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Vertum forscht in Zöbigker für die Umwelt

Vertum forscht in Zöbigker für die Umwelt

Clemens Ochmann ist kein Mann der großen Worte. Der Geschäftsführer der Vertum GmbH wirkt zurückhaltend. Dabei hat das in Zöbigker ansässige Ingenieurbüro für die Entwicklung eines Verfahrens zur Aufbereitung salzhaltiger Industrieabwässer den Zukunftspreis der Stiftung Südraum Leipzig erhalten.

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Zukunftspreisgekrönt: Clemens Ochmann in seinem Labor.

Quelle: Ulrike Witt

Markkleeberg. "Der Zukunftspreis ist eine sehr große Anerkennung. Darauf sind wir stolz", sagt Ochmann. Gegründet wurde Vertum 2003 im Blauen Haus an der Koburger Straße, wo die Firma Wasseraufbereitungsanlagen Markkleeberg (Wama) ihren Sitz hatte. Vertum steht in deren Tradition. "Wir sind kein Rechtsnachfolger, greifen aber auf das Know-how zurück", erklärt er. Geschäftspartner Uwe Schmidt und einige ältere Kollegen hätten früher bei der Wama gearbeitet. Heute hat das Ingenieurbüro für Verfahrens- und Umwelttechnik 15 Mitarbeiter, die meisten sind Ingenieure, Chemiker und Konstrukteure.

Zu den Kunden zählen Energieriesen wie RWE und Vattenfall, Chemieunternehmen wie Akzo-Nobel, aber auch kommunale Abwasserzweckverbände. Und die Bundeswehr. "Für das Bundeswehrlager in Kundus haben wir die Abwasserentsorgung geplant und vor Ort den Bau begleitet", erzählt Ochmann im Geschäftshaus An der Harth 10. Dorthin ist Vertum vor einem halben Jahr umgezogen und arbeitet weiter am preisgekrönten Verfahren.

"Basis war meine Promotionsarbeit, in der ich mich mit Aufwuchskörpern für Mikroorganismen beschäftigt habe, die besonders geeignet sind, Stickstoffverbindungen abzubauen", erläutert Ochmann und zeigt einen Becher. Darin sind kleine Kunststoffkissen, so genannte Biocompounds, die von Mikroorganismen aufgefressen werden. In hoch mit Ammonium-Stickstoff belasteten Abwässern von Kraftwerken sollen sie die zweite Reinigungsstufe übernehmen.

"Herkömmliche biologische Verfahren greifen nicht, weil es kaum organische Kohlenstoffverbindungen in den Kondensat-Abwässern gibt, andere thermische und chemische Verfahren sind zu teuer", so Ochmann. Tests hätten gezeigt, dass die von Vertum entwickelte zweite Reinigungsstufe - die erste schafft zu günstigen Kosten 80 Prozent - die restlichen 20 Prozent übernehmen und das Abwasser danach in öffentliche Gewässer eingeleitet werden könnte.

Vor einem Jahr kam der Durchbruch, dank der Zusammenarbeit mit dem Engler-Bunte-Institut, dem Lehrstuhl für Wasserchemie der Uni Karlsruhe, das die erste Reinigungsstufe verantwortet. Erfolgsgaranten sind aber auch die Firma Augst aus Sohland, die die Biocompounds produziert und die Firma Söll in Hof, die Methoden zur Kultivierung von Mikroorganismen entwickelt. "Ohne solche Partner wären wir nicht dort, wo wir heute sind."

Noch wird das Verfahren nicht eingesetzt, geht die Forschung weiter. "Der Zukunftspreis bestärkt uns, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen", sagt Ochmann. Er gehe davon aus, dass das Verfahren in vier Jahren anwendungsbereit sei. "Die Erfahrung zeigt, dass Ideen nicht problemlos in technische Maßstäbe umzusetzen sind, da steckt viel mühevolle Kleinarbeit dahinter."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.06.2014
Ulrike Witt

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