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Waldbrandgefahr: "Ein Funken vom Katalysator reicht"

Waldbrandgefahr: "Ein Funken vom Katalysator reicht"

Seit Wochen herrscht in Deutschland Gluthitze. Mensch und Tier stöhnen. Die Natur leidet nicht minder. Bauern beklagen Ernteausfälle in Größenordnungen, Kleingärtner kommen mit dem Gießen kaum nach und Förster sorgen sich um ihren Baumbestand.

Markkleeberg/Zwenkau. Im Südraum Leipzig ist das nicht anders. Christiane Wolfram, beim Staatsbetrieb Sachsenforst zuständig für den Privat- und Körperschaftswald im Neuseenland, hat den Himmel fest im Blick. „Für heute und die nächsten zwei Tage hat der Deutsche Wetterdienst für unsere Region die Waldbrandwarnstufe 2 herausgegeben“, erklärt sie und hofft wie viele, dass auf die angekündigten Gewitter ein kräftiger Landregen folgt.

Dabei hat Wolfram Glück. Ihr Revier zählt nicht zu den stark gefährdeten. „Bei uns gilt wie in vielen Laubwaldgebieten die mittlere Waldbrandgefahrenklasse B. Der Boden trocknet hier nicht ganz so schnell aus wie in Nadelholzforsten“, so Wolfram. In Nordsachsen und der Lausitz müssen ihre Kollegen weit mehr bangen. Zahlreiche Kiefernwälder sind dort bereits gesperrt, Waldbrandstufe 4 längst ein Dauerzustand.

Verantwortlich für die Überwachung und – wenn notwendig – Sperrung von Waldgebieten im Landkreis Leipzig ist seit der Kreisreform die Untere Forstbehörde, die ihren Sitz in Grimma hat. „Jeder Waldbrand geht von zündfähigem Material am Boden aus“, betont der stellvertretende Leiter Frieder Sommer. Schon das Rangieren mit dem Auto könne derzeit ein Feuer entfachen, ebenso die achtlos weggeworfene Zigarette oder eine Flasche, deren Glas das Sonnenlicht bündelt.

„Ein Funken vom Katalysator reicht, um immensen Schaden anzurichten“, warnt er vor Leichtsinn. Allein die Waldbegründung koste pro Hektar rund 12 000 Euro und das nur für die ersten fünf Jahre, die Pflege gar nicht mitgerechnet. Hinzu komme die Bedrohung für Leib und Leben. „Nicht umsonst ist offenes Feuer unabhängig von der Waldbrandwarnstufe ganzjährig nach Paragraf 15 des Sächsischen Waldgesetzes verboten“, sagt Sommer und macht sich vor allem um die trockenen Kippenwälder im Neuseenland, insbesondere am Nordwest-Ufer des Zwenkauer Sees Gedanken: „Wir haben in der Neuen Harth zwar mehrere sechs Meter breite Wundstreifen, die ein Überspringen der Flammen verhindern sollen, aber besser es kommt gar nicht erst so weit.“

Die Folgen des Supersommers 2010 werden wir weit über den August hinaus spüren. „Nicht nur dass der Johannestrieb bei den Eichen besonders spärlich ausgefallen ist, viele Bäume werfen schon jetzt ihre Blätter ab, um die Verdunstungsfläche zu reduzieren“, weiß Forstingenieurin Wolfram. Damit es im Fall des Falles nicht durch Feuer zu unüberschaubaren Schäden kommt, bittet sie um Unterstützung: „Bitte halten Sie die Transportwege zu Waldgebieten für Feuerwehr und andere Rettungskräfte immer frei.“

Ulrike Witt

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