägers Landkreis Leipzig und der Leipziger Verkehrsbetriebe auf Grundlage der Fahrgastzahlen sein. Voigt betonte: "Wir sind offen für alles, es ist nichts festgelegt."

Carsten Schulze vom Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte die "vertane Chance" zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 11 zum Markkleeberger See, die der Stadtrat vor rund zwei Jahren mehrheitlich abgelehnt hatte und forderte "Mut zu neuen Lösungen". So könne die Linienführung der 9 auch verändert werden und die S-Bahnlinie 2 müsse nicht zwangsläufig in Gaschwitz enden, sondern könne bis Zöbigker geführt werden. Visionen, die Schütze interessant fand, "aber leider nicht finanzierbar".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.02.2014
Ulrike Witt

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