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Markkleeberg Verlängerte Zarnester Straße soll Entlastung bringen
Region Markkleeberg Verlängerte Zarnester Straße soll Entlastung bringen
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07:00 29.09.2016
Die Zarnester Straße soll in den nächsten Jahren bis zur Städtelner Straße verlängert werden und so für Entlastung sorgen. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Die Stadt Markkleeberg will die Zarnester Straße zur Entlastung der verkehrlich stark belasteten Wohngebiete Eulenberg und Krähenfeld in den nächsten Jahren bis zur Städtelner Straße hin verlängern. Das ist nach jahrelanger Diskussion das nicht ganz neue Ergebnis einer Verkehrsuntersuchung für Markkleeberg-Südwest, die am Dienstagabend im Rathaus vorgestellt wurde.

Frank Zimmermann vom Institut für Verkehrsanlagen und -systeme (IVAS) aus Dresden bestätigte den zahlreich erschienenen Bürgern aus fachlicher Sicht, was sie schon wussten: Das Gebiet zwischen Seenallee, Koburger-, Zöbigker- und Städtelner Straße ist chronisch überlastet. Bis zu 15 000 Fahrzeuge passieren laut einer Zählung an einem Werktag in 24 Stunden die Koburger Straße, bis zu 6000 die Städtelner Straße, bis zu 3500 die Zöbigkerstraße. Dazwischen sieht es nicht besser aus: Kritisch sei die Verkehrsmenge insbesondere in der Käthe-Kollwitz-, der Privat-, der Hermann-Müller- und der Schmiedestraße sowie im Sonnenweg, sagte Zimmermann.

Und da seien die im Bau befindlichen Wohngebiete am Caritas Kinder- und Jugenddorf, an der Hermann-Müller-Straße sowie die potenzielle Baufläche an der Prödeler Straße noch gar nicht voll besiedelt. „Wir müssen künftig mit mindestens 2700 zusätzlichen Fahrzeugen pro Tag rechnen. Das ist ein Anstieg um elf Prozent“, so der Verkehrsplaner. Sein Fazit: „Es muss dringend was passieren.“

Zimmermann stellte zwei Varianten vor: Die Verlängerung vom Kreisverkehr hinter Marktkauf bis zur Städtelner Straße und den Ausbau der etwa 300 Meter südlich gelegenen, bislang als Stich ausgeprägten Zarnester Straße. Der Fachmann empfahl der Stadtverwaltung, die mit Bürgermeisterin Jana Thomas und der Leiterin des Stadtplanungsamtes Heike Reckling vertreten war, sich für die südliche Variante zu entscheiden. Profitieren würden vor allem die Bewohner der Käthe-Kollwitz-Straße, die seit Jahren für eine Entlastung vor ihrer Haustür kämpfen (die LVZ berichtete). Die nördliche Variante würde aus Zimmermanns Sicht keine Verkehrsberuhigung bringen, vielmehr als Durchfahrtsstraße zwischen Koburger- und Städtelner Straße noch mehr Verkehr anziehen.

Als weitere Maßnahmen zur Entlastung der Wohngebiete riet Zimmermann unter anderem, die Tempo-30-Zone im gesamten Areal beizubehalten, über Durchfahrtssperren für die Schmiedestraße, sowie Sonnen- und Meisenweg nachzudenken, die Einmündung Käthe-Kollwitz-/Städtelner Straße mit einem Stoppschild und einem Radschutzstreifen zu entschärfen. Außerdem soll eine zweite, im Zuge der weiteren Erschließung des B-Plangebietes Caritas Kinder- und Jugenddorf geplante Verbindungsstraße zwischen Schmiede- und Zöbigkerstraße Abhilfe bringen.

Aus dem Publikum hagelte es Kritik: Die Stadt verkaufe seit Jahren meistbietend Grundstücke, ohne das erforderliche Straßennetz zu schaffen. Unverständnis auch, warum die Verkehrszählung für die IVAS-Analyse just während der Vollsperrung der Schmiedestraße erfolgte. Ganz pragmatisch empfahl ein Anwohner der Käthe-Kollwitz-Straße, doch einfach die Hecken der Eckgrundstücke an der Städtelner Straße zu kürzen und einen Spiegel an der Einmündung zu installieren. Gleiches forderte eine Frau für die ausgebaute Kreuzung Schmiedestraße/Sonnenweg. Und Henning Diestel meinte: „Wenn Geld für ein Zauneidechsenbiotop da ist, muss auch das Geld für einen Radweg zur Grundschule da sein.“

Hoch kochte der Unmut, als Reckling deutlich machte, dass die Zarnester Straße frühestens 2019 ausgebaut werden kann. Gründe: Weil das Grundstück in Kirchenhand und ein Investor notwendig sei, vor allem aber erst Baurecht über ein aufwendiges B-Planverfahren geschaffen werden muss.

Von Ulrike Witt

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