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Von riesigen Seekühen und bissigen Haien

Von riesigen Seekühen und bissigen Haien

Der Zwenkauer See birgt unzählige Gefahren in seinen dunklen Tiefen: Haie tummeln sich hier – zehn Meter lang und äußerst bissig. An anderer Stelle riskieren Seekühe mal ein Auge, und in 20 Metern Tiefe lebt eine Schildkröte.

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Auch mal ans Steuerbord dürfen die Kinder, die bei Kapitän Swidbert Scholz den kleinen Schiffsführerschein auf der MS Santa Barbara machen.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Bei der Ausbildung zum kleinen Schiffsführer auf der Santa Barbara bekommen Kinder allerhand Seemannsgarn zu hören. Doch nicht alles, was Kapitän Swidbert Scholz erzählt, ist auch wirklich Unsinn. Denn vor rund 30 Millionen Jahren hätten hier an der Stelle, wo nun der See entsteht, echte Haie gelebt. Heute sind nur noch die Zähne der Tiere übrig – zu bewundern auf der Santa Barbara.

Seetaugliche Kinder ab vier Jahren bekommen in den Ferien von der Reederei Zwenkau die Möglichkeit, selbst zum Schiffsführer ausgebildet zu werden. Scholz lässt sie das etwa 52 Tonnen schwere Schiff manövrieren, bringt ihnen Seemannsknoten bei und erklärt Fachbegriffe wie Bug, Heck, Steuerbord und Backbord. Doch bevor überhaupt der Anker gelichtet wird und das Boot ablegt, erfahren die Kinder alles über Rettungsausrüstungen. Schwimmwesten sind obligatorisch, doch Schwimmringe, Leuchtraketen und Rettungsboote kommen bei der zweistündigen Fahrt nicht zum Einsatz.

Auch die siebenjährige Charlotte hat sich bei der jüngsten Tour auf die Santa Barbara getraut. Eigentlich ist sie eine echte Landratte, doch zu ihrem Geburtstag sollte es mal ein Erlebnis sein, das sie nicht so schnell vergisst. Dies dürfte wohl gelungen sein. „Es ist ganz spannend, das Schiff an den Sandbergen vorbei zu fahren“, sagt die Kurzzeitkapitänin, die für rund zehn Minuten gewissermaßen die Verantwortung für 25 Kinder und deren Eltern trug.

„Ab und zu laufen wir mit der Santa Barbara schon mal auf“, sagt Scholz. Das liege an den unzähligen Kippenrippen, deren Sand durch das Wasser in den See gespült werde. In spätestens drei Jahren sei von den Sandhügeln ohnehin nichts mehr zu sehen, denn auf die jetzige Wasseroberfläche kommen noch einmal etwa 13 Meter drauf. Dann verlieren auch die Flussseeschwalben ihre Heimat, denn sie brüten in den Inselgruppen. Die Vegetation verschwindet schon jetzt peu á peu. Zahlreiche Birken an den derzeitigen Ufern sind bereits ertrunken und ragen mit kahlen dünnen Stämmen aus dem Wasser. „In 30 Millionen Jahren werden sie in Rohbraunkohle verwandelt sein“, erklärt Scholz.

Genau das sind die Dinge, die Noa-Marie interessieren. Zwar kennt sie den Markkleeberger und den Cospudener See, doch wie ein See nach und nach entsteht, wusste sie bisher noch nicht. „Es ist komisch zu wissen, dass das, was man heute sieht, bald nicht mehr da sein wird“, sagt die Zehnjährige. Immerhin steige das Wasser täglich um einen Zentimeter. Das Mädchen nutzt die Tour vor allem, um sich mit Schiffen und Fachbegriffen vertraut zu machen. Denn mit den Großeltern soll es in naher Zukunft auf ein Kreuzfahrtschiff gehen. „Da blamiert man sich ganz schnell, wenn man auf dem Schiff von links und rechts spricht“, sagt Scholz.

Während die kleinen Neu-Kapitäne unterwegs Möwen füttern und sich an Seilen und Knoten probieren können, erklärt Scholz noch einiges zum See. Großes Erstaunen gab es vor allem bei den Jungs, die die Zahl der Fußballfelder schätzen sollten, die in den See passen würden. Keiner kam auch nur annähernd an die 55 000 Felder heran, die in etwa 600 Hektar Wasserfläche entsprechen. In drei Jahren sind es noch mehr, denn dann hat der See eine Fläche von rund 1000 Hektar.

Julia Tonne

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