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Markkleeberg Vom Bastrock bis zum Tarnanzug alles dabei
Region Markkleeberg Vom Bastrock bis zum Tarnanzug alles dabei
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17:37 03.10.2011
Durch die „Grüne Hölle“ zwängt sich dieser Mann kurz vor der Wendeschleife. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Und mehr als 5000 Zuschauer zollten den Freizeitsportlern Respekt. Denn bei allem Spaß, ohne Training geht nichts.

„Pro Woche müssen es 30 bis 40 Kilometer sein“, verriet Alexander Hoelzle. Der 48 Jahre alte Münchner war mit seinem Kompagnon Florian Kirstein bereits bei der verregneten Premiere 2010 dabei. Diesmal gehörten die beiden als „Team Elite“ zu den ganz harten, stellten sich im Tarnanzug mit Stiefeln, Gesichtsschutz und Mützen dem ohnehin schweißtreibenden Wettbewerb. Selbst der erfahrene Sportsmann und Moderator Roman Knoblauch staunte über den Kampfgeist der Bayern: „Bei der Wärme ist das wirklich eine besondere Herausforderung.“ Das Wasser sei doch immer in Sichtweite, erklärte indes Hoelzle, der sich jedes Jahr deutschlandweit an mehreren Veranstaltungen dieser Art beteiligt.

Kevin Herrmann und Christoph Ende von den Johannitern machten sich dennoch Gedanken. „Meist behandeln wir bei solchen Cross-Läufen vor allem Sturzverletzungen. Hier könnten aber einige Kreislaufprobleme bekommen“, fürchtete Herrmann. Gerade Hobbysportler achteten oft nicht auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Für die Anfang Oktober ungewöhnliche Hitze hatte Marco Wegener aus Eberswalde sein ganz eigenes Rezept. Der 43-Jährige trat zur Freude der Besucher im Baströckchen mit Blumenkette und Sonnenhut an. „Ich habe mir den Wetterbericht angesehen, da war die Sache klar“, so Wegener.

Als Oberbürgermeister Bernd Klose (SPD) um 12 Uhr den Startschuss für die lange Distanz gab, drückte eine junge Frau besonders fest die Daumen – Jasmin Schindler aus Dresden. Ihre Freund, Frank Arndt, machte sich als einer von 200 Läufern auf die Strecke. Sie hatte derweil noch anderthalb Stunden bis zu ihren sieben Kilometern. Zeit, um sich die Hindernisse anzuschauen.

Schon das erste konnte Untrainierte in Atemnot versetzen. Denn kurz nach dem Kanupark ging es 100 Stufen zum Seepark Auenhain hoch. Keine 300 Meter weiter wartete die Wasserrutsche am „Skihang“. Angefeuert von den Zuschauern stürzten sich die Frauen und Männer tollkühn auf die nassen Matten. „Klasse“, meinte Klose, der sich von der Begeisterung der Massen gern anstecken ließ. Wobei der Rathauschef gestand, dass er, als er das erste Mal von den Plänen der Sportfreunde Neuseenland gehörte habe, äußerst skeptisch gewesen sei.

„Das ist der beste Cross de Luxe aller Zeiten.“ Zu diesem Superlativ ließ sich Veranstalter Jörg Glindmeyer hinreißen. Allerdings war er froh, dass die Sportler ob der hohen Temperaturen immer wieder Wasserkontakt hatten. „Kreislaufmäßig waren alle gut aufgestellt, selbst das Team Elite hat durchgehalten. Wie bei solchen Läufen üblich sind ein paar Leute umgeknickt. Es gab aber weder Knochenbrüche noch andere Komplikationen“, so Glindmeyer am Nachmittag. Er sei überaus zufrieden. Auch mit der Beteiligung. „Der Cross de Luxe am Markkleeberger See hat sich offensichtlich in der Szene herumgesprochen. Es waren Sportler aus Polen, aus Holland und der Schweiz dabei. Das zeugt doch von der gestiegenen Bedeutung“, betonte Glindmeyer.

Bis zu einem Dutzend ähnlicher Events gebe es pro Jahr allein in Deutschland. „Bei der Abstimmung einer Laufzeitschrift haben wir neulich den zweiten Platz belegt. Das ist doch was, oder?“ Dabei wären sowohl die Schwierigkeit der Hindernisse als auch die Attraktivität der Strecke insgesamt bewertet worden. „Die Leute wollen es hart. Darauf haben wir uns eingestellt und noch weniger Wege genutzt und die Strecke stärker ins Gelände verlegt“, erläuterte Glindmeyer. Einzig der Wettbewerb „Miss Cross de Luxe“ ging in all dem Trubel fast unter. Nur zwei Kandidatinnen absolvierten die sieben Kilometer. Das Kopf-an-Kopf-Rennen der sportlichen Schönen entschied letztlich Aniko Gerschau für sich. Ihr Lohn: ein Wellness-Gutschein.

An neuen Ideen für den dritten Cross de Luxe im nächsten Jahr mangelt es den Sportfreunden Neuseenland schon jetzt nicht. Im Winter steht aber erst einmal das Skispringen am Markkleeberger See an. Und auch das soll noch anspruchsvoller und noch attraktiver werden.

Ulrike Witt

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