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Markkleeberg Vineta bekommt was aufs Dach
Region Markkleeberg Vineta bekommt was aufs Dach
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17:04 21.12.2009

. Zugleich hievte ein Kran den Abschluss der Kuppel auf den Rohbau des Kunstprojektes.

Gott scheint ein Auge auf das vom Steuerzahler finanzierte Gebäude geworfen zu haben. Petrus zumindest gab an diesem Tag alles und ließ das Haus in Sonne baden. „Ob wir es Kirche nennen dürfen?“, fragte die Landtagsabgeordnete Petra Köpping (SPD). Sie kann sich noch gut erinnern, dass Ute Hartwig-Schulz vom Bund Bildender Künstler mit der Vineta-Idee in ihr damaliges Bürgermeisterbüro kam. „Alle reden davon. Aber ist es eine Kirche?“, grübelte Pfarrer Johannes Langer. Zu einem Ergebnis sei er aber noch nicht gekommen.

Zwar erinnert die gestern gekrönte Kuppel an die Turmspitze des 1977 zu Gunsten der Kohle weggebaggerten Magdeborner Gotteshauses. Aber eigentlich steht Vineta – wenn sie erst auf dem See verankert ist – für die Wiedergutmachung an der ganzen geschundenen Landschaft. Auf den Ponton werden Erinnerungsplatten geschraubt, eine Art Grabsteine, die auf Lage und Historie der verschwundenen Orte hinweisen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 871 500 Euro. Das teilte die Gemeinde mit, die das Kunstprojekt gemeinsam mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) realisiert. „Für uns ist Vineta eine große Herausforderung“, sagte Mike Reichel, Projektverantwortlicher bei der LMBV. „Seit 2006 sind wir bereits mit der Idee und ihrer Realisierung beschäftigt. Im nächsten Frühjahr sollen dann auch die Wege am Ufer hergerichtet sein. „Damit werden die Bedingungen für die ersten Trauungen auf dem See geschaffen“, so Reichel weiter. Wie berichtet, entsteht in Vineta ein Turmzimmer, in dem geheiratet werden kann. „Dafür führt unser Standesamt einen eigenen Terminkalender“, sagte Hauptamtsleiter Daniel Strobel. „Das Einschwimmen und Verankern am vorbereiteten Standort ist fürs Frühjahr 2010 geplant“, so Strobel. „Im Moment haben wir 55 Zentimeter Wasserspiegel unter dem Ponton“, erklärte der Großpösnaer Matthias Potel. „Ich schätze, bei 70 Zentimetern löst sich Vineta vom Untergrund und schwimmt“, sagte der Bauplaner und Sachverständige, der das derzeit noch hinter einem Wall liegende Projekt umsetzt.

Der Hausbau selbst wird von der Dafa Bau GmbH aus Leipzig hochgezogen, und zwar „ähnlich der Bauweise, die wir bei unseren Passivhäusern für Wohnen und Gewerbe nutzen“, erzählte Dafa-Chef Kurt Kanis am Fuße des 40 Meter hohen Drehkrans. „Die Konstruktion ist voll ökologisch und leistet einen positiven CO2-Beitrag“, so Kanis weiter. „Nun steht Vineta auf einem Ponton; hoffentlich schwimmt er nicht so schnell davon“, meinte dann Bauleiter Matthias Pilarski in seinem Richtspruch. Anschließend nahm er je einen Schluck auf Bauherr, Brautpaare, Architekt und Zimmerleute – um das Glas im Anschluss auf den Boden zu werfen. „Scherben bringen Glück“, meinte auch die Großpösnaer Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch.

Ingolf Rosendahl

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