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Markkleeberg Von wegen Kinderspiel: Baumklettern für Profis
Region Markkleeberg Von wegen Kinderspiel: Baumklettern für Profis
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13:59 19.05.2015
Sicherheit hat oberste Priorität: Matthias Goede (rechts) erklärt Baumpflegern an der Buchenwiese im Agra-Park wie ein Klettersystem aufgebaut wird. Quelle: André Kempner

"Die schönen Bäume werden doch wohl nicht etwa gefällt", meinte eine Frau. Ganz im Gegenteil: Die Bäume dienen Baumpflegern diese Woche als Trainingsterrain für ein Kletterseminar.

"Professionelle Baumpfleger haben die Verkehrssicherheit öffentlicher Anlagen im Blick. Sie sind aber auch für die Erhaltung der Bäume zuständig. Sie installieren Kronensicherungen, entfernen Totholz oder erkrankte Teile", erklärte der von der Gartenbau-Berufsgenossenschaft zertifizierte Ausbilder Matthias Goede von der Baumkletterschule München. Der Job erfordere hohe Konzentration und lasse wenig Spielraum. "Immerhin geht es oft 25 bis 35 Meter hoch", betonte der 46-Jährige. Auf dem Lehrplan stünden deshalb diese Woche neben Materialkunde, Klettersystemen und -knoten auch Sicherheit und Rettung.

"Oberstes Gebot ist, nie allein klettern", warnte Goede die fünf Teilnehmer des Einsteigerkurses. Michael Erbert, 25 Jahre, und Gerrit Hamel, 26, beide sind im Bereich Fahrwegdienst bei der Deutschen Bahn im Raum Dresden tätig, hörten aufmerksam zu. "Für uns ist das Klettern absolutes Neuland", gestand Erbert. Dies gilt auch für den 36-jährigen Heiko Merkel, der in Leipzig eine Baumpflegefirma hat. Er will sein Angebot erweitern, nicht nur auf schwere Technik setzen, die in Parks und auf Friedhöfen wegen der hohen Bodenverdichtung oft genug nicht oder nur bedingt eingesetzt werden könne, wie Goede sagte. Für Dirk Hertel ist der Agra-Park ohnehin sein Arbeitsplatz. Er ist bei der Stadt Markkleeberg im Bereich Liegenschaften angestellt. Voraussetzung für das Seminar war übrigens eine erfolgreiche arbeitsmedizinische Untersuchung mit Nachweis der Höhentauglichkeit.

Während der Fortgeschrittenenkurs im Weißen Haus die Theorie büffelte, erläuterte Goede Erbert und den anderen Neulingen, wie ein Seil als Zustieg in den Baum eingebaut wird, führte sie in die Raffinessen von Prusik-Knoten und Lock Jack ein. "Ein 45 Meter langes Seil bietet zehn Meter Bewegungsspielraum", wiederholte er. Profis wie Goede können sich in Baumkronen bis hinaus in den äußersten Feinastbereich frei bewegen, sogar zwischen Bäumen hin und her klettern und mit Motorsägen und anderen Werkzeugen baumpflegerische Maßnahmen vornehmen.

So weit sind die Einsteiger noch nicht. Ihr Klassenziel heißt diese Woche, sich langsam im Baum hocharbeiten und mit Handsäge vorsichtig die ersten Arbeiten ausführen. Ob sie das packen, wird sich morgen bei der praktischen Prüfung im Agra-Park zeigen. Vorab ist aber auch noch der Theorieteil zu bewältigen. Erst danach erhalten sie von Goede ihr Zertifikat als Baumpfleger.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.10.2014
Ulrike Witt

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