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Markkleeberg Volksbank macht Filiale in Großdalzig dicht
Region Markkleeberg Volksbank macht Filiale in Großdalzig dicht
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00:18 28.01.2016
Nicht schön, aber für die Bewohner von Großdalzig und der umliegenden Orte ein wichtiger Anlaufpunkt – die Volksbank und das Geschäft. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Aufregung in und um Großdalzig: Die Volksbank Leipzig schließt zum 31. März mehrere Filialen im ländlichen Raum, darunter auch die im Zwenkauer Ortsteil Großdalzig. „Für Außenstehende ist das vielleicht nicht so schlimm, aber für uns ist das eine Katastrophe, die am Ende noch zur Schließung der letzten Einkaufsmöglichkeit führt“, erklärt Daniel Kalis, vielen als Ortschronist von Zitzschen bekannt.

„Die Entscheidung, Kleinstgeschäftsstellen aufzugeben, ist uns nicht leicht gefallen. Aber seit Jahren ist die Einwohnerzahl im Einzugsgebiet rückläufig. Außerdem haben sich politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in jüngster Zeit weiter verschärft“, begründet Bankvorstand Andreas Woda. So stammten bislang 70 Prozent der Erträge aus dem Zinsüberschuss. Durch die anhaltende Niedrigzinsphase würden diese aber bis 2020 um 15 Prozent sinken. Auch der gestiegene Aufwand durch die Bankenregulierung mache es erforderlich, weiter Kosten zu sparen.

Außerdem nutzten immer mehr Kunden bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten, überweisen online und speichern ihre Auszüge auf dem Computer oder Smartphone. Für viele sei der Weg in die Geschäftsstelle überflüssig. Zudem hätten Kunden höhere Ansprüche an Beratung, Bedienkomfort und Verfügbarkeit. Um kostendeckend zu arbeiten, bedürfe es größerer Einheiten mit größeren Einzugsgebieten, so Woda. Standorte wie Großdalzig oder Pegau erfüllten diese Anforderungen nicht und Investitionen dort seien wirtschaftlich nicht vertretbar.

Die Volksbank-Kunden in Großdalzig sollen ab 1. April die Geschäftsstelle in der Leipziger Straße 34 in Zwenkau nutzen. „Durch die Zusammenlegung der Standorte können wir sicherstellen, dass eine angemessene Zahl von Mitarbeitern bereit steht. Es gibt auch keine Betreuerwechsel“, betont Woda. Stattdessen werde die Geschäftsstelle Zwenkau zusätzlich freitags von 9 bis 13 Uhr öffnen.

Kalis bleibt dabei: „Mit der Schließung geht ein wichtiges Stück Infrastruktur auf dem Land verloren und damit Lebensqualität – besonders für ältere Leute.“ Er fürchtet, dass der Bank über kurz oder lang das im gleichen Gebäude am Eisenbahnhaltepunkt Großdalzig befindliche Geschäft folgt. „Viele verbinden den Gang zur Bank mit dem Einkauf. Es gibt schon jetzt kaum noch Einzelhandel auf dem Land“, schimpft der 37-Jährige. Und er fragt: „Wie wollen wir so Familien hieraus locken oder Touristen? Von und nach Großdalzig fahren stündlich Züge. Solange es keinen Haltepunkt in Zitzschen gibt, ist Großdalzig für Bahnreisende das Tor zum Zwenkauer See.“

Bürgermeister Holger Schulz (CDU) ist „nicht gerade erfreut“ über die Entwicklung, „aber ich habe keine Einflussmöglichkeiten“. Er hatte gehofft, dass in Großdalzig wenigstens ein Automat bleibt. Doch auch der soll weg. Schulz teilt auch Kalis’ Sorge um den letzten „Konsum“. Die einzige Hilfe, die die Stadt bieten könne, sei das City-Mobil. Das bringt Bürger ohne Auto dienstags und donnerstags aus den Ortsteilen nach Zwenkau.

Von Ulrike Witt

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