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"Viele Grüße aus Bananien"

"Viele Grüße aus Bananien"

Tropische Temperaturen und anhaltende Trockenheit: Was Mensch und Natur zurzeit in Mitteldeutschland schwer zu schaffen macht, bekommt den Bananenpflanzen von Steffen Zocher in Markkleeberg-Ost wie eine Badekur.

Markkleeberg. Die stehen in seinem Grundstück auf der Goldenen Höhe in voller Blüte, locken Nachbarn und Freunde. Und alle, auch Zocher selbst, staunen über den Zuchterfolg.

"Vor acht Jahren habe ich mehr aus Spaß eine einzelne Bananenpflanze für zehn Euro gekauft und sie in einen Blumentopf in den Garten gesetzt", erinnert sich der 68-Jährige. Im Herbst sei sie jedes Jahr zum Überwintern in den Keller gekommen - bis der Kübel zu schwer wurde. "2010 hat es mir dann gereicht. Ich habe sie in den Garten ausgepflanzt und hatte eigentlich nicht viel Hoffnung", erzählt Zocher. Doch es kam ganz anders: "Meine Banane hat sich unwahrscheinlich schnell vermehrt."

Etliche Senker verschenkte Zocher. Aber selbst die sechs Pflanzen, die er behielt, wurden - sicher auch dank der zuletzt sehr milden Winter in unseren Breiten - zu groß, nahmen anderem Grün mit dreieinhalb bis vier Meter Höhe und nicht weniger Breite zunehmend Platz und Licht. "Das war der reine Wahnsinn", sagt Zocher lachend.

Dieses Frühjahr habe er sich deshalb von zwei weiteren Bananenpflanzen getrennt, zwei andere auf seinem Grundstück umgesetzt. Dass nun ausgerechnet diese "nach der Strapaze" so toll blühen, verwundert ihn. "Damit hätte ich doch nie gerechnet. Das ist einfach Gärtnerglück. Ich bin sonst nicht der Typ mit dem grünen Daumen."

Seine Freunde ziehen Zocher inzwischen auf. "Die meinen, ich hätte sicher schon einen Liefervertrag mit Globus abgeschlossen", verrät er amüsiert. Ganz so weit sei es indes noch nicht. Allerdings gedeihen in Zochers Garten auch andere exotische Früchte, so zum Beispiel Kiwis. "Ich weiß noch nicht mal, ob meine Bananen wirklich essbar sein werden", sagt Zocher. Spaß bereitet ihm seine Plantage aber schon. Post verschickt er jetzt mit dem Zusatz "Viele Grüße aus Bananien".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.08.2015
Ulrike Witt

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