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Von der Turnerwehr zur modernen Rettungstruppe

Von der Turnerwehr zur modernen Rettungstruppe

Mit dem traditionellen Tag der offenen Tür hat die Freiwillige Feuerwehr Zwenkau gestern die Feierlichkeiten zu ihrem 150-jährigen Bestehen eingeläutet. Die Kameraden um Wehrleiter Thomas Kröter präsentierten sich als moderne, technisch gut gerüstete Truppe.

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Die Freiwillige Feuerwehr Zwenkau präsentiert sich beim Tag der offenen Tür (oben), links ein Gruppenbild von 1869 und die erste Motorspritze.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Ihren Ursprung hat sie in der 1864 gegründeten Turnerwehr. Mitglieder des Allgemeinen Turnvereins boten dem Stadtrat damals "die nutzbringende Verwertung ihrer gepflegten Leibeskraft" an. Vorbild war die Turnerfeuerwehr zu Leipzig. Mit Holzleiter, Handdruckspritze und Pferdeschlauchwagen rückten die Männer zur Brandbekämpfung aus, wie die von Thomas Kröter und Alexander Hecking zusammengestellte Festschrift belegt. 1882 wurde die Freiwillige Feuerwehr selbstständig, 1930 dann der nächste Meilenstein - die erste Motorspritze. Im Dezember 1943 waren die Zwenkauer beim schwersten Bombenangriff auf Leipzig eingesetzt. Im Juli 1954 halfen sie beim Elster-Hochwasser, wurden zu DDR-Zeiten zur Stützpunktfeuerwehr mit Einsätzen im Tagebau und im Petrolchemischen Kombinat Böhlen und mehrfach als vorbildliche Freiwillige Feuerwehr ausgezeichnet.

"Heute haben wir ein modernes Gerätehaus in der Bahnhofstraße, sind technisch mit dem neuen HLF 20 und dem Kommandowagen gut aufgestellt", erklärte Kröter gestern. Personell könnte es mit 74 Kameraden, davon 32 in der aktiven Truppe, 14 in der Jugendwehr, allerdings besser stehen. Dabei habe sich die Wehr erheblich verjüngt - dank der "ausgezeichneten Arbeit von Jugendwart Sigmar Lange und dem Engagement der Stadt Zwenkau", die ihre Azubis bevorzugt aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr wählt. "Nur so ist die Tageseinsatzbereitschaft abzusichern, vor zehn Jahren konnten wir davon nur träumen", betonte Kröter.

Die Aufgaben der Kameraden haben sich "dramatisch verändert, von einer mit einfachsten Mitteln Feuer bekämpfenden Mannschaft zu einer hochqualifizierten Gemeinschaft". Mit der B 2, der B 186, der S 71 und der A 38 vor der Tür seien technische Hilfeleistungen nach Unfällen zu einem Schwerpunkt geworden, so wie am Mittwochnachmittag als die Kameraden die Festvorbereitungen unterbrechen mussten, um zu einem Auffahrunfall am Waldeck zu eilen. Immer öfter müssen die Kameraden auch bei Wetterunbilden Menschenleben sowie Hab und Gut retten, zuletzt bei der Flut im Juni 2013. Dazu kommen Einsätze im Umweltbereich und mit der Freigabe des Zwenkauer Sees 2015 warten schon die nächsten Herausforderungen.

"150 Jahre organisiertes Löschwesen bedeuten, dass etwa fünf Generationen freiwillig die Pflicht übernommen haben, zu jeder Zeit für ihre Mitmenschen da zu sein, wenn diese in Not geraten sind", würdigte Bürgermeister Holger Schulz (CDU) die Leistung der Kameraden. Von kleinen Hilfsdiensten bis zum Katastropheneinsatz reiche inzwischen die Palette. "Ich danke Ihnen und Ihren Familien für ihr Engagement. Mögen alle Einsätze erfolgreich und unfallfrei verlaufen, ihre intensive Jugendarbeit dauerhaft Früchte tragen und verständnisvolle Arbeitgeber ihr Ehrenamt möglich machen", so Schulz.

Während gestern hunderte kleine und große Zwenkauer mit ihrer Freiwilligen Feuerwehr einen erlebnisreichen Tag mit Jugendwettkämpfen und Technikvorführungen rund um das Löschgerätehaus in der Bahnhofstraße verbrachten, werden die Kameraden heute Abend bei der Festveranstaltung in der Stadthalle mit Landrat Gerhard Gey (CDU), Stadtwehrleiter Bernd Colditz, Freunden, Förderern, Sponsoren, Stadträten und natürlich auch Bürgermeister Schulz ihr großes Jubiläum intern feiern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.05.2014
Ulrike Witt

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