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Vorsichtiges Aufatmen im Südraum

Vorsichtiges Aufatmen im Südraum

Der Pegel der Weißen Elster in Kleindalzig ist weiter gesunken. Für die Elsteraue galt gestern nur noch Alarmstufe III. Entspannung bedeutete das aber nicht. Die Deiche bleiben neuralgische Punkte.

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Der Zwenkauer Bürgermeister Holger Schulz (Zweiter von rechts) und Bauamtsleiterin Steffi Gebauer beim Vor-Ort-Termin mit Experten am Deich in Döhlen. In der Nacht zum Dienstag drohte dieser zu brechen.

Quelle: André Kempner

Zwenkau/Markkleeberg. Am Abend gab es dann aber eine positive Nachricht: Die Evakuierten aus Döhlen, Klein- und Großdalzig sowie Tellschütz konnten in ihre Häuser zurückkehren.

Eine trügerische Idylle herrschte im Ortsteil Rüssen-Kleinstorkwitz: blauer Himmel, Sonnenschein und ein riesiger See. Doch da waren die Sandsäcke auf dem Döhlener Deich, die Feuerwehr, die Polizei und das Wissen, dass sich hier in der Nacht zum Dienstag dramatische Szenen abgespielt haben.

"Die nächsten 24 Stunden werden wir die Deiche weiter bewachen. Das Risiko ist noch viel zu hoch. Die Alarmstufe III ist für uns ein rein messtechnischer Wert", erklärte Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Er wartete auf die Ortsbegehung mit Experten vom Kreis und der Talsperrenverwaltung. "Vielleicht können die Evakuierten heute Abend nach Hause."

Vor der Stadthalle Zwenkau saß derweil Ehepaar Fink aus Großdalzig. Sie strickte einen Pullover, er las die LVZ. "Wir durften heute Vormittag in Begleitung des DRK in unser Haus. Die Tiere mussten doch gefüttert werden", erklärte Edeltraut Fink. Die Stimmung war angesichts der außergewöhnlichen Umstände gut. "Wir kommen wahrscheinlich glimpflich davon. Unsere Dörfer sind nicht überflutet", sagte ihr Mann Anton, "aber hoffentlich lernen die aus dem Elend und investieren in neue Deiche. Sonst sitzen wir bald wieder hier." Am Mittag hatte Sozialministerin Christine Clauß überraschend die Evakuierten in Zwenkau besucht und Soforthilfen angekündigt.

Am späten Nachmittag verkündete der Bürgermeister dann sichtlich erleichtert: "Die Döhlener können ab 18 Uhr in ihre Häuser zurück, alle anderen ab 20 Uhr." Aufatmen in Zwenkau.

In Markkleeberg zeichnete sich angesichts sinkender Flusspegel eine deutliche Entspannung ab. Das Rathaus verkleinerte seinen Krisenstab, ließ allerdings die Feuerwehr weiter rund um die Uhr besetzen. "Auch die Deichläufer werden weiterhin ihre Kontrollgänge machen", so Stadtsprecher Daniel Kreusch. Heute Mittag werde neu darüber entschieden. Vor Marktkauf gab es gestern noch die Restbestände der kostenlosen Sandsäcke, nachgelegt werde aber nicht mehr, so Kreusch. Das Hochwassertelefon wurde gestern Nachmittag ebenfalls umgeschaltet auf das normale Bürgertelefon 0341 3533100, an dem zu den Rathausöffnungszeiten Fragen beantwortet werden. Der Kreis kündigte zudem an, dass ab heute der Schulbetrieb wieder normal weitergehe.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.06.2013

Ulrike Witt/Jörg ter Vehn

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