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"Von den Kindern habe ich viel gelernt"

"Von den Kindern habe ich viel gelernt"

Wenn Claus Carell durch Zwenkau läuft, tönt ihm von allen Seiten ein freundliches "Hallo Herr Carell" entgegen. Der 65-Jährige ist eine Institution in Zwenkau, mit seiner Gitarre und seinen Liedern hat er Generationen an die Musik herangeführt.

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Claus Carell und seine Gitarre: Der Zwenkauer hat in den vergangenen 30 Jahren Tausende junger Musiker betreut.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Im Juli endet diese Ära. Carell geht als Musikpädagoge in den wohlverdienten Ruhestand.

"Ich mach wirklich Schluss", sagt Carell. Noch können das viele Zwenkauer nicht glauben, hoffen vielmehr, dass er, wenn nicht als Lehrer der kreiseigenen Musik- und Kunstschule "Ottmar Gerster", so doch wenigstens privat weiter unterrichtet. Aber er macht ernst. "Nach über 30 Jahren habe ich mal auf was anderes Lust", sagt er bestimmt. Auf was, verrät er nicht, aber er lächelt.

Auf der Suche war Carell zu Beginn seines Berufslebens. Er begann ein Studium der Naturwissenschaften, arbeitete in der EDV. "Das war alles nichts für mich." Mitte der Siebzigerjahre dann der Wechsel zur Musik. Er belegte im Abendstudium die Fächer Gesang, Jazz, Klavier und Gitarre an der Musikhochschule in Leipzig. Anfang der Achtziger folgte die Ausbildung zum Diplom-Musikpädagogen.

Parallel arbeitete Carell schon an der damaligen Musikschule Leipziger Land, schwärmte als "Wanderlehrer" mit Wanderzulage durch die Region. Damals habe er sich mit Muggen etwas dazu verdient, heute weiß er:"Regelmäßig auf Bühnen rumzuspringen ist wichtig, nur so bleibt man lebendig und interessant für junge Leute." Und das ist ihm, wie die Zwenkauer meinen, auf ganz wunderbare Art und Weise gelungen.

So sind die von ihm ins Leben gerufenen Adventskonzerte mit "Lovely Voice" oder die Rathaus-Hofkonzerte - das nächste findet am 18. Juni statt - nicht mehr wegzudenken. "Sport spielte in Zwenkau immer einen Rolle, kulturell war die Stadt in einem bedauernswerten Zustand. Dagegen wollte ich was tun", erinnert er sich. Heute hat er zwischen Borna, Markranstädt und Zwenkau 130 bis 150 Musikschüler pro Woche, tourt zusätzlich mit seiner Gitarre durch Kitas und Schulen, tritt mit den Jüngsten beim Hafen- und Laurentiusfest auf.

"Von den Kindern habe ich viel gelernt, vor allem beweglich zu sein, auf jede Situation reagieren zu können", sagt Carell. Kinder seien unglaublich kreativ, man müsse das Schatzkästchen nur aufschließen. Bisweilen sind aber nicht nur seine musikalischen Qualitäten gefragt: "Wenn nötig bin ich auch für Haarspangen verantwortlich, ziehe Schuhe an und trockne Tränen."

Im August will Carell mit seiner Frau auf Segeltörn über die Ostsee gehen und seiner zweiten Leidenschaft frönen. Einen Liegeplatz im Zwenkauer Hafen hat er übrigens auch schon gebucht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2014
Ulrike Witt

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